CryptoQuant-CEO warnt vor Ungleichgewicht bei der Bitcoin-Nachfrage

  • Ki Young Ju: Bitcoin-Rallye wird durch Futures, nicht durch Spot-Handel, angetrieben
  • Das Open Interest steigt, während die sichtbare Nachfrage auf der Blockchain weiterhin negativ bleibt.
  • Bärenmärkte enden erfahrungsgemäß, wenn die Nachfrage nach Spot- und Futures gemeinsam wieder steigt.
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Laut dem CryptoQuant-CEO Ki Young Ju wird die Erholung von Bitcoin gerade von Tradern mit Perpetual-Futures und nicht von organischen Spot-Käufern angetrieben. Die scheinbare Nachfrage auf der Blockchain bleibt trotz massiver ETF-Zuflüsse und institutioneller Akkumulation netto negativ.

Bitcoin (BTC) liegt aktuell bei etwa 77.500 USD, nachdem es nicht gelungen ist, die Marke von 80.000 USD nachhaltig zu überschreiten. Die Abweichung zwischen Positionierungen im Futures-Markt und realen Spot-Flows ist im April zum prägenden Merkmal geworden.

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Investoren setzen auf den Bitcoin-Kurs, kaufen aber nicht

Ki Young Ju teilte einen CryptoQuant-Chart, der das Wachstum bei der 30-Tage-Nachfrage nach Bitcoin am Spot- und Perpetual-Futures-Markt zeigt. Die lilafarbenen Futures-Balken haben sich im April 2026 wieder in den positiven Bereich bewegt.

Die grauen Balken für den Spot-Bereich bleiben jedoch den Großteil des Monats unter der Nulllinie. Das Wachstum der Spot-Nachfrage schrumpft also weiterhin über 30 Tage hinweg, obwohl sich der Kurs von Bitcoin erholt hat.

Diese Lücke ist wichtig, weil Positionen mit Perpetual-Futures mit Hebel eröffnet und ebenso schnell wieder aufgelöst werden können. Beim Spot-Kauf muss dagegen wirklich frisches Kapital zur Verfügung stehen, das das Angebot aufnimmt.

ETF-Zuflüsse und MicroStrategy-Käufe haben das Signal nicht gedreht

US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten ein Plus von 786 Millionen USD in ihrer stärksten wöchentlichen Zufluss seit Februar, und das Mitte April. Auch in der darauffolgenden Woche gab es Zuflüsse von 823 Millionen USD, wobei IBIT von BlackRock bei der Nachfrage vorn lag.

MicroStrategy, das von Michael Saylor geführte institutionelle Unternehmen, kaufte ebenfalls 34.164 BTC für 2,54 Milliarden USD in seinem drittgrößten Einzelkauf. Der Durchschnittspreis lag bei 74.395 USD pro Bitcoin, womit der Gesamtbestand auf 815.061 BTC stieg.

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Trotz beider Zuflüsse blieb die scheinbare Nachfrage auf der Blockchain im gesamten April netto negativ. Nach CryptoQuant-Daten lag die 30-Tage-Nachfrage Anfang des Monats bei etwa -87.600 BTC.

Diese Lücke zeigt, dass ETF- und Strategy-Käufe durch Verkäufe bestehender Halter und Miner nicht nur ausgeglichen, sondern sogar übertroffen werden.

Wann endet der Bärenmarkt?

Ki Young Ju verfolgt die Nachfragedynamik bei Bitcoin bereits seit Jahren. Er hatte die Cycle-Theorie für beendet erklärt und verwies auf den strukturellen Wechsel zwischen großen alten Haltern und neuen langfristigen Haltern.

Seine neueste Einschätzung deutet darauf hin, dass sich nachhaltige Tiefpunkte nur dann ausbilden, wenn Spot- und Futures-Nachfrage gleichzeitig anziehen. Eine Erholung, die nur von Futures getragen wird, führt in der Vergangenheit meist zu einem erneuten Rückgang, sobald gehebelte Positionen aufgelöst werden.

Die aktuelle Situation passt zu diesem Muster. Die Funding-Raten steigen, das Open Interest nimmt zu, aber das tatsächliche Kaufinteresse am Spot-Markt bleibt schwach.

Trader beobachten deshalb nun, ob die Spot-Nachfrage laut CryptoQuant in den kommenden Wochen ins Plus dreht. Ein solcher Umschwung würde anzeigen, dass wirklich neues Kapital endlich den Verkaufsdruck abfedert, der frühere Warnungen ausgelöst hatte.

Bleibt das Bild bestehen, dass Futures die Führung übernehmen, während die Spot-Nachfrage rot bleibt, gibt es ein bekanntes Risiko für die Rallye. Auch vergangene Zwischenerholungen im Jahr 2025 wurden so wieder aufgelöst — und zwar hauptsächlich durch Zwangsliquidationen und nicht durch neue Kapitalzuflüsse.


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Haftungsausschluss

Dieser Artikel zielt darauf ab, genaue und aktuelle Informationen zu liefern. Den Lesern wird jedoch empfohlen, die Fakten unabhängig zu überprüfen und einen Fachmann zu konsultieren, bevor sie auf der Grundlage dieses Inhalts Entscheidungen treffen.

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