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Harry Dent: “Die größte Finanzkrise jemals wird ihren Höhepunkt im Juni erreichen – Bitcoin wird um 96 % fallen”

5 min
Aktualisiert von Julian Brandalise
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IN KÜRZE

  • Seit Beginn 2023 haben sich Bitcoin und die Finanzmärkte deutlich erholt und die Marktstimmung wendete sich zum Positiven.
  • Dennoch gibt es einige Gründe, die Situation mit Vorsicht zu betrachten und nicht gleich in Euphorie auszubrechen.
  • Laut Finanzexperten und Gründer von HS Henry Dent Investment Management, Harry Dent, steht uns das schlimmste noch bevor
  • promo

Seit dem Ende des vergangenen Jahres stabilisiert sich die Wirtschaftslage, der Nasdaq erholt sich um knapp 28 % und der Bitcoin Kurs legt sogar eine Verdopplung hin. Endlich hat der Abwärtstrend der Finanzmärkte ein Ende – zumindest scheint es so.

Infolge erschreckend hoher Inflationszahlen beschloss die US-amerikanische Zentralbank (FED) vergangenes Jahr drastische Zinserhöhungen. Damit hoffte sie, das, was einige als Vorreiter einer großen Rezession bezeichneten, rechtzeitig in den Griff zu bekommen.

Inflation und mögliche Rezession: Geteilte Meinung

Mittlerweile hält sich der US-amerikanische Verbraucherpreisindex trotz Maßnahmen der FED seit 23 Monaten bei über 5 %. Ist das womöglich der Preis einer jahrelangen Nullzinspolitik?

Die Antworten auf diese Frage gehen weit auseinander. Während die einen dies bejahen würden, meinen andere, das vergangene Jahr habe lediglich bewiesen, dass die FED kaum Kontrolle über die Inflation hat.

Möglicherweise steckt in beiden Meinungen ein Quantum Wahrheit.

Die US-Notenbank konnte mit ihrer Zinspolitik keinen Einfluss auf das Geschehen in China, das Land, was nahezu alles für jeden produziert, nehmen. Als China den Export stoppte, folgte ein ernstzunehmendes Lieferkettenproblem. Nicht nur bremste es die Wirtschaft aus, letzten Endes wurde dadurch auch die Dollarinflation angeheizt. Diese schoss auf über 8 % in die Höhe.

Gegen Ende 2022 verzeichnete die Inflation schließlich sinkende Zahlen und zu Beginn 2023 entwickelten die Finanzmärkte wieder ein Aufwärtsmomentum. Wieder teilten sich die Meinungen: Während die einen überzeugt waren, der Boden dieser “Korrektur” sei erreicht, sprachen die anderen von einer Bärenmarktrallye.

Allmählich besserte sich die Situation in China und auch Bitcoin konnte, nur fünf Monate nach dem Erreichen des Makrotiefs, zurück auf 30.000 USD klettern.

Derzeit beobachten wir also eine sinkende Inflation, eine sich stabilisierende Wirtschaft und einen rapide steigenden Bitcoin. War es das jetzt? Sind wir von 8,3 % Inflationsrate vor nicht mal einem Jahr zurück auf 5 % gesunken, ohne weitere Schäden zu erleiden? Ohne ernsthaft steigende Arbeitslosenzahlen, Massenentlassungen oder negative Quartalsberichte großer Unternehmen? Waren dies doch Szenarien, die von allen Seiten prognostiziert wurden.

Konnten die USA den Leitzins von 0 % auf knapp 5 % anheben, ohne dass Kreditnehmer ernsthafte Konsequenzen zu spüren bekamen? Vielleicht interessiert es ja tatsächlich niemanden, wenn das Geld teuer wird.

“Die Schuldenblase muss platzen und Bitcoin wird um 96 % fallen”

Harry Dent, Gründer von HS Dent Investment Management, Wirtschaftswissenschaftler und Bestseller-Autor, sieht das anders. Seiner Meinung nach hat das aktuelle Geschehen wenig mit einer Marktkorrektur zu tun. Vielmehr sei es der Beginn eines Crashs, der schon 2008 hätte geschehen sollen. In einem Interview mit David Lin gibt der 69-jährige Finanzexperte seine Einschätzungen zu der aktuellen Lage preis.

Laut Dent werde nicht einmal die Millenial Generation eine Wirtschaftsblase wie diese erneut erleben. So meinte Dent:

“Als der S&P 500 zwischen 2008 und 2009 um etwa 57 % abstürzte und die Krise gerade ihr volles Potenzial entfaltete, beschlossen die Zentralbanken, Unsummen an Geld zu drucken.”

Dem Finanzexperten zufolge wurde dadurch nicht nur die Rezession abgefangen, sondern auch verhindert, was diese eigentlich hätte bewirken sollen: Die größte Schuldenblase der Geschichte aus dem Weg zu räumen.

Wie Dent schätzt, werde der schlimmste Teil dieses Crashs bis Mitte Juni geschehen. Dabei würden S&P 500, Nasdaq und Bitcoin, gemessen vom November 2021 Allzeithoch, Wertverluste von 92 % bzw. 95 % und 96 % erleiden. Es werde sich also genau das wiederholen, was in den 90er Jahren mit der Dotcom-Blase geschah. Demnach könnte Bitcoin auf einen Wert von 3.000 bis 4.000 USD fallen.

