Nach “Bitcoin – Geld ohne Staat”, “Cryptocoins – Investieren in digitale Währungen” und “Die dezentrale Revolution” bringt Aaron Koenig in dieser Woche sein viertes Buch, “Krisenfest – das Handbuch der finanziellen Freiheit”, heraus.

Passend zum Bitcoin-Halving erschien auf BeInCrypto bereits ein Gastbeitrag von Aaron Koenig. Nun gab er uns ein exklusives Interview.

BeInCrypto: Das Bitcoin-Halving ist jetzt schon über zwei Monate her. Obwohl sich das Bitcoin-Angebot um die Hälfte verknappt hat, sehen wir nach wie vor keinen Preisanstieg. Im Gegensatz zu vielen Altcoins hat Bitcoin eher verhalten auf die Halbierung reagiert. Lässt der Preisanstieg nur auf sich warten, oder glaubst du dass diesmal alles anders kommt?

Aaron Koenig: Ich habe keinen Preisanstieg nach dem Halving erwartet. Es war ja von vornherein bekannt und keine Überraschung. Auch bei den letzten beiden Halvings 2012 und 2016 ist in den Monaten danach nicht viel passiert, erst mit einer Verzögerung von etwa einem halben Jahr ist der Kurs damals rapide gestiegen. Es gibt keine Garantie, dass sich das diesmal so wiederholt, aber ich halte es doch für sehr wahrscheinlich.

Zudem werden wir spätestens im Herbst die Folgen der völlig überzogenen Maßnahmen der Regierungen gegen die angebliche „Corona-Pandemie“ zu spüren bekommen. Ich rechne mit zahlreichen Insolvenzen von Unternehmen, einer massiven Rezession und wahrscheinlich sogar dem Kollaps des Finanzsystems. Wer in so einer Situation Bitcoins besitzt, kann sich glücklich preisen. Das wird sich auch auf den Kurs auswirken, viel mehr als das Halving.

Positiv durch die Krise

BeInCrypto: Am 23. Juli wird dein neues Buch Krisenfest erscheinen. Auf was darf sich der Leser einstellen?

Aaron Koenig: „Krisenfest“ ist ein positives Krisenbuch, das sich vor allem auf Lösungen fokussiert, wie man die zu erwartende Krise meistert. Kryptowährungen spielen dabei natürlich eine zentrale Rolle. Ich habe aber bewusst „Bitcoin“ oder „Krypto“ im Titel nicht erwähnt, um auch Menschen zu erreichen, die sich bisher dafür nicht interessiert haben.

Stattdessen liegt der Fokus auf Krisentipps und finanzieller Freiheit, was viel mehr Menschen ansprechen dürfte. Es ist also in gewisser Weise ein “trojanisches Pferd”, mit dem ich das Thema Bitcoin auch denjenigen näher bringen möchte, denen es bisher eher suspekt war. Ich schreibe aber natürlich auch über andere Dinge, etwa über Investments nach dem Prinzip der Wiener Schule der Volkswirtschaft, über Firmengründungen im Ausland, Steuersparmodelle und Ähnliches.

Das Schlusskapitel ist eine sehr optimistische Utopie, wie ich mir die Welt nach der Krise und dem Zusammenbruch des Finanzsystems vorstelle. Ich habe es „Imagine“ genannt, mit dem Schlusssatz: „You may say that I´m a dreamer, but I´m not the only one.“

Die Krise wäre auch ohne Corona eingetreten

BeInCrypto: Durch die langanhaltenden Corona-Maßnahmen scheint eine Wirtschaftskrise tatsächlich unausweichlich. Wie lautet deine Prognose über den Verlauf dieser Krise? Wie sieht das Best-Case- und das Worst-Case-Szenario aus?

Aaron Koenig: Die Krise wäre so oder so gekommen, denn die Ursache ist ja nicht Corona, sondern unser krankes, auf Schulden aufgebautes Geldsystem. Die idiotischen “Anti-Corona”-Maßnahmen der Regierungen zerstören die Existenzen vieler Menschen. Das wird wahrscheinlich dazu führen, dass eine weltweite Wirtschaftskrise etwas früher ausbricht als ohne Corona.

