Ethereum hat es in letzter Zeit schwer, sich zu erholen. Das liegt vor allem an einer wachsenden Unsicherheit im Markt. Nach mehreren gescheiterten Versuchen, einen Anstieg zu schaffen, steht der Kurs nun sowohl unter Verkaufsdruck als auch an einer wichtigen Nachfragezone.
Die Nachfragezone, die bei etwa 1.880 USD liegt, bietet zwar Unterstützung, verhindert aber auch eine sofortige Kurserholung.
Warum der Verkauf von Ethereum jetzt wichtig ist
Zum ersten Mal seit über zwei Monaten zeigt Ethereum ein wichtiges Verkaufssignal. Die DAA-Divergenz-Metrik (Daily Active Addresses) zeigt einen besorgniserregenden Trend. Die Metrik vergleicht täglich aktive Adressen mit dem Ethereum-Kurs und gibt Einblicke in die Stimmung der Anleger.
Sinken sowohl die DAA als auch der Ethereum-Kurs, deutet das darauf hin, dass die Aktivität im Netzwerk abnimmt. Gleichzeitig signalisiert der rote Balken eine erhöhte Vorsicht unter den Anlegern und eine vorherrschend bärische Stimmung
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Der Rückgang der DAA zeigt, dass weniger Nutzer im Netzwerk aktiv sind. Das schwächt meistens die Marktstruktur. Wenn DAA und Kurs gleichzeitig sinken, ist das häufig ein Zeichen, dass der bullische Trend gestoppt ist. Ein Kursrückgang könnte bevorstehen.
Interessant ist, dass der steigende Verkaufsdruck oberflächlich betrachtet negativ scheint. Allerdings könnte genau das den nötigen Umschwung bringen. Die MVRV-Kursbänder (Market Value to Realized Value) zeigen, dass ETH an einem wichtigen Punkt steht. Liegt MVRV unter 0,8, gilt der Altcoin als unterbewertet. Das deutet darauf hin, dass ETH bald steigen könnte.
Ethereum notiert an etwa 5 Prozent der Handelstage unter den Extrem-Tiefs. Das MVRV-Signal geht dann oft einer Kurserholung voraus. Allerdings braucht Ethereum für einen Anstieg mehr als nur Marktsignale. Vor allem muss das Vertrauen der Anleger zurückkommen. Der aktuelle Verkaufsdruck bremst, aber die Lage kann sich schnell ändern. Wenn Anleger ihre Coins halten und nicht verkaufen, könnte der ETH-Kurs bald wieder anziehen.
Investoren bremsen ETH-Erholung
Der wichtigste Unterstützungsbereich für ETH liegt aktuell bei der 1.880-USD-Nachfragezone. Hier haben ETH-Besitzer rund 1,406 Mio. ETH akkumuliert. Dieser Bereich war oft entscheidend. Fällt der Kurs in diese Zone, kommt meist direkt eine starke Gegenbewegung nach oben. Ethereum konnte sich hier immer wieder behaupten. Das zeigt, dass Anleger ungern unter diesem Kurs verkaufen.
Sollte der Kurs noch einmal bis in die Nachfragezone sinken, dürfte das Kaufinteresse wieder steigen. So würde ein weiterer Absturz erst mal verhindert. Nimmt der Verkaufsdruck aber weiter zu und sinkt Ethereum unter 1.880 USD, könnte es zu einem stärkeren Kursrückgang kommen.
Durch einen solchen Absturz könnte die Trendwende für Ethereum eingeleitet werden. Dennoch würde die Kryptowährung dadurch anfälliger für noch niedrigere Stände. Das Gleichgewicht an dieser Nachfragezone ist daher entscheidend für die kurzfristige Zukunft von Ethereum.
ETH-Kurs steht vor wichtigen Widerständen
Ethereum notiert gerade bei 1.998 USD und stößt an einer Abwärtstrendlinie an Widerstand. Diese bärische Stimmung könnte den ETH-Kurs kurzfristig weiter drücken. Deshalb bleibt der Kurs wohl vorerst schwach. Eine sofortige Erholung ist damit eher unwahrscheinlich.
Wegen der laufenden bärischen Faktoren ist es möglich, dass Ethereum in Richtung 1.902-USD-Unterstützung fällt. Bricht der Kurs darunter, könnte er weiter auf 1.816 USD oder noch tiefer sinken. Dieser Rückgang wäre nötig, damit die Trendwende gelingt und die bullische Kursbewegung zurückkehrt.
Wenn die Stimmung der Investoren besser wird und die wirtschaftliche Lage sich verbessert, könnte Ethereum die aktuelle Abwärtstrendlinie überschreiten. Steigt der Kurs über diesen Widerstand, nähert sich Ethereum der Marke von 2.165 USD. Das würde den aktuellen negativen Ausblick ungültig machen und neue Kursanstiege möglich machen.