Die Blockchain gehört mittlerweile in vielen verschiedenen Lebens- und Wirtschaftsbereichen zum neuen Standard. Nun hat die Blockchain-Technologie einen neuen Bereich erobert: Den Regenwald. Denn für diesen vielfältigen Lebensraum möchte das zweitgrößte Lebensmittelunternehmen der Welt, JBS, mit der Blockchain für mehr Nachhaltigkeit sorgen.

Die Technologie soll vor allem Klarheit bei den Lieferketten schaffen. Bisher hat JBS dafür auf die Überwachung eines Gebietes, das größer als Deutschland ist, via Satellitenbilder gesetzt. So stellte das Unternehmen bisher sicher, dass die Viehlieferanten Regeln für die Nachhaltigkeit einhielten. Auch in Bezug auf die Abholung des Regenwaldes soll die Blockchain

nun mehr Effizienz für JBS bringen.

„Together for the Amazon“

Im Dschungel startet JBS nun das Programm „Together for the Amazon“. Bei dem Programm geht es um mehrere langfristige Initiativen zum Erhalt des Amazonas-Biotop. Dabei sind auch Branchenführer, Umweltakteure und Regierungsbehörden involviert.

Gilberto Tomazoni, Global CEO von JBS, erklärt in einer Pressemitteilung:

Heute bekräftigen wir öffentlich unser Engagement für die Nachhaltigkeit des Amazonas. Wir hoffen, dass unsere heutigen Maßnahmen dazu beitragen werden, den dringenden Kampf gegen die Entwaldung zu beschleunigen und gleichzeitig die Bioökonomie, nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken und Möglichkeiten für soziale Entwicklung zu fördern.

Langfristig geht es also auch um die Bekämpfung des Klimawandels. Konkret ist das Programm in vier Unterpunkte aufgeteilt:

  • Entwicklung der Wertschöpfungskette
  • Erhaltung und Wiederherstellung der Wälder
  • Unterstützung lokaler Gemeinschaften im Amazonasgebiet
  • Und wissenschaftliche Forschung und technologische Entwicklung

Um diesen Plan in die Tat umzusetzen, setzt JBS auf eine Blockchain-Plattform, mit der das Unternehmen die Lieferanten seiner Viehlieferanten bis 2025 verfolgen kann.

Ein Bild von BeInCrypto.com.

Einsatz für die Zukunft des Regenwaldes

JBS zielt auf eine verantwortungsvolle Beschaffungspolitik hin. Dabei inkludiert das Unternehmen nicht nur die Tierhalter, sondern auch die Lebensmittelindustrie, die Familienbauern und die Finanzinstitute.

Wesley Batista Filho, CEO von JBS Südamerika und Seara, erläutert dahingehend:

In den letzten zehn Jahren haben wir erhebliche Investitionen getätigt, um eines der weltweit größten Überwachungssysteme für private Lieferanten zu etablieren. Wir haben uns auch an Brancheninitiativen beteiligt, zusammen mit Nichtregierungsorganisationen und der Bundesanwaltschaft in den Bundesstaaten des legalen Amazonasgebiets, und Bildungsprogramme für unsere Lieferanten gesponsert, um ihnen zu helfen, ihre Landbewirtschaftung zu verbessern.

Die notwendigen Finanzen organisiert das Unternehmen im JBS Fund For The Amazon. In den ersten fünf Jahren sollen hier 250 Millionen R zusammenkommen, auf langer Sicht sogar 500 Millionen R. Der Spendentopf ist übrigens auch für Spenden durch Dritte geöffnet.

Joanita Maestri Karoleski, Präsidentin des Fonds, führt aus:

Die Eindämmung der illegalen Entwaldung ist eine zentrale Herausforderung für die Verteidigung des Amazonas. Diese Herausforderung kann nur effektiv bewältigt werden, wenn man sich auf die Lebensqualität und die wirtschaftlichen Möglichkeiten für die Bevölkerung der Region konzentriert, insbesondere für die dort lebenden indigenen und Flussvölker sowie die dort lebenden Quilombola-Gemeinschaften. Wir glauben an die Möglichkeit eines nachhaltigen Amazonas, weil wir wissen, dass Umweltschutz und sozioökonomische Entwicklung eng miteinander verbunden sind.

Ein reiner Akt der Selbstlosigkeit? Wohl eher nicht, denn JBS steht schon seit längerem in der Kritik an der unrechtmäßigen Abholzung des Regenwaldes beteiligt zu sein. Ferner sollen bei JBS sklavenähnliche Arbeitsumstände herrschen. Wir werden sehen, inwieweit die Blockchain-Technologie diese Probleme mit mehr Transparenz lösen kann.