MSCI bringt die Indexgefahr zurück, die den Bitcoin-Einbruch im Oktober verstärkte. MSCI startet eine Konsultation, bei der Strategy (früher MicroStrategy) als möglicher Kandidat für einen Ausschluss aus den Benchmarks genannt wird.
Der Ansatz nennt digitale Vermögenswerte nicht direkt, jedoch ähneln die betroffenen Unternehmen früher bekannten Beispielen stark.
Was passierte während des Crashs im Oktober
Der ursprüngliche Schock kam am 10.10.2025. MSCI schlug vor, Unternehmen einzustufen, deren Bestände an digitalen Vermögenswerten mehr als 50% der Gesamtwerte ausmachen, eher als Investmentfonds statt als operative Unternehmen zu behandeln.
Strategy geriet so direkt ins Visier. Der weltweit größte institutionelle Bitcoin-Halter stand vor geschätzten passiven Abflüssen in Höhe von 2,8 Milliarden USD allein durch MSCI-Tracker.
Eine breitere Umsetzung hätte noch stärkere Auswirkungen gehabt. Analysten rechneten mit Verkäufen von bis zu 8,8 Milliarden USD, wenn auch andere Indexanbieter nachziehen würden.
Das Timing verstärkte die Folgen. In derselben Session kam es zu etwa 19 Milliarden USD an gehebelten Liquidationen. Der Bitcoin-Kurs fiel um mehr als 15.000 USD von seinem Höchststand nahe 126.000 USD einen Monat zuvor.
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Die Zollandrohung von US-Präsident Trump und hohe Hebelwirkung lösten den ersten Crash aus. Der Indexvorschlag führte zudem zu einer strukturellen Unsicherheit, die laut vielen Experten eine rasche Erholung verhinderte.
MSCI lenkte schließlich im Januar 2026 ein. Der Widerstand aus der Branche war erfolgreich, unter anderem mit dem Argument von Strategy, dass das Unternehmen ein bedeutendes Softwaregeschäft betreibt und nicht wie ein passiver Fonds agiert.
Wie das neue Rahmenwerk funktioniert
Die Gefahr besteht jetzt erneut, nur anders. MSCI startete im August 2026 eine breitere Konsultation zur Aufnahmefähigkeit von nicht-operativen Unternehmen. Der neue Ansatz basiert auf quantitativen Kriterien. Unternehmen scheitern am Haupttest, wenn operative Vermögenswerte unter 50% der Gesamtwerte liegen.
Fünf weitere Kennzahlen folgen auf diese Schwelle. Sie messen unter anderem operative Intensität, Kostenintensität, Cashflow, Wertveränderung und Abhängigkeit vom Kapital. Bei vier negativen Ergebnissen wird ein Unternehmen ausgeschlossen.
Simulationen zeigten zu erwartende Ergebnisse. Bei Anwendung mit Mai-2026-Daten auf den ACWI IMI wurden Strategy, Japans Metaplanet und der Uran-Halter Yellow Cake für eine Streichung markiert.
Bestehende Index-Mitglieder genießen gewissen Schutz. Unternehmen müssen zwei Perioden in Folge durch die Prüfungen fallen, bevor eine Entfernung wirksam wird.
Strategy reagierte deutlich auf X. Das Unternehmen betonte, dass Indexanbieter Märkte abbilden sollten, anstatt vorzugeben, welche Vermögenswerte Unternehmen besitzen dürfen. Zudem bräuchten weder Bitcoin noch Strategy MSCI.
Warum Bitcoin dies nur indirekt spüren würde
Das Timing ist besonders relevant. Strategy setzt bereits weniger auf reine Akkumulation und verwaltet die Liquidität aktiver, inklusive einiger Bitcoin-Verkäufe, um Geldreserven aufzubauen.
Allerdings sollte der Mechanismus genau betrachtet werden. Ein erzwungener Verkauf von MSTR-Aktien durch passive Fonds würde Strategy nicht direkt dazu bringen, Bitcoin selbst zu veräußern.
Die indirekten Auswirkungen sind bedeutender. Ein solcher Druck könnte die Prämie verringern, zu der die Aktie im Vergleich zu den Bitcoin-Beständen gehandelt wird, wodurch künftige Kapitalbeschaffungen weniger effizient wären.
Diese Effizienz ist die Grundlage des gesamten Modells. Wird sie geschwächt, verliert einer der wichtigsten strukturellen Käufer im Zyklus seine Rolle am Markt. Der Bitcoin-Kurs liegt aktuell bei etwa 62.849 USD, also ungefähr 50% unter dem Rekordhoch von über 126.000 USD, das im Oktober 2025 erreicht wurde, wie BeInCrypto Daten zeigen.
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Der Kalender legt nun die Erwartungen fest. Rückmeldungen sind bis 30. September möglich, die Ergebnisse kommen bis 16. Oktober, und alle Änderungen sind für die Index-Überprüfung im November 2026 geplant.
Ob sich die Geschichte wiederholt, ist derzeit wirklich ungewiss. Diese Entwicklung bestätigt jedoch, wie eng die Kursentwicklung von Bitcoin mit dem Konzept der Treasury in Unternehmen verknüpft ist.









