Geoffrey Kendrick von Standard Chartered sagt, dass der erste Bitcoin-Verkauf von MicroStrategy seit 2022 ein Hinweis darauf sein könnte, dass Ether beim Kurs künftig stärker abschneidet als Bitcoin, auch wenn der genannte Betrag nur einen sehr kleinen Teil des Bestands des Unternehmens ausmacht.
Der globale Leiter der Digital-Assets-Forschung der Bank argumentierte, dass der symbolische Bruch in MicroStrategys Haltung, niemals zu verkaufen, einen strukturellen Vorteil für Unternehmen mit Ethereum-Treasury offenlegt. Denn diese Firmen können Erträge durch Staking erzielen und benötigen keine sofortigen Verkäufe, um den Betrieb zu finanzieren.
MicroStrategys Bitcoin-Verkauf löst deutliche Reaktion aus
Strategy gab in einer Mitteilung am Montag bekannt, dass das Unternehmen in der letzten Maiwoche 32 Bitcoin verkauft hat. Dies entspricht nur einem geringen Teil der insgesamt 843.706 BTC in der Treasury. Der Erlös wurde genutzt, um Dividenden für Vorzugsaktien zu bezahlen.
Obwohl der Betrag etwa 2,5 Millionen USD betrug, durchbrach die Ankündigung ein lange bestehendes Narrativ, nach dem das Unternehmen niemals verkauft.
Bitcoin wurde am Dienstag für 67.875 USD gehandelt, was fast 5% weniger als 24 Stunden zuvor ist. Das Sentiment rund um den Verkauf durch MicroStrategy belastet weiterhin den Kurs.
Der Market Maker Wintermute berichtete, dass langfristige Fonds begonnen haben, Bitcoin über den OTC-Markt in Tranchen in der Nähe des aktuellen Kursniveaus zu kaufen, da sie den Rückgang als attraktiv auf einen Zeitraum von 18 Monaten sehen. Der Schreibtisch nennt 60.000 bis 65.000 USD als wichtige Unterstützung nach unten.
„Wir sehen, wie längerfristige Halter beginnen, über den OTC-Desk schrittweise in den Markt einzusteigen, ohne unbedingt das genaue Tief zu treffen – aber mit der Zuversicht, dass diese Niveaus auf Sicht von 18 Monaten attraktiv sind”, teilte der Market Maker mit.
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Genauso wie der Verkauf von MicroStrategy den Bitcoin-Kurs belastet, fällt auch die Aktie des Unternehmens, MSTR, und hat in zwei Sessions fast 10% nachgegeben.
Kendrick sieht Weg zur Outperformance von ETH
Kendrick stützt seine Einschätzung vor allem auf die Kursreaktion und nicht auf die Größe des Verkaufs. Er sieht darin einen grundlegenden Wechsel bei der relativen Entwicklung der beiden größten Kryptowährungen.
„Ich sehe den gestrigen Tag als Beginn der Outperformance von ETH gegenüber BTC.”
Er erwartet, dass der ETH-BTC-Quotient bis zum Jahresende von etwa 0,028 auf 0,040 steigt. Diese Einschätzung gelte auch, falls Strategy kurzfristig ein Vielfaches der verkauften Bitcoin zurückkaufen würde.
Seine langfristigen ETH-Kursziele bleiben 4.000 USD bis Ende 2026 und 40.000 USD bis 2030.
Der Montag war einer der Tage mit dem größten relativen Anstieg von ETH zu BTC an einem Tag mit rückläufigem Bitcoin seit Anfang 2024. Nur 23 größere relative Gewinne von Ether wurden in diesem Zeitraum verzeichnet.
„Tage wie gestern bilden wichtige Wendepunkte bei ETH-BTC.”
Staking-Vorteil verändert Treasury-Berechnung
Der Kern von Kendricks Argument liegt in einem Renditeabstand zwischen den beiden Anlageklassen. Ether-Halter, die ihre Token staken, erzielen rund 3%. Das nimmt Unternehmen mit Ethereum-Treasury den Druck, den Halter von Bitcoin zum Teil beim Verkauf verspüren.
MicroStrategy hat in diesem Zyklus einen kleinen Teil ihres Bitcoin-Bestands zu Geld gemacht, um Vorzugsdividenden zu zahlen, und damit die Lücke aufgezeigt. Die 32 BTC wurden laut Angaben zu einem Durchschnittspreis von etwa 77.135 USD pro Coin vor Gebühren bewegt.
Die Multiplikatoren des Nettovermögenswerts, auch mNAVs genannt, für BitMine und SharpLink sind kürzlich unter die von Strategy gefallen.
Kendrick erwartet, dass sich diese Lücke umkehrt, wenn die Staking-Rendite sich verzinst und Kapital zurück in ether-gestützte Treasurys fließt.
Die nächste Herausforderung wird sein, ob MicroStrategy mit einem Rückkauf reagiert, der die verkaufte Position übertrifft, und ob ETH-Treasury-Vehikel auch im zweiten Halbjahr höhere Aufschläge bei der Kapitalaufnahme verteidigen können.
Bis dahin bleibt das ETH-BTC-Verhältnis die klarste Orientierungshilfe für Kendricks Einschätzung.





