Die Ethereum Foundation richtet ihren Fokus stärker auf das, was sie als „echtes DeFi“ bezeichnet. Sie entfernt sich damit von Finanz-Apps, die zu sehr auf zentrale Kontrolle setzen oder dem klassischen Finanzsystem ähneln.
Stattdessen möchte Ethereum Systeme bevorzugen, denen Nutzer vertrauen können, ohne Unternehmen, Vermittler oder Gründer zu benötigen.
Ethereum wird immer dezentraler – was bedeutet das für dich?
Vitalik Buterin erklärt, dass DeFi ein zentraler Teil von Ethereums Mission ist, da es Menschen die direkte Kontrolle über ihr Geld gibt.
„Wir haben eine klare Vorstellung, wie DeFi sein sollte: erlaubnisfrei, quelloffen, privat, sicher und weltweit“, schrieb er auf X.
Damit verändert sich der Ton. Ethereum unterstützt nicht mehr einfach nur DeFi allgemein, sondern legt nun fest, was wirklich dezentrale Finanzen sind.
Im Kern geht es bei diesem Wechsel darum, versteckte Kontrollpunkte zu entfernen. Viele DeFi-Plattformen hängen weiterhin von Admin-Keys, Multisig-Wallets oder zentraler Infrastruktur ab. Entwickler können damit Systeme ändern oder pausieren.
Solche Möglichkeiten helfen, Risiken zu steuern, schaffen aber auch neue Vertrauensabhängigkeiten.
Ethereum möchte, dass DeFi-Protokolle den sogenannten „Walkaway-Test“ bestehen. Das bedeutet: Das System soll auch dann weiter funktionieren, wenn die ursprünglichen Entwickler verschwinden oder keinen Zugriff mehr haben.
Einfach gesagt: Nutzer dürfen nicht davon abhängig sein, dass eine Person oder ein Unternehmen das System am Laufen hält.
Die Ethereum Foundation legt zudem Wert auf Privatsphäre, Sicherheit und klarere technische Standards. Privatsphäre schützt Nutzer davor, ihre Finanzdaten preiszugeben.
Bessere Sicherheit verhindert Hacks. Klare Standards erleichtern es, Protokollen zu vertrauen und sie zu nutzen.
Dieser Wandel findet statt, während immer mehr institutionelle Investoren und Unternehmen DeFi-Lösungen auf Ethereum testen. Banken, Vermögensverwalter und Fintechs schauen sich verstärkt Ethereum-basierte Finanzanwendungen an.
Allerdings will die Foundation sicherstellen, dass das finanzielle System von Ethereum weiterhin offen und dezentral bleibt, während es wächst.
„Wir wollen Protokolle, die den Menschen maximale Kontrolle über ihre eigenen Vermögenswerte geben und zentrale Engpässe möglichst vermeiden“, sagte Buterin.
Am Ende möchte das Netzwerk sicherstellen, dass das eigene Finanzsystem unabhängig bleibt und von den Nutzern selbst gesteuert wird.
Ethereum will also nicht nur klassische Finanzen auf die Blockchain bringen. Die Chain soll vielmehr das Finanzsystem komplett neu aufbauen, damit es ohne vertrauenswürdige Vermittler funktioniert.