Die Nationalbank von Ruanda (BNR) hat die Bevölkerung öffentlich davor gewarnt, den Ruanda-Franc (FRW) für Krypto-Geschäfte zu nutzen. Zwei Tage zuvor hatte die globale Krypto-Börse Bybit den FRW ohne Genehmigung der Aufsichtsbehörden auf ihrer Peer-to-Peer (P2P)-Plattform zugelassen.
Die BNR verwies auf Bybits Werbemitteilung und wies darauf hin, dass Krypto-Assets laut aktueller Gesetzeslage nicht für Zahlungen, den Umtausch in FRW oder für den P2P-Handel zugelassen sind.
Bybit: Warum der Zeitpunkt jetzt besonders ungünstig ist
Ruanda verfolgt seit 2018 eine strikte Haltung gegenüber privaten Kryptowährungen. Damals erklärte die BNR die Nutzung von Kryptowährungen im Inland für illegal.
Diese Haltung hat sich allmählich verändert. Im März 2025 veröffentlichten die BNR und die Capital Markets Authority (CMA) einen Gesetzesentwurf zur Regulierung von Virtual Asset Service Providers (VASPs).
Im Entwurf wird der Einsatz von Kryptowährungen als gesetzliches Zahlungsmittel ausdrücklich verboten. Zudem sind Krypto-Mining und Mixer sowie Token, die an den FRW gekoppelt sind, untersagt.
Am 4. März 2026 hat das ruandische Kabinett eine umfassende Version dieses Gesetzes gebilligt. Die Abgeordnetenkammer hat die allgemeinen Grundsätze am 31. März beschlossen. Die Prüfung im Ausschuss läuft weiterhin.
Bybit hat sein FRW P2P-Angebot am 2. April eingeführt – nur zwei Tage später. Für neue Nutzer wurden Prämien und alle zwei Wochen Händlerprovisionen ausgelobt.
In der Ankündigung fehlte jeder Hinweis auf eine lokale Genehmigung. Mitglieder der Community wiesen zudem darauf hin, dass in den Werbematerialien ein veraltetes Wappen Ruandas zu sehen war.
Direkte Herausforderung für Ruandas CBDC-Pläne
Die BNR testet derzeit ihre eigene digitale Zentralbankwährung (CBDC), den e-FRW. Nachdem der Proof-of-Concept im Februar 2026 abgeschlossen wurde, läuft nun ein zwölfmonatiger Inlands-Pilotversuch, bevor internationale Tests beginnen werden.
Unregulierte ausländische Plattformen, die den FRW mit Krypto-Märkten verknüpfen, könnten diese Bemühungen behindern und das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Währung schwächen.
Die CMA nennt zudem den Druck der Financial Action Task Force (FATF) wegen geldwäscherelevanter Krypto-Geschäfte als zentralen Grund für die geplante Regulierung.
Wie geht es weiter: Die nächsten Schritte
Nach dem Gesetzesentwurf drohen nicht lizenzierten VASP-Betreibern in Ruanda Geldstrafen von bis zu 30 Millionen FRW, etwa 21.000 USD, sowie bis zu fünf Jahren Gefängnis.
Bybit hat bislang nicht öffentlich auf die Warnung der BNR reagiert. Binance und Remitano bieten bereits seit Jahren FRW P2P-Paare an, ohne eine vergleichbare Reaktion der Behörden auszulösen. Das deutet darauf hin, dass Bybits auffälliges Marketingverhalten eine Regulierungsgrenze überschritten hat.
Ob Bybit den FRW freiwillig entfernt oder auf staatliche Maßnahmen wartet, könnte einen Präzedenzfall für alle ausländischen Börsen schaffen, die einen Markteintritt in Ostafrika planen.





