Dr. Michael Gebert: Interview Teil I

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IN KÜRZE
  • Dr. Michael Gebert ist Geschäftsführer der CrowdSourcing Association, Gründungsmitglied des deutschen CrowdFunding Netzwerkes und Vorsitzender der European Blockchain Association im Interview.

  • Über Regulierungen und Potenziale...

  • Und die europäische Blockchain Branche.

  • promo

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BeInCrypto ist Partner der European Blockchain Association (EBA) und der HK Blockchainweek. Im Zuge dessen konnten wir mit einem Panelisten der HK Blockchainweek, Dr. Michael Gebert, sprechen.



Dr. Michael Gebert ist Geschäftsführer der CrowdSourcing Association, Gründungsmitglied des deutschen CrowdFunding Netzwerkes und Vorsitzender der European Blockchain Association. Er ist als Berater für die EU-Kommission (CrowdFunding Interest Group) in Brüssel tätig. Außerdem wurde er als Mitglied für die TAB-Supportgruppe „Digital Work“ des Deutschen Bundestages nominiert.

Dr. Michael Gebert ist Geschäftsführer der CrowdSourcing Association, Gründungsmitglied des deutschen CrowdFunding Netzwerkes und Vorsitzender der European Blockchain Association. Er ist als Berater für die EU-Kommission (CrowdFunding Interest Group) in Brüssel tätig. Außerdem wurde er als Mitglied für die TAB-Supportgruppe „Digital Work“ des Deutschen Bundestages nominiert.



Dr. Gebert ist ein leidenschaftlicher Zukunftsforscher und war über 25 Jahre als Unternehmer tätig. Dank unserer Kooperation mit der „Hong Kong Blockchain Week“ hatten wir die exklusive Möglichkeit ihn zu interviewen. Er ist mit vielen einflussreichen Persönlichkeiten innerhalb der EU vernetzt und besitzt zahlreiche Erfahrungswerte und teilte uns seine einzigartigen Ansichten mit.

EU-Regulierungen

Daniel Ramirez-Escudero: In der EU zeichnet sich langsam ein Trend bezüglicher der Regulierungen ab. Mit der Absicht, die Souveränität der Staaten und die Verbraucher zu schützen, schlugen die Finanzminister von Italien, Frankreich, Holland und Deutschland der Europäischen Kommission vor, einen strengen Regulierungsentwurf für die sogenannten „Asset-Backed-Cryptocurrencies“, wie beispielsweise Stablecoins, zu verabschieden. Welche Ansicht hat die „Blockchain European Community“ bzgl. dieser Regulierung? 

Dr. Michael Gebert: Wir erachten es als einen guten Schritt in die richtige Richtung, dass es nun so etwas wie eine „Regulierung“ gibt. Es ist ja noch nicht eine tatsächliche Regulierung, sondern ein grober Rahmen. Da wir jetzt einen groben Überblick haben, können sich vor allem die großen Marktteilnehmer auf die kommenden Rechtsabläufe einstellen.

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Ob das alles nun insgesamt gut oder schlecht für den Kryptomarkt ist, wird sich nach weiteren kritischen Auseinandersetzungen mit dem Thema herausstellen. Zwei Vorteile gibt es allerdings definitiv: Für alle europäischen Finanzministerien entsteht ein gemeinsamer Rechtsrahmen. Außerdem zeigt dies, dass die EU-Kommission das Thema sehr ernst nimmt.

Dass der Rechtsrahmen trotz der Komplexität des Verwaltungsapparats der Europäischen Union so schnell erstellt werden konnte, ist erstaunlich.

In unseren Augen ist dies ein gewaltiger Fortschritt und ein echter Sieg für die Dezentralisierung. Die zentrale Kommission aus Brüssel hat das Potenzial der Blockchain verstanden. Sie bereitet sich darauf vor, das Thema in dieser neuen Ära zu vertiefen und das angesammelte Wissen in die Entscheidungen für die Regulierung mit einfließen zu lassen.

