Der unabhängige Beirat von Coinbase für Quantencomputing und Blockchain hat sein erstes Positionspapier veröffentlicht. Dort warnt das Gremium, dass die Krypto-Branche sich bereits jetzt auf Gefahren durch Quantencomputer vorbereiten muss.
Im Beirat sind Forscher der Stanford University, UT Austin, der Ethereum Foundation, Eigen Labs, Bar-Ilan University und der UC Santa Barbara vertreten. Ihr Urteil ist eindeutig. Digitale Vermögenswerte sind heute sicher, doch irgendwann wird ein Quantencomputer gebaut werden, der die Kryptografie der Blockchain knacken kann.
Was das Coinbase-Papier herausfand
Das Papier zeigt, dass die größte Schwachstelle bei der Kryptografie auf Wallet-Ebene liegt. Digitale Signaturen, die den Besitz von Vermögenswerten beweisen, könnten eines Tages durch einen ausreichend leistungsfähigen Quantencomputer geknackt werden.
Bei Bitcoin (BTC) befinden sich schätzungsweise 6,9 Millionen BTC in Wallets, bei denen die Schlüsselinformationen auf der Blockchain öffentlich sichtbar sind.
Die Kerninfrastruktur von Bitcoin, wie Mining und Hashfunktionen, ist derzeit keiner bedeutenden Bedrohung durch Quantencomputer ausgesetzt. Allerdings gibt es bei Proof-of-Stake-Netzwerken wie Ethereum (ETH) zusätzliche Risiken durch die Validatoren-Signaturen.
Ethereum hat bereits eine eigene Post-Quantum-Roadmap für Upgrades auf Layer 1 veröffentlicht.
„Ihre Kryptowährung ist heute sicher. Doch ein Quantencomputer, der Blockchain-Kryptografie bedrohen kann, wird irgendwann gebaut, und die Branche muss sich jetzt vorbereiten, nicht erst, wenn es dringend ist”, erklärte Coinbase-CSO Phillip Martin .
Herausforderungen bei der Migration
Das US National Institute of Standards and Technology (NIST) hat bereits mehrere quantensichere kryptografische Verfahren standardisiert.
Grundlagen für die Migration sind vorhanden. Allerdings sind neue quantensichere Signaturen deutlich größer als bisherige, was sich auf Transaktionsgeschwindigkeit, Kosten und Speicher auswirkt.
Die Migration von Millionen Wallets in dezentralen Netzwerken erfordert, dass jeder Nutzer aktiv wird. Diese Koordinierung ist komplexer als alles, was klassische Finanzsysteme kennen.
Solana (SOL), Algorand (ALGO) und Aptos (APT) bieten bereits quantensichere Optionen an oder planen entsprechende Lösungen.
Das Papier benennt zudem eine schwierige Frage für jede Blockchain-Community. Wallets, die nie aktualisiert werden, etwa durch verlorene Schlüssel, inaktive Halter oder aufgegebene Konten, bleiben angreifbar.
Jedes Netzwerk muss daher entscheiden, ob diese Vermögenswerte eingefroren, gesperrt oder weiterhin gefährdet bleiben sollen.
Der Beirat empfiehlt, solche Entscheidungen möglichst bald zu treffen und öffentlich zu kommunizieren.
Coinbase betont, dass flexibel aufgebaute Systeme entwickelt werden, um neue kryptografische Standards schnell zu übernehmen. Zudem arbeitet das Unternehmen mit Infrastrukturpartnern an der technischen Vorbereitung von Upgrades.





