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Dezentrale Musik-Apps: Faire Bezahlung für neue Musiker und Produzenten?

2 min
Aktualisiert von Julian Brandalise
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IN KÜRZE

  • Dezentrale Musik-Services stellen eine faire Alternative zu den aktuellen Anbietern dar.
  • Streaming-Einnahmen bei Größen wie Spotify gehen zum größten Teil an die großen Musiklabels.
  • Der dezentrale Anbieter Audius gibt 90% der Einnahmen direkt an die Künstler weiter.
  • promo

Mit den heutigen Technologien haben auch unbekanntere Künstler die Möglichkeit weltweit bekannt zu werden. Allerdings liegt die Entlohnung in der Musik-Branche noch immer in den Händen der Großkonzerne. Doch das könnte sich in Zukunft ändern.

Stell dir vor, du bist ein Musiker, der seine Musik über das Internet in die Welt bringen möchte. Heutzutage ist es einfach geworden, dir auch ohne ein Label einen Zugang zu den größten Musik-Plattformen wie Spotify, Apple Music oder Amazon Music zu verschaffen. Das Problem ist jedoch, dass die Streaming-Einnahmen bei Größen wie Spotify zum größten Teil an die großen Musiklabels wie Sony BMG, Universal Music oder die Warner Group gehen.

Spotify, aktuell der größte Musik-Streaming-Anbieter der Welt, bezahlt Künstler auf der Grundlage ihres “Marktanteils“. Also basierend auf dem Verhältnis der eigenen Streams zu den insgesamt gestreamten Songs auf der Plattform. Dieses Verhältnis ist klar zum Vorteil der großen Labels, da sie die meisten Rechte der größten Künstler verwalten. 

90% der Einnahmen für den Künstler

Laut Music Business Worldwide scheint die Dominanz der Major Labels auf Spotify allerdings immer mehr abzunehmen. Durch die zugänglichen Technologien kommen immer mehr unabhängige Künstler dazu.

Schaut man allerdings auf die Entlohnung, fragt man sich, ob diese Künstler nicht auf einer anderen Platform besser aufgehoben wären. Die dezentrale und auf der Blockchain-Technologie basierende Musik-Plattform Audius zahlt den Nutzern laut Omari MC nämlich ungefähr 0.35 USD pro Stream aus, im Gegensatz zu verschwindend geringen 0.00437 USD bei Spotify.

Das Unternehmen Audius möchte die Mittelsmänner eliminieren und gibt laut einem Tweet 90% der Streaming-Einnahmen an die Musiker weiter. Die restlichen 10% werden genutzt, um Nodes zu betreiben, die das Netzwerk stützen.

Sind dezentrale Musik-Apps die Zukunft?

Audius will also das Protokoll der Zukunft sein, um Künstler und Fans direkt zusammenzubringen. Mit dem AUDIO Token ist die Plattform praktisch in den Händen der Nutzer. Außerdem bekommen sie durch das Staking der Token einen Teil der Netzwerkgebühren und erhalten zusätzliche Stimmrechte.

Bis jetzt bedient der Dienst zwar nur 2% der weltweiten Hörer, aber er bleibt weiterhin ein Vorreiter, wenn es um die Veränderung der Musikindustrie zugunsten der Künstler geht. Das Rolling Stone Magazin hat Audius aus diesem Grund sogar als “Spotify Rivalen” bezeichnet. Einen weiteren Wachstumsschub hat das Unternehmen außerdem vor kurzem bekommen, als im August 2021 auf Twitter eine Funktion zum Teilen von Inhalten an die Video-Plattform TikTok verkündigt wurde. 

Der Konkurrent Vezt, über den BeInCrypto im September 2021 berichtete, ist seit Mai scheinbar nicht mehr aktiv. Die Kryptowährung ruht mittlerweile und die App hat schlechte Bewertungen. Der Mitstreiter Catalog ist noch in der Beta-Phase und konzentriert sich auf die Entlohnung von Künstlern über NFTs. Opus, eine weitere dezentrale Musik-Plattform, scheint auch noch in den Kinderschuhen zu stecken und das Projekt Musicoin befindet sich zurzeit in einem Relaunch.

Auch wenn die Entwicklung also noch am Anfang steht, bleibt es spannend zu beobachten, wann und wie sich die Industrie verändern wird.

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David Noetzel
David lebt auf der Kanareninsel La Palma und arbeitet seit fast 15 Jahren als selbständiger Grafikdesigner. Nebenbei macht er elektronische Musik und hat unter dem Namen Hickup ein paar Songs bei verschiedenen Labels veröffentlicht. Seit 2020 engagiert er sich auch im Krypto-Bereich.
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