Neue Aufsichtsbehörden in der EU

Daniel Ramirez-Escudero: Bald sollen eine neue Art von Aufsichtsbehörde in der EU für Kryptowährungen etabliert werden. Glauben Sie, dass das Konglomerat von nationalen und internationalen Aufsichtsbehörden die nötigen Kenntnisse und Fähigkeiten besitzen, um mit den schnell wachsenden Kryptowährungsmarkt mitzuhalten?

Dr. Michael Gebert: Unsere Organisation hat bei dem Entstehungsprozess mitgewirkt. Anfangs waren wir besonders kritisch, einerseits wegen des damalig vorherrschenden Wissensstand, aber auch wegen des hohen Einflusses von Lobbygruppen aus der klassischen Bankenbranche. 

Die großen Player haben natürlich durch ihr Lobbynetzwerk nach wie vor viel Macht und Einfluss. Doch sie haben eingesehen, dass der Wandel unaufhaltsam ist. Die Qualität des Wissens konnte sich deswegen, auch in diesem Sektor, in den vergangenen Jahren deutlich verbessern.

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Die innerhalb der EU-Kommission zuständigen Expertengremien lassen viele verschiedene Ansätze in die Beratung bzw. Kommentierung in die Ergebnisse der Papers mit einfließen, da es viele Experten aus allerlei Ländern und mit unterschiedlichem Hintergrund gibt. Das spricht dafür, dass die gemeinsame Erörterung von wichtigen Erkenntnissen und Fachwissen -theoretisch- gut gemacht wurde. 

Am Ende eines solchen Prozesses wird das gesammelte Wissen in einem Entscheidungspapier allen EU-Minister zur Verfügung gestellt. Die Politiker müssen nun darüber diskutieren. Da sie unterschiedliche politische Ansätze vertreten, wird es ab diesem Punkt kompliziert. Einige sind eher rechts, andere eher links eingestellt usw….

Ehrlicherweise ist die derzeitige Regelung eher suboptimal, aber als erster Gesamtansatz für die künftige Strategieplanung ist sie ein wichtiger Schritt. Auch wenn die Entscheidungsträger selbst am Ende – wie immer – keine wirklich tiefgreifendes Fachwissen besitzen, habe ich die für sie bereitgestellten Unterlagen eingesehen. Diese zeigen, dass bereits ausgezeichnete Fachkenntnisse zu den relevanten Themen existieren.

Regulierung schafft Möglichkeiten

Daniel Ramirez-Escudero: Sind sie der Meinung, dass eine „weiche“ Regulierung der europäische Blockchain-Branche Vorteile verschaffen wird oder diese eher ausbremst?

Dr. Michael Gebert: Die Branche und das Tätigkeitsfeld innerhalb des Blockchain-Ökosystems sind entscheidend.

Blockchain-Unternehmen, die sich auf die Logistikbranche innerhalb der EU spezialisieren, würden beispielsweise enorm davon profitieren. Die Unternehmen hätten damit eindeutige verbindliche Richtlinien und könnten nun ihre Tätigkeiten dementsprechend ausrichten. Asiatische Firmen haben ein großes Interesse an den Innovationen in diesem Sektor. Die Verordnungen könnten diesbezüglich eine entscheidende Rolle spielen.

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Innerhalb der Finanzbranche können noch nicht alle Investoren gleichermaßen profitieren, da die meisten Kryptowährungen noch kein Triple-A-Rating haben. Risikoreiche Investoren stehen noch vor Hürden, was den traditionellen Anlegern einen Vorteil verschafft.

Wir sind mit einem Investmentunternehmen im Gespräch, das unter Einhaltung besonders strenger Vorgaben Milliarden von Euro managed. Das Unternehmen verlautbarte, dass es mit einem neuen und sicheren Regelwerk sofort einen bestimmten Anteil in kryptografische Assets investieren würde. Hierbei würde es sich um ca. 300-400 Millionen Euro handeln, die das Unternehmen sofort investieren könne. Es gibt bestimmt noch 20 oder 30 andere Unternehmen, die das Gleiche tun würden. Das wäre für jeden Beteiligten der Branche natürlich sehr erfreulich.

Der zweite Teil des Interviews mit Dr. Geber folgt!

Auf Englisch geschrieben von Daniel Ramirez-Escudero, übersetzt von Maximilian Mußner.

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