Ex-CEO von Celsius zog vor der Insolvenz 10 Millionen USD aus dem Unternehmen

3. Oktober 2022, 10:42 GMT+0100
IN KÜRZE
  • Ehemaliger Celsius-CEO Alex Mashinsky entnahm laut einem Bericht der Financial Times 10 Millionen US-Dollar an Vermögenswerten, um Steuern und seine Nachlassplanung zu finanzieren.
  • Ein Sprecher von Mashinsky meinte jedoch, dieser habe zuvor auch Einzahlungen in Höhe des abgehobenen Betrags getätigt.
  • Die Krypto-Börse FTX möchte währenddessen ein Angebot für die Vermögenswerte von Celsius abgeben.
  • promo

Der ehemalige Celsius CEO, Alex Mashinsky, zog im Mai 10 Millionen US-Dollar aus dem Unternehmen, um seine Steuern zu bezahlen. Laut Mashinskys Sprecher habe dieser jedoch davor die entsprechenden Beträge im Unternehmen hinterlegt.

Der ehemalige CEO von Celsius Network, Alex Mashinsky, soll in den Wochen vor der Insolvenzanmeldung des Unternehmens Vermögenswerte in Höhe von 10 Millionen US-Dollar für Steuerzahlungen abgehoben haben. Dies behaupteten mit der Angelegenheit vertraute Personen gegenüber der Financial Times.

Für die Krypto-Community ergab sich aus diesen Neuigkeiten vor allem eine Frage: Wusste Mashinsky, dass Celsius nach dem Marktabsturz in finanzielle Schwierigkeiten geraten würde? Den Quellen der Financial Times zufolge, sollen von den 10 Millionen US-Dollar rund 8 Millionen für die Einkommenssteuer auf Erträge verwendet worden sein. Die verbleibenden 2 Millionen US-Dollar in CEL-Token hätten der “Nachlassplanung” gedient.

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Laut eines Sprechers von Mashinsky sind immer noch 44 Millionen US-Dollar an Kryptowährungen der Mashinsky-Familie bei Celsius eingefroren. Dies sei während des Konkursverfahrens offengelegt worden. Darüber hinaus habe der ehemalige CEO zuvor auch Gelder in Höhe des entnommenen Steuerbetrags eingezahlt.

Der Sprecher meinte:

“Zwischen Mitte und Ende Mai 2022 hob Herr Mashinsky einen Teil der Kryptowährung von seinem Konto ab. Ein Großteil davon wurde zur Zahlung von Staats- und Bundessteuern verwendet. Ferner tätigte er in den vorhergehenden neun Monaten regelmäßige Krypto-Einzahlungen, welche insgesamt dem im Mai abgehobenen Betrag entsprachen.”

Dieses Verhalten schürte das ohnehin schon bestehende Misstrauen gegenüber Mashinsky noch mehr. Wie FatMan von der Terra-Community feststellte, hob er Gelder ab, behauptete jedoch gleichzeitig, dass die Unternehmensreserven dafür ohnehin ausreichen.

Der Rücktritt des CEOs

Die neuen Beweismittel in der Celsius-Affäre häufen sich und zeichnen ein immer schärferes Bild des Geschehens – Mashinsky reichte vor einigen Tagen sogar seinen Rücktritt ein. In einer entsprechenden Pressemitteilung am 27. September erklärte der ehemalige Vorstandsvorsitzende, er werde sich weiterhin dafür einsetzen, ein bestmögliches Ergebnis für die Gläubiger zu erzielen. 

Darüber hinaus erklärte das Unternehmen, es werde keine Zahlungen für ausstehende Kredite erzwingen, um den betroffenen Kreditnehmern eine gewisse Atempause zu verschaffen. Es wolle weder Zinsen noch Strafen im Zusammenhang mit den Darlehen erheben.

Die Gläubiger hingegen beantragten die Vorladung von Equities First, einem an dem Konkursverfahren beteiligten Unternehmen. Allem Anschein nach war es nicht in der Lage, Sicherheiten in Höhe 439 Millionen US-Dollar an Celsius zurückzuzahlen. Nun sind die Gläubiger auf der Suche nach Informationen über Darlehensverträge zwischen Celsius und Equities First.

FTX möchte Vermögenswerte von Celsius kaufen

Währenddessen möchte die Kryptobörse FTX ein Angebot für die Vermögenswerte von Celsius abgeben, wie Bloomberg Ende September berichtete. Das von Sam Bankman-Fried geführte Unternehmen hat seit Beginn des Bärenmarktes bereits die Vermögenswerte einiger angeschlagener Unternehmen aufgekauft, unter anderem die von Voyager Digital.

Inzwischen schaltete sich auch das Justizministerium in den Fall Celsius ein. Es erhebt Einspruch gegen einen Antrag von Celsius, Abhebungen für ausgewählte Kunden wieder zu öffnen.

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