Die wichtigsten Finanzaufsichtsbehörden in China haben das bestehende Krypto-Verbot deutlich ausgeweitet. Diese Erweiterung richtet sich besonders gegen Stablecoin-Ausgaben und die Tokenisierung von realen Vermögenswerten.
Die gemeinsame Mitteilung wurde am 6. Februar von acht Behörden veröffentlicht, darunter auch die Volksbank von China und die China Securities Regulatory Commission. Diese Maßnahme ist die strengste Verschärfung der Kapital-Kontrollen seit dem Verbot von Bitcoin-Mining und -Handel im Jahr 2021.
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Die Aufsichtsbehörden erklärten, dass der jüngste Anstieg von Aktivitäten mit virtuellen Vermögenswerten eine direkte Bedrohung für Chinas Finanzstabilität und Währungshoheit ist.
Nach den neuen Regeln ist es ausländischen Unternehmen streng verboten, Stablecoin– oder Tokenisierungs-Dienste für Menschen in China anzubieten.
Noch wichtiger ist, dass das Vorgehen gegen das sogenannte „Offshore-Schlupfloch“ vorgeht. Jetzt ist es inländischen Firmen und ihren Auslandsniederlassungen verboten, digitale Währungen ohne ausdrückliche Genehmigung der Regierung herauszugeben.
Die Volksbank von China betonte, dass Stablecoins, besonders die, die an Fiat-Währungen gekoppelt sind, Eigenschaften von staatlichem Geld haben.
Deshalb sagen die Behörden, dass diese privaten digitalen Vermögenswerte die Fähigkeit des Staates schwächen, die Geldmenge zu kontrollieren. Außerdem umgehen diese Vermögenswerte oft strenge Geldwäsche-Regeln und kennen-ihre-Kunde-Prüfungen.
Konkret verbietet die Mitteilung jedem Unternehmen, Stablecoins, die an den Renminbi gebunden sind, im Ausland herauszugeben. Viele Fachleute sehen dies als Schutz für die e-CNY, Chinas offizielle digitale Zentralbankwährung.
SponsoredRWA-Tokenisierung im Fokus
Die Anweisung richtet sich zudem gegen den stark wachsenden Markt für die Tokenisierung von realen Vermögenswerten (RWA) im Wert von 24 Milliarden USD.
Die Aufsichtsbehörden stufen nicht genehmigte Tokenisierung, etwa die Aufteilung von Immobilien- oder Wertpapierbesitz, jetzt als „illegale öffentliche Wertpapierangebote“ und „unerlaubte Terminmarktgeschäfte“ ein.
„Tokenisierungs-Aktivitäten mit realen Vermögenswerten in China sowie damit verbundene Vermittlungs- und IT-Dienstleistungen, die verdächtigt werden, unerlaubte Token-Herausgaben, illegale öffentliche Wertpapierangebote, unerlaubten Wertpapier- und Terminhandel, illegale Kapitalbeschaffung und andere unzulässige Finanzaktivitäten zu umfassen, sollten verboten werden“, heißt es in der Mitteilung.
Allerdings lässt die Mitteilung einen engen Weg für Aktivitäten, die auf von der Regierung genehmigter Finanzinfrastruktur durchgeführt werden.
Wer trotzdem im Ausland tokenisieren will, muss zudem deutlich strengere Regeln befolgen und eine Zulassung in China erhalten.
Um diese Maßnahmen durchzusetzen, will die Zentralregierung ein gemeinsames System starten, bei dem lokale und nationale Behörden zusammenarbeiten.
Diese Zusammenarbeit soll verhindern, dass Firmen aus der Technik- und Finanzbranche Schlupflöcher in Nachbarländern nutzen. Diese Unternehmen haben oft andere Länder für Versuche mit blockchainbasierten Vermögenswerten genutzt, die nicht direkt von Peking kontrolliert werden.
Indem Peking sowohl Stablecoins als auch RWAs stärker reguliert, gibt die Regierung ein klares Zeichen: Die nächste Generation des digitalen Finanzsystems soll komplett in staatlich erlaubten und kontrollierten Systemen bleiben.