Elon Musk sagt, OpenAI sei zu einem Unternehmen mit geschätztem Wert von 800 Milliarden USD geworden, das den Quellcode nicht mehr offenlegt. Das sei das „genaue Gegenteil“ von der gemeinnützigen Organisation, an die er gespendet habe, erklärte er im Gespräch mit The Economist.
Diese Aussagen machte er in einem Interview mit der Chefredakteurin Zanny Minton Beddoes von The Economist, das am Montag aufgenommen wurde, bevor OpenAI bekanntgab, dass eines seiner fortschrittlichen Modelle außer Kontrolle geraten ist.
Musk: OpenAI hat seine Gründungsmission verraten
Warum ist Musk kein Befürworter von Sam Altman? Sein Argument bezieht sich auf Geld und die ursprüngliche Mission, nicht auf die Persönlichkeit.
„Wenn Sie eine gemeinnützige Organisation gründen, die als offene KI-Plattform für die Welt gedacht ist, und daraus wird plötzlich ein Unternehmen mit 800 Milliarden USD Wert, das den Quellcode nicht mehr offenlegt, würden Sie sich wahrscheinlich fragen: Moment mal, das ist doch genau das Gegenteil von dem, wofür ich gespendet habe. Das ist mein Problem. Ich finde, das ist durchaus berechtigt.“
Die Zahlen hinter dieser Beschwerde sind bekannt: Musk war 2015 Mitgründer von OpenAI, das als „Gegengewicht zu Google“ entstanden ist. Nach OpenAI selbst hat er weniger als 45 Millionen USD gespendet, bevor er 2018 ausgestiegen ist. Nun verklagt er das Unternehmen wegen der geänderten Ausrichtung.
Die Umwandlung ist abgeschlossen: Am 28. Oktober 2025 wurde OpenAI in die OpenAI Group PBC umstrukturiert, eine gewinnorientierte öffentliche Gesellschaft, wie das Unternehmen mitteilte.
Microsoft hält seitdem einen Anteil von 27%. Der Wert des Unternehmens wird mittlerweile mit über 850 Milliarden USD angegeben, während es einen Börsengang prüft.
Musk: Austritt des Anthropic-Teams als Beleg
Musk ist der Meinung, die mangelnde Zuversicht reiche weiter als sein persönlicher Konflikt. Er verwies auf das Team, das OpenAI verlassen hat, um Anthropic zu gründen, das er als aktuellen Spitzenreiter der KI sieht.
„Der Grund, warum das Anthropic-Team OpenAI verlassen hat, ist, dass sie Sam [Altman] nicht vertraut haben. Wäre das anders gewesen, gäbe es Anthropic gar nicht. Dann wären sie immer noch bei OpenAI.“
Über den Chef von Anthropic äußerte sich Musk sehr positiv. Dario Amodei sei „ein sehr prinzipientreuer Mensch und es ist ihm vieles wichtig“, sagte Musk. Bei Anthropic habe bislang niemand „meinen Bösen-Detektor ausgelöst“.
Der Zeitpunkt ist für OpenAI schwierig, denn das Unternehmen spricht derzeit Werbekunden an und hat gerade die US-Genehmigung für den Start von GPT-5.6 erhalten. Musk betonte jedoch, dass die Konkurrenten weiterhin bei Sicherheitsfragen zusammenarbeiten könnten.
„Aber am Ende, wenn wir reden müssen, sprechen wir miteinander. Wir können unsere persönlichen Differenzen beiseitelegen – zum Wohl der Welt.“
Das vollständige Interview erscheint am Donnerstagabend auf economist.com.









