Die Ausstiegs-Warteschlange für Ethereum-Validatoren stieg am 3. Mai auf 433.158 ETH und die Wartezeit beträgt sieben Tage. Dieser Wert erhöhte sich in zwei Wochen um etwa 72.000 %, weil Ausbeutungen im Bereich Decentralized Finance (DeFi) zu Auszahlungen aus Restaking-Angeboten führten.
Die Veränderungen stehen im Zusammenhang mit Verlusten von 625 Millionen USD bei DeFi im April. Eine Sicherheitslücke an der KelpDAO-Brücke führte zu einem Verlust von Ether im Wert von 292 Millionen USD und sorgte für Unsicherheit auf den Kreditmärkten.
DeFi-Exploit-Welle zieht Kapital aus Restaking-Angeboten ab
Beim KelpDAO-Bridge-Angriff am 18. April wurden 116.500 rsETH über eine kompromittierte Blockchain-Brücke abgezogen. LayerZero hat den Diebstahl der Lazarus-Gruppe aus Nordkorea zugeordnet. Anschließend sanken die Einlagen bei Aave von 45,8 Milliarden USD auf 28,6 Milliarden USD, da viele Anleger ihre Mittel abzogen.
Im April wurden bei 30 Vorfällen insgesamt 625 Millionen USD entwendet. Damit war es der verlustreichste Monat für Krypto-Exploits aller Zeiten.
Vor allem Liquid-Restaking-Token, Blockchain-Brücken und Kreditmärkte waren besonders betroffen. In den letzten zwölf Wochen ist der gesamte gesperrte Wert im DeFi-Bereich um etwa 30 % gesunken.
Auf X äußerte der On-Chain-Analyst Checkmatey seine Einschätzung sehr direkt.
„Kapital verlässt alle Formen von ‚DeFi‘, weil das Risiko sehr stark in Richtung eines Totalverlusts des ursprünglichen Kapitals geht”, kommentierte On-Chain-Analyst Checkmatey.
Einzahlungs-Warteschlange weiterhin deutlich größer als Ausstiege
Die bärische Einschätzung zeigt aber nicht das gesamte Bild. Laut Validatorqueue.com warten 3,6 Millionen ETH darauf, ins Staking zu gelangen. Die Wartezeit für Einzahlungen beträgt derzeit 62 Tage und ist damit etwa siebenmal so lang wie bei Auszahlungen.
Insgesamt sind 38,6 Millionen ETH gestakt, das entspricht 31,72 % des Angebots. Die jährliche Rendite liegt aktuell bei etwa 2,92 %, mit nahezu 900.000 aktiven Validatoren.
Diese Entwicklung spricht eher für eine Rotation als für einen grundlegenden Rückzug aus dem Staking.
Sollten die Exploits zurückgehen, werden sich die Warteschlangen voraussichtlich wie schon früher wieder normalisieren.