Zu dem 38-prozentigen Kursverfall des Nasdaq im November meinte der Wirtschaftswissenschaftler:

“Das war nur die erste Abwärtsbewegung. Es werden noch zwei weitere folgen … die nächste haben wir bereits eingeleitet. Sie könnte den Nasdaq bis auf 8.000 USD bringen und das wäre noch nicht einmal alles. Dennoch wäre es ein Rückgang von etwas mehr als 50 %.”

Dieser Schock werde den Menschen klarmachen, dass es sich hier keines Falls um eine Marktkorrektur handelt, sondern um einen Crash, der seinesgleichen sucht.

Warum steigt der Bitcoin gerade wieder?

Zuvor hatte Dent dieses Ereignis für Anfang dieses Jahres prognostiziert. Wie er in dem Interview erklärte, liege die zeitliche Verschiebung an der Politik der Zentralbanken. Diese hätten der Rezession nie zuvor derartig deutlich den Kampf angesagt.

Obgleich die Banken wieder Geld drucken, um die Wirtschaft zu retten, verfalle letztere immer wieder in eine Rezession. Er fügte hinzu:

“Die Wirtschaft ist wirklich sehr schwach und muss eine Menge ungesunder Schulden sowie rechnerisch toter Unternehmen loswerden. Aber die Zentralbanken lassen die Wirtschaft nicht ihren Lauf nehmen … stattdessen haben sie dem freien Markt den Krieg erklärt. Das ist das Problem.”

Bitcoin in einer Blase
Der Bitcoin in einer Blase | Quelle: BeInCrypto.com

Seiner Theorie zufolge bestünden solche Crashs aus drei Teilen: ein Abwärtsimpuls, eine Erholungsphase und dann wieder ein Abwärtsimpuls. Dabei sei der letzte Teil wohl besonders heftig und eben jener, auf den wir gerade zusteuern.

Die FED werde demnach nicht in der Lage sein, abzufangen, was uns bevorsteht. Das Ereignis werde sich schleichend anbahnen und die Wirtschaft treffen, bevor die Zentralbank ihre Straffungen rückgängig machen kann. 

Laut Dent handele es sich um die größte Finanzblase aller Zeiten und bis jetzt habe man ihr nicht erlaubt zu platzen. Allerdings sei dies absolut nötig und jetzt scheinbar unvermeidlich. Wie der Finanzexperte zu verstehen gibt, sei eine solch unvergleichbare Zinsstraffung eine Art Gnadenstoß für die ohnehin schon stark angeschlagene Wirtschaft.

Was jetzt noch wie eine Korrektur aussieht, werde sich in einen Crash vergleichbar mit 1929 verwandeln. Weiter meinte er:

“Wie die meisten Leute wissen, ist es nicht einfach, den Markt zu timen. Dieses Ereignis ist jedoch so wichtig, dass ich es versuchen werde.”

Die Zukunft für 2023 bleibt ungewiss – wird BTC nochmal fallen?

Was können Investoren nun aus diesen Worten mitnehmen? Aus einer Risikomanagement-Perspektive ergab sich bisher offensichtlich wenig Gelegenheit, in den Markt einzusteigen.

Unter Berücksichtigung der anfangs aufgeworfenen Fragen ist das Risiko einer weiteren Abwärtsbewegung einfach noch zu groß.

Andererseits sind Investitionen schwer ohne Risiko zu tätigen, schließlich hört man oft genug, wenn andere Angst haben sei der richtige Moment zu investieren. Jedoch ist dies ein ziemlich ungenauer und plumper Indikator, um möglicherweise lebensverändernde Entscheidungen zu treffen.

Jerome Powell, Vorsitzender der FED, betonte bereits des Öfteren, dass die US-Notenbank mit den Zinserhöhungen nicht aufhören werde, bis der Inflationskurs sich deutlich Richtung 2 % orientiert. Darüber hinaus wird die Zentralbank von einer Straffung wohl kaum direkt in eine Lockerung übergehen. Eines scheint also festzustehen: Die Zinsen werden auf ungewisse Zeit hoch bleiben.

Letzten Endes könnte diese Situation in beide Richtungen abdriften: Bullenmarkt oder Crash des Jahrhunderts. Anleger:innen sollten sich daher des Risikos bewusst sein, wenn sie sich entscheiden, in den Markt einzutreten. Dies gilt vor allem für den hochvolatilen Bitcoin sowie den gesamten Kryptomarkt.

Noch viel wichtiger: Anleger:innen sollten die wirtschaftlichen Entwicklungen in den kommenden Monaten genauestens im Auge behalten.

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Leonard Schellberg
Leonard Schellberg stieß im Jahr 2021 auf das Thema Kryptowährungen. Nachdem er sich ein fundiertes Wissen über den breiten Kryptomarkt angeeignet hatte, entwickelte er eine besondere Begeisterung für die Möglichkeiten der Distributed Ledger Technologie und Smart Contracts. Darüber hinaus hegt er ein großes Interesse für das globale Finanzsystem, Makroökonomie und Krypto-Trading. Noch während Leonard im Frühling 2022 seinen Bachelor in Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaften an der...
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