Brave Browser leitet Binance-Nutzer auf Reflink um

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IN KÜRZE
  • Soeben wurde bekannt, dass der Brave Browser URL-Eingaben zu Binance automatisch in einen Reflink umwandelt.

  • Dies ist ein Eingriff in die Selbstbestimmtheit der Brave-Nutzer.

  • Der CEO von Brave räumte einen Fehler ein und entschuldigte sich.

  • promo

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Brave wirbt damit, ein Browser zu sein, der die Privatsphäre seiner Nutzer schützt und den Nutzern die volle Kontrolle über das Internet-Browsing einräumt. Nun hat Brave allerdings ein grobes Foul begangen.



Wie @cryptonator1337 auf seinem Twitter-Kanal schreibt, wandelt Brave Zugriffe auf Binance.us automatisch in einen Referral-Link um. Für Binance.com soll das selbe der Fall sein. Letzteres konnten wir allerdings nicht bestätigen.

Brave spricht mit gespaltener Zunge

Der auf Chrome basierende Brave Browser liefert einige wichtige Features, mit denen Nutzer ihre Privatsphäre schützen und die Erfahrung ihrer Internetnutzung verbessern können. Unter Anderem gehören dazu ein Adblocker und ein Scriptblocker. Zusätzlich zu einer Wallet für seinen nativen Basic Attention Token (BAT) hat der Browser auch eine Wallet für viele andere Kryptowährungen.

Was es bedeutet, die eigene Kontrolle über die Internetnutzung zu haben, ist für viele Menschen sehr unterschiedlich. Bei der Eingabe einer URL automatisch auf einen Reflink umgeleitet zu werden, dürfte jedoch nicht dazu gehören.

Die Reaktionen bei Twitter waren gemischt. Für viele war das unlautere Verhalten von Brave ein Grund, den Browser nicht weiter zu benutzen. Andere hingegen störte dies nur wenig. Sie würden es begrüßen, wenn Brave diese Reflinks als optionales Feature einführen würde. Einigkeit besteht allerdings darüber, dass die automatische Vervollständigung von URLs zu einem Reflink einen eklatanten Eingriff in die Selbstbestimmung der Nutzer darstellt.

Brendan Eich verspricht Besserung

Der Mitgründer und CEO von Brave Brendan Eich reagierte sehr schnell auf das Bekanntwerden dieses Problems. Auf Twitter räumte er einen Fehler ein und entschuldigte sich bei seinen Nutzern. Er sagte, dass die Reflinks durch ein optionales Trading-Widget zu dem Browser hinzugefügt wurden. Dass URL-Eingaben automatisch ergänzt werden, hätte nicht stattfinden dürfen.

Eich ließ allerdings bewusst im Unklaren, ob es sich dabei um eine explizite Entscheidung des Managements, oder einen Programmierfehler handelt. Dass die automatische Vervollständigung versehentlich zustande kam, dürfte jedoch eher unwahrscheinlich sein.

Eich kündigte an, dass die automatischen Reflinks in zukünftigen Updates des Brave Browsers entfernt werden sollen.

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Tobias verfügt über einen Bachelorabschluss in angewandter Informatik, sowie einen Masterabschluss in Kognitionswissenschaft mit Fokus auf kognitiver Psychologie und künstlicher Intelligenz. Während seiner Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Gent nahm er an einem Forschungsprojekt in Verbindung mit einem großen französischen Telekommunikationsanbieter teil. Hierbei erforschte er die Anwendung von Spieltheorie auf den gemeinschaftlichen Ausbau von WLAN-Netzen. Nachdem er die Universität verließ, wandte er sich dem Blockchain-Sektor zu, wo er als freier Forschungsmitarbeiter für Startup-Unternehmen arbeitet.

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