Am Montag sind die Ölpreise weiter gestiegen, weil die festgefahrenen Friedensgespräche zwischen den USA und Iran die Angst vor anhaltenden Störungen bei der Versorgung mit Rohöl aus dem Nahen Osten erhöhen.
Da die Straße von Hormus praktisch geschlossen ist, hat Goldman Sachs seine Brent-Prognosen angehoben. Das Unternehmen warnt vor „extremen” Lagerbestandsrückgängen, da der globale Markt mit einem Angebotsschock zu kämpfen hat.
Goldman: Prognose für Brent-Preis im 4. Quartal steigt auf 90 USD
In einer Mitteilung am Montag haben die Analysten Daan Struyven und Yulia Zhestkova Grigsby vorhergesagt, dass der Brent-Ölpreis im 4. Quartal bei durchschnittlich 90 USD pro Barrel liegen wird. Das ist ein Anstieg um 12,5 % im Vergleich zur bisherigen Schätzung von 80 USD. Zudem hat Goldman Sachs auch die Prognosen für das zweite und dritte Quartal nach oben gesetzt.
Die neue Einschätzung erfolgt, weil die Angebotsprobleme zunehmen. Nach Schätzungen der Bank sorgen Produktionsverluste von 14,5 Millionen Barrel pro Tag aus dem Persischen Golf dafür, dass die globalen Öl Lagerbestände im April mit einer Rekordgeschwindigkeit von 11 bis 12 Millionen Barrel pro Tag schrumpfen.
Die Analysten warnen, dass „extreme Lagerbestandsrückgänge nicht dauerhaft” seien. Sie deuten an, dass ein noch stärkerer Nachfragerückgang notwendig werden könnte, falls die Angebotskrise anhält.
Goldman rechnet außerdem für das laufende Quartal mit einem Angebotsdefizit von 9,6 Millionen Barrel pro Tag. Im selben Zeitraum des Vorjahres gab es noch einen Überschuss.
„Wir gehen jetzt von einer Normalisierung der Exporte aus dem Golf bis Ende Juni aus, zuvor hatten wir Mitte Mai erwartet, und von einer langsameren Erholung der Produktion im Golf. Die wirtschaftlichen Risiken sind größer als unsere Basisprognose für Rohöl es allein vermuten lässt, da zusätzlich Chancen auf steigende Ölpreise, ungewöhnlich hohe Preise für raffinierte Produkte, Risiken von Produktknappheit und das beispiellose Ausmaß des Schocks bestehen”, so die Analysten.
Neue Analysen zeigen, dass selbst eine schnelle Öffnung der Straße den Rückgang der Öl-Lagerbestände an Land nicht verhindern würde. Das sorgt in der Energiebranche für zusätzliche Unsicherheit.
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Gleichzeitig stockten die diplomatischen Bemühungen am Wochenende, was die Unsicherheit verstärkt. US-Präsident Trump sagte eine geplante Reise nach Pakistan für die Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner ab.
Die Blockade der Straße von Hormus bleibt der zentrale Streitpunkt. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi ist am Montag zu Gesprächen mit Präsident Wladimir Putin nach Moskau gereist. Dieser Besuch verlängerte eine regionale Tour, die am Wochenende auch Pakistan und Oman umfasste.
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