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“Die einzige Garantie in Krypto ist das Risiko” – Belgien verschärft Regeln

3 min
Aktualisiert von BeInCrypto Team
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IN KÜRZE

  • Die belgische Finanzmarktaufsicht wird ein neues Regelwerk für den Bereich Krypto erlassen.
  • Am 17. Mai 2023 soll das Gesetz in Kraft treten, um die VerbraucherInnen vor Betrugsversuchen zu schützen.
  • Neben neuen Krypto-Werberegeln plant die Behörde außerdem ein Bildungsprogramm zu virtuellen Währungen.
  • promo

Die belgische Finanzaufsichtsbehörde (FSMA) hat neue Regeln für die Werbung von Kryptowährungen eingeführt. Ab sofort müssen alle Werbeanzeigen für Krypto eine klare Warnung vor den Risiken enthalten.

Um den Verbraucherschutz zu stärken und die zunehmende Zahl von betrügerischen Krypto-Unternehmen zu bekämpfen, ergriff die Regulierungsbehörde am Montag konkrete Maßnahmen. Die neuen Vorschriften verlangen, dass Anzeigen korrekt und nicht irreführend sind, obligatorische Risikoinformationen enthalten und in verständlicher Sprache verfasst sind.

Demnach müssen alle Werbeanzeigen die Warnung: „Virtuelle Währungen, reale Risiken. Die einzige Garantie in Krypto ist das Risiko“ enthalten.

“In zwei Monaten treten die neuen Regeln zur Werbung für virtuelle Währungen in Kraft”, so der Tweet der belgischen Financial Services and Markets Authority (FSMA).

Betrügerische Krypto Unternehmen im Visier

Die Regulierungsbehörde hat die neuen Regeln eingeführt, um die wachsende Zahl von betrügerischen Unternehmen aus dem Sektor “Krypto” zu bekämpfen. Denn in den letzten Jahren fiel eine Vielzahl von Betrugsfällen auf, die ahnungslose VerbraucherInnen um ihr Geld brachten.

Weltweit erreichten die Verluste durch Krypto- und DeFi-Betrug im Jahr 2022 satte 3,9 Mrd. US-Dollar, wie wir hier berichteten.

Dabei betrieben die BetrügerInnen oft irreführende Werbung, um die Opfer dazu zu bringen, in ihre Unternehmen zu investieren. Der Warnhinweis soll die belgischen EinwohnerInnen in Zukunft auf die Risiken aufmerksam machen, die mit der Investition in Kryptowährungen verbunden sind.

Darüber hinaus sind Massenmedienkampagnen für Krypto mindestens zehn Tage im Voraus bei der belgischen Behörde anzumelden.

Durch die neuen Regeln will die FSMA sicherstellen, dass Krypto-Unternehmen in Belgien fair und transparent werben und dass VerbraucherInnen nicht mehr Opfer von Betrug werden.

Unternehmen, die sich nicht an die Vorschriften halten, können mit hohen Geldstrafen und anderen Sanktionen rechnen.

Mit Bildung gegen Betrug durch Krypto

Zusätzlich zu ihrer neuen Aufsichtsbefugnis investiert die FSMA auch in die Bereitstellung von mehr finanzieller Bildung über virtuelle Währungen.

„Einige Verbraucher wollen durch den Handel mit virtuellen Währungen schnell Geld verdienen. Dies ist mit großen Risiken verbunden. Um die Verbraucher besser zu schützen, erhöht die FSMA das Tempo in den Bereichen Aufsicht und Finanzerziehung“

Jean-Paul Servais, Vorsitzender der FSMA

Teil der Bildungskampagne ist eine Serie von vier Lehrvideos zum Thema Krypto, die diese Woche anlässlich der Money Week von mehreren Bundesministern im Finanzbildungszentrum “Wikifin Lab” vorgestellt werden. Dieses Format soll vor allem junge Menschen ansprechen.

Außerdem stellt die FSMA ein Informationsblatt zu virtuellen Währungen für LehrerInnen zur Verfügung. In Kombination mit der Videoreihe und einem Quiz für SchülerInnen entsteht so ein komplettes Unterrichtspaket.

Die Finanzbehörde arbeitet auch an einem neuen Spielmodul für das Wikifin Lab, um Jugendliche für die Risiken virtueller Währungen zu sensibilisieren. Ein erster Entwurf des neuen Moduls wird derzeit getestet und soll zu Beginn des nächsten Schuljahres starten.

Übrigens gab die amerikanische Organisation CARU (Children’s Advertising Review Unit) im letzten August ebenfalls Warnhinweise zur Einhaltung von Werbevorschriften heraus. Auf Kinder ausgerichtete Werbung in virtuellen Räumen soll demnach als solche deutlich erkennbar und entsprechend verständlich sein. Nähers dazu findest du hier im dazugehörigen Artikel.

Ehemaliger belgischer Finanzminister vergleicht Krypto mit Drogen

Während die belgische Finanzbehörde gegen grassierende Krypto-Werbung vorgeht und durch Bildung Aufklärungsarbeit leistet, provoziert der ehemalige Finanzminister (2014 – 2018) Johan Van Overtveldt auf Twitter. Als Mitglied des Europäischen Parlaments seit 2019 spricht sich Van Overtveldt für ein striktes Verbot von Kryptowährungen im Zuge der aktuellen Bankenunruhen aus.

“Setzen Sie ein striktes Verbot von Kryptowährungen durch. Spekulationsgift und kein wirtschaftlicher oder sozialer Mehrwert. Wenn eine Regierung Drogen verbietet, sollte sie auch Kryptos verbieten”

Johan Van Overveldt via Twitter

Darauf reagierte PlanB höchstpersönlich:

Ich denke, die Lektion, die wir aus der aktuellen Bankenaufregung (und der vorherigen im Jahr 2008) lernen können, ist, dass die (Zentral-)Banken nicht wirklich wissen, was sie mit QE* machen, und absolut keine Ahnung haben, was Bitcoin ist.

Die Reaktion von PlanB via Twitter

*QE: Quantitative Easing = Quantitative Lockerung: Bezeichnet eine unkonventionelle Form der Ausweitung der Geldbasis (expansive Geldpolitik).

Dabei verweist er auf ein Zitat des französischen Militär-Strategen “Marshal Ferdinand Foch”, der 1911 behauptete, dass Flugzeuge interessante Spielzeuge seien, aber keinen militärischen Wert hätten. So spielt PlanB auf die teilweise fehlerhafte Einschätzung von Experten an.

Foch Zitat Flugzeuge
Aus dem Tweet von PlanB

Was sagst du zu den Planungen der belgischen Regierung und der provokanten Aussage Van Overveldts? Diskutiere mit Gleichgesinnten und tausche dich in unserer Telegram-Gruppe über die neuesten Entwicklungen im Krypto-Space aus.

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