Die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) hat am 20. März häufig gestellte Fragen (FAQ) veröffentlicht, die die Behandlung von Kapitalabschlägen für Krypto-Vermögenswerte offiziell an das bestehende Rahmenwerk der Securities and Exchange Commission (SEC) anpassen.
Die neuen Hinweise erläutern, wie Futures Commission Merchants (FCMs) und Derivatives Clearing Organizations (DCOs) Krypto-Sicherheiten gemäß bestehenden Schreiben der CFTC handhaben sollen.
So funktionieren die neuen Haircuts
Die FAQ gibt an, dass FCMs, die eigene Positionen in Bitcoin (BTC) und Ether (ETH) halten, mindestens einen Kapitalabschlag von 20 % anwenden müssen.
Zahlungs-Stablecoins unterliegen einem Abschlag von 2 %. Beide Sätze entsprechen den Vorgaben der SEC Division of Trading and Markets für Broker-Dealer.
Die CFTC betonte, dass sie die Harmonisierung zwischen den Behörden als essenziell für die Festlegung dieser Sätze betrachtet. Zudem verweist die FAQ ausdrücklich auf die häufig gestellten Fragen der SEC zur Behandlung von Krypto-Vermögenswerten als Vorbild.
Dieser Schritt erfolgt nach einer schnellen Reihe gemeinsamer Maßnahmen. Am 17. März haben die SEC und die CFTC gemeinsam 16 Krypto-Vermögenswerte klassifiziert, darunter Solana (SOL), XRP und Cardano (ADA), die nun als digitale Commodities unter einer gemeinsamen Token-Taxonomie gelten.
Beide Behörden unterzeichneten am 11. März eine Absichtserklärung, mit der sie eine Joint Harmonization Initiative schaffen. Dies steht im Zusammenhang mit dem von CFTC-Vorsitzendem Michael Selig und SEC-Vorsitzendem Paul Atkins ins Leben gerufenen Project Crypto.
Bedeutung für die Derivatemärkte
Die FAQ bestätigt zudem, dass FCMs Krypto-Sicherheiten ihrer Kunden einsetzen dürfen, um Soll- oder Defizit-Salden auf Konten auszugleichen, sofern die jeweiligen Abschläge berücksichtigt werden.
Nur eigene Zahlungs-Stablecoins dürfen als Restzins in segregierten Konten verwendet werden; andere Krypto-Vermögenswerte wie BTC und ETH sind hierfür nicht zulässig.
„Vorsitzender Atkins und ich setzen uns dafür ein, ein regulatorisches Umfeld zu schaffen, das der Krypto-Industrie in den Vereinigten Staaten Wachstum ermöglicht und klare sowie nachvollziehbare Regeln vorgibt”, sagte CFTC-Vorsitzender Michael S. Selig
Die Grundlage für diese Vorgaben bildet die No-Action-Position aus dem CFTC Staff Letter 26-05, das auf eine Anfrage von Coinbase Financial Markets im Dezember 2025 zurückgeht.
Die No-Action-Position läuft aus, sobald die Kommission formale Vorschriften zur Behandlung von Sicherheiten in digitalen Vermögenswerten erlässt, einschließlich aller Maßnahmen im Rahmen des Guiding and Establishing National Innovation in U.S. Stablecoins Act (GENIUS Act).