Der Vorsitzende der Commodity Futures Trading Commission (CFTC), Michael Selig, sagte im US-Repräsentantenhaus, dass die Behörde jeden verfolgen werde, der Betrug oder Insiderhandel auf Prognosemärkten begeht — und zwar mit „allen Mitteln des Gesetzes“.
Selig sprach am Donnerstag vor dem Landwirtschaftsausschuss des Repräsentantenhauses, da die Behörde zunehmend unter Druck gerät. Grund ist das schnelle Wachstum von Plattformen für Event-Kontrakte und auffällige Handelsaktivitäten im Zusammenhang mit politischen Ankündigungen.
Prognosemärkte im Fokus der CFTC
Selig erklärte vor dem Ausschuss, dass der Commodity Exchange Act der CFTC „sehr weitreichende, exklusive Zuständigkeit“ für Derivate auf Rohstoffe verleiht.
Der Vorsitzende sagte außerdem, er habe von der früheren Regierung eine Welle selbst-zertifizierter Event-Kontrakte übernommen, wobei „die Schleusen wirklich geöffnet wurden“.
Die Behörde hat seitdem eine Vorabmitteilung zur geplanten Regelsetzung veröffentlicht, um klarere Standards für Prognosemarkt-Verträge einzuführen.
Selig beschrieb ein mehrschichtiges Kontrollsystem. Bestimmte Handelsmärkte fungieren als Selbstregulierungsorganisationen und bilden somit die erste Verteidigungslinie.
Die CFTC prüft jede selbst-zertifizierte Vertragseinreichung und behält sich das Recht vor, Listings abzulehnen. Die Behörde hat zudem mehrere Bundesstaaten verklagt, die versucht haben, auf lizenzierte Prognosemarkt-Betreiber Glücksspielgesetze anzuwenden.
Abgeordnete fragen nach 500-Millionen-USD-Öl-Handel
Abgeordneter McGovern sprach einen konkreten Vorfall vom 23. März an, bei dem jemand ungefähr 500 Millionen USD in Öl- und Aktien-Futures wenige Minuten vor einem Beitrag von US-Präsident Trump zur Waffenruhe auf Truth Social eingesetzt hatte.
Bei diesem Handel wurde auf sinkende Ölpreise und eine Rallye am Aktienmarkt spekuliert.
„Wir verfolgen eine Null-Toleranz-Politik, wenn es um Betrug, missbräuchliche Handelspraktiken und Manipulation geht, und jeder, der sich so verhält, wird mit allen Mitteln des Gesetzes zur Verantwortung gezogen“, sagte Selig, Vorsitzender der CFTC.
Selig lehnte es ab, eine laufende Untersuchung zu bestätigen oder zu verneinen, da dies laut ihm die Durchsetzung beeinträchtigen würde.
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CFTC und SEC: Krypto-Initiative und eigenständige Regulierung
Neben der Durchsetzung hob Selig die Rolle der Behörde bei der Entwicklung von Vorgaben für Kryptowährungen hervor. Die CFTC und die SEC haben im März ein Memorandum of Understanding unterzeichnet, um die Aufsicht über digitale Vermögenswerte, Stablecoins und tokenisierte Sicherheiten abzustimmen.
Selig sagte, dass die beiden Behörden „zu lange nicht gut zusammengearbeitet“ hätten und das Memorandum nun offene Kommunikation bei Überwachung und Regulierung ermögliche.
Das Ausschussmitglied Craig fragte Selig, ob er die Regelsetzung pausieren werde, solange er als einziger Kommissar der CFTC tätig sei. Selig lehnte dies ab.
Selig betonte gegenüber dem Ausschuss, dass Anlegerschutz und Marktsicherheit nicht warten könnten, bis weitere Kandidaten ernannt seien.
In den kommenden Wochen könnte sich zeigen, ob diese Haltung zu weiterer Kritik aus dem Kongress führt oder die Entwicklung eines Rahmens für Prognosemärkte beschleunigt, auf den die Branche wartet.
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