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US-Regierung klagt gegen Illinois: Streit um Kontrolle von Prognosemärkten

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Geschrieben und bearbeitet von
Lockridge Okoth

02 April 2026 16:36 CET
  • CFTC reicht erste Bundesklage gegen Illinois wegen Prognosemärkten ein
  • Illinois verschickt Unterlassungsanordnungen an Kalshi, Polymarket, Crypto.com, Robinhood
  • Die USA beantragen eine dauerhafte einstweilige Verfügung und die Feststellung, dass das Gesetz von Illinois verdrängt wird.
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Das US-Justizministerium (DOJ) und die US-Behörde Commodity Futures Trading Commission (CFTC) haben am 2. April 2026 den Bundesstaat Illinois verklagt. Sie fordern das Bundesgericht auf, Illinois dauerhaft daran zu hindern, Glücksspielgesetze auf Betreiber von Prognosemärkten anzuwenden, die als Designated Contract Markets (DCMs) lizenziert sind.

Die Klage mit dem Aktenzeichen 1:26-cv-03659 wurde beim Bundesgericht des nördlichen Bezirks von Illinois eingereicht. Beklagt werden der Bundesstaat selbst, Gouverneur J.B. Pritzker, Generalstaatsanwalt Kwame Raoul sowie fünf Verantwortliche des Illinois Gaming Board (IGB).

Das Vorab-Argument: Warum es entscheidend ist

Kern der Klage ist der Vorwurf, dass Bundesrecht das Landesrecht verdrängt. Die CFTC argumentiert, dass der Commodity Exchange Act (CEA), 7 U.S.C. § 2(a)(1)(A), der Behörde die alleinige Zuständigkeit für Swaps und Futures an bundesregulierten Börsen zuweist, worauf Illinois keinen Einfluss nehmen könne.

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Laut den Unterlagen reicht diese Befugnis des Kongresses bis zum Jahr 1974 zurück, als bewusst eine einheitliche Bundesregelung anstelle verschiedener einzelner Landesgesetze geschaffen wurde. Die CFTC meint daher, dass Maßnahmen von Illinois wieder ein unübersichtliches Patchwork schaffen würden. DCMs müssten dann Lizenzen in allen 50 Bundesstaaten beantragen und könnten ihren bundesweiten Auftrag, allen teilnahmeberechtigten Personen den Zugang zu ermöglichen, nicht erfüllen.

Die Klage wendet sich konkret gegen drei Gesetze, die nach Ansicht von DOJ und CFTC für DCMs nicht gelten dürfen: das Illinois Sports Wagering Act, die Glücksspielbestimmungen des Strafgesetzbuches von Illinois und das Illinois Gambling Act.

Auslöser der Klage: Was dahintersteckt

Das IGB verschickte Abmahnschreiben an vier CFTC-regulierte Anbieter. Diese wurden beschuldigt, ohne Lizenz nach Illinois-Recht Sportwetten angeboten zu haben. Kalshi, Crypto.com und Robinhood erhielten die Schreiben am 1. April 2025. Polymarket bekam das Schreiben am 27. Januar 2026.

In den IGB-Briefen wurde mit zivil- und strafrechtlichen Sanktionen gedroht, falls die Unternehmen weiterhin Event-Verträge an Einwohner von Illinois ohne IGB-Lizenz anbieten. Die CFTC ist der Ansicht, diese Einstufung sei rechtlich falsch. Event-Verträge, die als Swaps gestaltet sind, unterliegen dem CEA und nicht den Glücksspielgesetzen von Illinois.

Zum Zeitpunkt der Klage hatten mindestens acht CFTC-regulierte DCMs gemeinsam bereits über 3.000 Event-Verträge bei der Behörde selbstzertifiziert. Derzeit bestehen in den Vereinigten Staaten 25 aktive DCM-Lizenzen, darunter Kalshi, Polymarket und Crypto.com.

Geforderte Maßnahmen: Bedeutung im größeren Zusammenhang

Die Kläger fordern das Gericht auf, die drei strittigen Illinois-Gesetze für DCMs als verfassungswidrig zu erklären und Illinois sowie dessen Verantwortliche dauerhaft an jeglicher Durchsetzung zu hindern. Zudem verlangt die CFTC eine Erstattung der Anwaltskosten und weiterer Auslagen.

Die Klage erfolgt, während die CFTC aktuell daran arbeitet, ihre Regeln für Prognosemärkte zu klären. Die Behörde veröffentlichte am 12. März 2026 ein Informationsschreiben an DCMs. Am 16. März 2026 erschien eine Vorankündigung im Federal Register, mit der öffentliche Stellungnahmen zu Event-Verträgen eingeholt wurden.

Bis zum Zeitpunkt der Einreichung der Klage hatten die genannten Beklagten keine öffentliche Stellungnahme abgegeben. Der Fall wird zu einer direkten verfassungsrechtlichen Prüfung, ob Bundesstaaten noch Befugnisse haben, Glücksspielgesetze auf Börsen anzuwenden, die eine Lizenz nach Bundesrecht besitzen.

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