Manche sagen sogar, die Corona-Panik sei bewusst geschürt worden, um von den wahren Ursachen abzulenken und noch mehr Macht beim Staat zu konzentrieren. So weit würde ich jedoch nicht gehen, ich bin kein Freund von Verschwörungstheorien. Die eskalierende Dummheit der Menschen reicht meines Erachtens zur Erklärung der Lage völlig aus.

Das wäre das Worst-Case-Szenario: Unsere Freiheit geht verloren, Hyperinflation vernichtet die Ersparnisse der Menschen, unser schon halb-sozialistisches Wirtschaftssystem wird komplett verstaatlicht, es herrschen Bürgerkriegs-artige Verhältnisse. In diesem Szenario würden wir den Weg Venezuelas gehen – durch sozialistische Politik ist es vom reichsten Land Südamerikas zum Armenhaus geworden, in dem die Menschen hungern und jeder, der es schafft, ins Ausland flieht, obwohl Venezuela die größten Erdölreserven der Welt hat.

Das Best-Case-Szenario: Immer mehr Menschen wachen auf, vertrauen nicht länger den Bankern und Politikern, sondern nehmen ihr Leben selbst in die Hand. Das staatliche Geldmonopol bricht zusammen, Kryptowährungen setzen sich allgemein durch, echte Solidarität und freiwillige menschliche Gemeinschaften ersetzen die staatliche Zwangsfürsorge.

Expertenwissen für finanzielle Freiheit

BeInCrypto: Für einzelne Kapitel hast du Experten wie Christoph Heuermann, Steffen Krug und Bettina Falck ins Boot geholt. Das Vorwort stammt von Rahim Taghizadegan, einem der bekanntesten lebenden Vertreter der Wiener Schule. Kannst du uns etwas über die Zusammenarbeit mit deinen Mitautoren verraten?

Aaron Koenig: Ich kenne all diese Experten schon länger, bin mit ihrer Arbeit gut vertraut. Ich habe für das Buch noch ein paar tiefer gehende Interviews mit ihnen geführt, und ihnen natürlich meine Texte zum Gegenlesen gegeben. Über das Vorwort von Rahim bin ich besonders froh, er hat ja selbst großartige Bücher über Wirtschaft geschrieben, die für mich sehr wichtig waren.

Bei dem Krisenthema spielen viele verschiedene Aspekte eine Rolle, und da ich nicht der Experte für Alles sein kann, habe ich diesmal bewusst mit kompetenten Fachleuten zusammengearbeitet. Was ich ganz gut kann, ist Expertenwissen knapp und leicht verständlich zusammenzufassen, insofern haben wir uns da gut ergänzt. Ich denke, das ganze Projekt wird dadurch glaubwürdiger und nützlicher.

Auf der Website krisenfest.club kann man zusätzlich Videokurse und individuelle Beratung buchen, wobei auf der Website noch weitere Experten vertreten sein werden, nicht nur die drei aus dem Buch.

Wer finanziell frei werden will, muss seine Einstellung ändern

BeInCrypto: Im Untertitel wirbt Krisenfest damit, das Handbuch zur finanziellen Freiheit zu sein. Wenn du einen einzigen Ratschlag auswählen müsstest, mit dem man finanziell frei wird, wie würde er aussehen?

Aaron Koenig: Das ist in erster Linie die eigene Einstellung zum Geld. Wer Geld als etwas Schmutziges und reiche Leute als „Kapitalistenschweine“ ansieht, wird wohl sein Leben lang finanzielle Probleme haben. Geld ist positive Energie, ein Ausdruck der Wertschätzung anderer Menschen für die eigene Arbeit.

Um finanzielle Freiheit zu erreichen, sollte man zunächst seine Haltung zu Geld und Reichtum hinterfragen. Und etwaige negative Denkmuster auflösen, die einen blockieren. Mit dieser Thematik beschäftigt sich das Buch in einem eigenen Kapitel, in dem ich Methoden wie Millionaire´s Mind, Wealthy Mind und die Diamond-Cutter-Methode vorstelle.

Das heute dominierende Geldsystem hat natürlich viele Schwächen, die hoffentlich durch die Dezentralisierung behoben werden. Aber Geld an sich ist eine geniale Erfindung, die den Handel zwischen Menschen überhaupt erst möglich macht.

BeInCrypto: Vielen Dank für dieses Interview.