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Bloomberg Ausblick 2026 übersieht Krypto – diese vier Themen sind trotzdem entscheidend

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Geschrieben von
Oihyun Kim

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Redigiert von
Leonard Schellberg

02 Januar 2026 12:30 CET
Vertrauenswürdig
  • Bloomberg analysiert: Trumponomics beeinflusst den Krypto-Markt stärker als erwartet.
  • Zinspolitik, Dollar-Stabilität und KI-Blase könnten Bitcoin-Kurse 2026 mitlenken.
  • Erste Quartalsdaten entscheiden, ob der Krypto-Markt bullisch ins Jahr startet.
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In seinem Jahresend-Podcast zu Trumponomics gab Bloomberg einen umfassenden Ausblick auf die Weltwirtschaft im Jahr 2026, übersieht allerdings Krypto. Stephanie Flanders, die Chefin für Regierung und Wirtschaft bei Bloomberg, moderierte die Folge.

Zu Gast waren Tom Orlik, Chefökonom bei Bloomberg Economics; Mario Parker, leitender Redakteur für US-Politik; und Parmy Olson, Kolumnistin beim Bloomberg Opinion-Team und zuständig für KI.

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Bloomberg über 4 wichtige Themen (auch für Krypto)

In fast 48 Minuten besprach die Runde viele Themen. Dazu zählten Handel und Zölle, Sicherheit (Ukraine), KI, die US-Notenbank, China sowie die gesamte US-Wirtschaft. Interessant ist, dass Krypto direkt gar nicht genannt wurde.

Vier Themen aus dem Podcast sind jedoch besonders wichtig für den Markt digitaler Vermögenswerte im Jahr 2026. Unten findest du eine Analyse dieser Punkte und ihrer möglichen Folgen für Krypto.

1. Gefahren für die Unabhängigkeit der Fed

Orlik sprach über die Unabhängigkeit der US-Notenbank. Das sei eines der wichtigsten Themen für 2026. Präsident Trump kann einen neuen Fed-Vorsitzenden bestimmen, wenn Powells Amtszeit im Mai 2026 endet. Kevin Hasset gilt als Favorit, während Steven Myron schon im Fed-Vorstand sitzt.

„Eine unabhängige Notenbank ist Grundvoraussetzung für das Vertrauen der Märkte darauf, dass die USA die Inflation ernsthaft in den Griff bekommen“, sagte Orlik. „Wenn dieses Vertrauen schwankt, dann stehen sowohl der Status des US-Dollars als auch der Anleihenmarkt zur Debatte.“

Folge für Krypto: Eine schwächere Fed-Unabhängigkeit ist für Krypto Chance und Risiko zugleich. Wird der US-Dollar unsicherer, könnte die Geschichte von Bitcoin als „digitales Gold“ beliebter werden. Grayscale schrieb im Ausblick für 2026: „Die Zukunft staatlicher Währungen ist immer unsicherer; dagegen können wir sehr sicher sein, dass der 20-millionste Bitcoin im März 2026 gemined wird.“

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Allerdings kann Unsicherheit über die Politik auch dazu führen, dass Anleger Risiken meiden. Dann geraten Krypto-Kurse wie andere Risk-Assets kurzfristig unter Druck.

2. Risiko einer KI-Blase

Olson warnte vor einer möglichen Korrektur bei KI-Aktien im Jahr 2026. „Neunhundert Millionen Menschen nutzen ChatGPT jede Woche. Das ist beeindruckend, aber es bringt OpenAI kaum Geld, weil nur wenige Nutzende zahlen“, sagte sie. Sie verglich das derzeitige Umfeld mit der Dotcom-Blase und dem Eisenbahn-Boom im 19. Jahrhundert.

Folge für Krypto: Analysten von QCP Capital sehen Krypto weiter im Sog der Weltmärkte, wobei KI-Aktien „wichtige Stimmungsgeber für Risiko“ sind. Fällt der Kurs von KI-Aktien, sinken meist auch Krypto-Kurse wegen wachsender Vorsicht bei Investoren.

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3. Wie Zölle direkt die reale Wirtschaft treffen

Orlik stellte heraus, dass eine Überraschung im Jahr 2025 war, wie langsam sich Zölle auf Verbraucherpreise und Gewinne der Unternehmen auswirkten. Das soll sich aber zu Beginn von 2026 ändern. „Höhere Preise in den Läden, sinkende Gewinnspannen für US-Firmen und womöglich Rückgänge am US-Aktienmarkt könnten ab Anfang 2026 spürbarer werden“, so Orlik.

Folge für Krypto: Bleibt die Inflation durch Zölle hoch, hat die Notenbank weniger Spielraum für Zinssenkungen. Laut YouHodler könnten „länger hohe Zinsen die Risikobereitschaft dämpfen und das Wachstum in Krypto bremsen.“ Im Falle einer Stagflation – also gleichzeitiger Inflation und schwachem Wachstum — könnte Bitcoin aber wieder als Schutz gegen Inflation gefragt sein.

4. Dollar-Stabilität und politische Entwicklungen

Orlik beschrieb auch ein mögliches Paradoxon nach den Zwischenwahlen. Sollte Trump bei den Midterms an Einfluss verlieren und im Kongress blockiert sein, könnte er versuchen, die Fed zu nutzen, wo er ja seinen Kandidaten eingesetzt hat.

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„Es könnte sein, dass der Verlust an Macht nach den Zwischenwahlen mit größerer Bereitschaft und Möglichkeit, Einfluss auf die Fed zu nehmen, zusammenkommt. Das könnte dem US-Anleihenmarkt schaden.“

Folge für Krypto: Instabilität beim Dollar hing oft mit mehr Nachfrage nach Bitcoin zusammen. Grayscale erwartet, dass „digitale Geldsysteme wie Bitcoin und Ethereum mit klarer, programmierbarer und knapper Menge immer wichtiger werden, je größer die Gefahr bei staatlichen Währungen ist.“

Bloomberg sieht Q1 entscheidend für Marktentwicklung (auch für Krypto)

Prognosen großer Banken und Fonds für den Bitcoin-Kurs 2026 gehen weit auseinander. Grayscale erwartet ein neues Allzeithoch im ersten Halbjahr und sieht „das Ende des Vierjahreszyklus“. J.P. Morgan rechnet mit 170.000 USD, Fundstrat sogar mit 200.000 bis 250.000 USD. Die pessimistische Sicht: Unter 75.000 USD, wenn die Finanzmärkte weltweit Geld entziehen.

Insgesamt sieht 2026 bullisch aus — wegen Trumps Wirtschaftspolitik, der Strategie der US-Notenbank und günstiger Krypto-Regeln. Wie der große KI-Ausbau und Zinssenkungen für Verbraucher und Wirtschaft aber wirklich wirken, zeigt sich wohl erst, wenn das neue Jahr startet.

Haftungsausschluss

In Übereinstimmung mit den Richtlinien des Trust Project verpflichtet sich BeInCrypto zu einer unvoreingenommenen, transparenten Berichterstattung. Dieser Artikel zielt darauf ab, genaue und aktuelle Informationen zu liefern. Den Lesern wird jedoch empfohlen, die Fakten unabhängig zu überprüfen und einen Fachmann zu konsultieren, bevor sie auf der Grundlage dieses Inhalts Entscheidungen treffen.

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