Cardano-Gründer Charles Hoskinson: Ethereum war vor dem Merge “kaputt”

IN KÜRZE
  • Charles Hoskinson kritiserte jahrelang die Ethereum-Entwickler und sogar die ETH-Community.
  • Vor kurzem kam es zu einem heftigen Streit zwischen Hoskinson und den Ethereum-Entwicklern.
  • Ein Mitglied der Krypto-Community war Hoskinson "mangelndes Tatkgefühl" vor.
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Auf Twitter entfachte sich eine heftige Diskussion zwischen Ethereum-Core-Entwicklern und dem Cardano-Gründer Charles Hoskinson. Ein Mitglied der Krypto-Community warf Hoskinson “mangelndes Taktgefühl” vor.

Viele eingefleischte Mitglieder der Krypto-Community feiern den erfolgreichen Abschluss des Ethereum-Merge. Allerdings kritisiert der Ethereum- und Cardano-Mitbegründer Charles Hoskinson nach wie vor ETH und behauptet, der Merge sei notwendig gewesen, da Ethereum von Natur aus fehlerbehaftet sei.

In Reddit- und Twitter-Threads erklärte Charles Hoskinson, dass Ethereum auf einem kaputten Fundament gebaut ist und die Community hinter der Kryptowährung ebenfalls “kaputt” sei. Die Kernentwickler ignorierten angeblich in den letzten fünf Jahren vor dem Merge das Ouroboros-Protokoll als mögliche Lösung für die Kernprobleme von Ethereum. Bei dem Ouroboros-Protokoll handelt es sich um ein von Experten geprüftes Proof-of-Stake-Konsensprotokoll, welches die Cardano-Blockchain verwendet.

Hudson Jameson, ein ehemaliges Mitglied der Ethereum Foundation, kritisierte daraufhin Hoskinsons mangelndes Taktgefühl im Umgang mit Cardano-Konkurrenten wie Ethereum:

“Echte Führungspersönlichkeiten haben in der Regel mehr Feingefühl im Umgang mit ihren Konkurrenten.”

In einem weiteren Tweet schrieb Jameson über Hoskinson:

“Ethereum-Entwickler wollen sich wegen der Einstellung und den Taten von Hoskinson, der das Gesicht von Cardano ist, Cardano nicht ansehen.”

Der Konkurrenzkampf zwischen Cardano und Ethereum geht bis auf das Jahr 2014 zurück. Damals gründete Hoskinson ein Online-Bitcoin-Bildungsprojekt, bei dem er Vitalik Buterin kennenlernte und einer der Mitbegründer von Ethereum wurde. Hoskinson und Buterin gerieten später wegen unterschiedlicher Visionen für Ethereum aneinander. Hoskinson wollte ein gewinnorientiertes Blockchain-Ökosystem mit formaler Verwaltung schaffen, während Buterin eine Open-Source-Community mit dezentraler Verwaltung anstrebte. Innerhalb von sechs Monaten musste Hoskinson das Ethereum-Projekt verlassen. Nach Angaben des Web3-Investors Evan Ness war Hoskinson unbeliebt und leistete keine sinnvollen technischen Beiträge.

Später gründete Hoskinson Input Output Hong Kong, um eine Blockchain zu schaffen, die sich auf akademische, unternehmerische und staatliche Anwendungen konzentriert. Anschließend entstand die Kryptowährung Cardano.

Charles Hoskinson: Es wird Zeit, erwachsen zu werden

In einem Twitter-Thread mit neun Tweets schrieb Hoskinson, dass die Mitglieder rivalisierender Blockchain-Communitys endlich “erwachsen werden” sollen. Darüber hinaus wünscht sich Hoskinson einen offenen und fairen Diskurs über die unterschiedlichen Protokolldesigns. Ein Twitter-Mitglied bezeichnete Cardano zuvor als “Sekte, die einem bösen, soziopathischen, aber inkompetenten, pathologisch lügenden Gründer verpflichtet ist”. Außerdem bezeichnete der Twitter-Nutzer Hoskinson als jemand “der irgendwie über einen gestohlenen Erfolg gestolpert ist, aber jeden Moment im Gefängnis sitzen wird, wenn die Welt aufwacht”.

Der Cardano-Gründer merkte an, dass ein solches Verhalten der gesamten Krypto-Branche schadet.

Hoskinson erntete auch für seinen Ausstieg aus dem Ethereum Classic-Projekt (ETC) scharfe Kritik. Nachdem es 2016 zu einem Hack dieser Blockchain gekommen war, schlug Hoskinson vor, das ursprüngliche Modell von ETC beizubehalten. Das Treasury lehnte den Vorschlag jedoch ab und überarbeitete die Blockchain später. Daraufhin verließ Hoskinson das Projekt.

Hoskinson bezeichnete das Projekt daraufhin als “tot” und “ohne Team, Projekte, weshalb es keinen Grund gebe, auf diese Blockchain zu wechseln”.

Vitalik Buterin: Ethereum-Merge hätte früher stattfinden können

Nachdem der Merge abgeschlossen war, räumte der Ethereum-Experte Van Ness ein, dass dieser schon früher hätte stattfinden müssen. Vitalik Buterin stimmte dieser Aussage zu. Buterin zufolge wäre der Merge bereits 2018 in Form eines “chain-based Proof-of-Stake-Protokolls” möglich gewesen. Ein chain-based Proof-of-Stake-Protokoll verwendet einen Algorithmus, um zu entscheiden, wer Transaktionsblöcke zur Blockchain hinzufügen darf.

Rund eine Woche nach dem tatsächlichen Merge führte Cardano am 22. September 2022 die lang erwartete Vasil Hardfork durch.

Laut Hoskinson wird der Hard Fork das Wachstum dezentraler Anwendungen im Cardano-Ökosystem durch Verbesserungen an der Plutus-Skriptsprache beschleunigen. Hoskinson glaubt, dass Cardano erfolgreich sein kann, ohne Nutzer von Ethereum und Bitcoin abzuziehen:

“Die Massenakzeptanz hat noch nicht stattgefunden, und wir können auf Milliarden von Nutzern anwachsen, ohne einen einzigen von Bitcoin oder Ethereum abzugreifen. Wir müssen nur gut darin sein, reale Probleme zu lösen, und das war der Fokus unserer Community. Ich bin stolz auf sie, und es ist bemerkenswert zu sehen, wie viele Fortschritte wir alle gemacht haben.”

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