Defiance ETFs hat einen vorläufigen Prospekt bei der SEC für den Defiance US AI Resilience ETF eingereicht. Dieser passiv verwaltete Fonds ist so konzipiert, dass er Unternehmen hält, die am wenigsten wahrscheinlich von künstlicher Intelligenz (KI) beeinträchtigt werden.
Die Einreichung, welche am Donnerstag erfolgte, zeigt Defiances neuesten thematischen Ansatz. Statt auf Gewinne durch KI zu setzen, verfolgt dieser Fonds eine gegenläufige Strategie. Ziel ist es, Unternehmen aus der traditionellen Wirtschaft auszuwählen, die wohl kaum von KI ersetzt werden.
Was der AI Resilience ETF enthält
Der ETF wird den VettaFi US AI Resilience Index abbilden. Dieser Index wählt etwa 50 US-Unternehmen mit hoher Marktkapitalisierung aus dem breiteren Aktienuniversum von VettaFi aus. Der Fokus liegt auf sogenannten „HALO“-Unternehmen, was „Heavy Asset, Low Obsolescence” bedeutet.
Das sind Unternehmen mit einer preisunelastischen Nachfrage, langlebiger physischer Infrastruktur und stabilen Einnahmequellen, die wenig von Automatisierung durch Arbeitskräfte betroffen sind.
Der Index legt den Schwerpunkt auf Konsumgüter, Energie, Gesundheitswesen, Industrie, Rohstoffe und Versorger. Die Anteile werden nach der um den Streubesitz bereinigten Marktkapitalisierung gewichtet, wobei ein Unternehmen maximal 3% ausmachen darf. Das Rebalancing erfolgt vierteljährlich.
Unter normalen Umständen wird der Fonds mindestens 80% des Nettovermögens in Unternehmen investieren, die diese KI-resistenten Merkmale erfüllen. Um den Index nachzubilden, kann entweder vollständige Replikation oder repräsentative Auswahl genutzt werden.
Die HALO-These hinter dem Fonds
Der ETF wird eingeführt, da auf dem US-Aktienmarkt das Interesse an HALO-Aktien weiter wächst. Goldman Sachs stellte diesen Ansatz Anfang 2026 vor.
Das Unternehmen stellte fest, dass kapitalintensive Firmen mit physischen Anlagen seit Anfang 2025 rund 35% besser abschnitten als kapitalleichte, digitale Wettbewerber.
Die Erklärung ist einfach: Stromnetze, Pipelines, Produktionskapazitäten und Transportinfrastrukturen sind teuer zu replizieren. Diese Bereiche sind für generative KI schwer erreichbar.
Softwareunternehmen haben dagegen ein wachsendes Risiko, von KI-Systemen verdrängt zu werden, da diese immer mehr Aufgaben automatisieren können.
Defiance, das mehr als 8 Milliarden USD an Assets verwaltet, bietet bereits thematische Fonds zu Quantencomputing, KI-Energienetzen und Drohnenautomatisierung an.
Der Quantum Computing ETF (QTUM) von Defiance hat vor Kurzem 4 Milliarden USD an verwaltetem Vermögen überschritten und eine 5-Sterne-Bewertung von Morningstar erhalten. Der AI Resilience ETF erweitert das Angebot auf eine konträre Richtung.
Wichtige Details und das weitere Vorgehen
Der Prospekt ist weiterhin vorläufig. Ein Tickersymbol steht noch nicht fest, und die Verwaltungsgebühren sind bislang Platzhalter. Der Fonds wird an der Nasdaq gehandelt werden, sobald die Einreichung gültig ist. Das dauert in der Regel etwa 75 Tage.
Zu den wichtigsten Risiken zählen Zinssensitivität bei kapitalintensiven Investitionen sowie die Branchenkonzentration auf Konsumgüter und Industrie.
Penserra Capital Management wird über eine Subberatungsvereinbarung das tägliche Portfoliomanagement übernehmen.
Die verantwortlichen Portfoliomanager sind Dustin Lewellyn, Ernesto Tong und Christine Johanson, alle von Penserra.
Die Einreichung ist auf SEC EDGAR einsehbar unter ETF Series Solutions. Da sich 2026 alles um KI dreht, setzt Defiance auf Investoren, die auch einen Schutz gegen die Risiken dieses Trends nachfragen.





