EZB kritisiert Bitcoin – CBDCs sind der “Heilige Gral”

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IN KÜRZE
  • In einem Bericht der Europäischen Zentralbank wurden die potenziellen Vorteile von digitalen Zentralbankwährungen ausgearbeitet,

  • Dem Bericht zufolge könnten digitale Zentralbankwährungen der "heilige Gral" für grenzüberschreitende Zahlungen sein.

  • Die EZB erklärte außerdem, dass Bitcoin die "am wenigsten vertrauenswürdige" Option sei und dass Stablecoins "problematisch" seien.

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Einem Bericht der Europäischen Zentralbank (EZB) zufolge könnten digitale Zentralbankwährungen (CBDC) der “Heilige Gral” des grenzüberschreitenden Zahlungsverkehrs sein und das Potenzial haben, alles anderen Währungen auf dem Markt – einschließlich Bitcoin und Stablecoins – aus dem Markt zu drängen.

Die EZB schrieb in dem Bericht, dass von allen grenzüberschreitenden Zahlungsmitteln Bitcoin “das am wenigsten vertrauenswürdigste sei”. Außerdem soll die Kryptowährung “von Natur aus teuer und verschwenderisch” sein.

Bitcoin vs. digitale Zentralbankwährungen

Im Rahmen des Berichts mit dem Titel “Towards the holy grail of cross-border payments” (Auf dem Weg zum heiligen Gral des grenzüberschreitenden Zahlungsverkehrs) analysierte die Zentralbank eine Reihe verschiedener Optionen. Diese Zahlungen, die auch als Remittances bekannt sind, sind nach wie vor langsam, teuer und äußerst ineffizient. In dem Bericht, den Ulrich Bindseil der Generaldirektor für Marktinfrastruktur und Zahlungsverkehr mitverfasste, steht:

“Der heilige Gral des grenzüberschreitenden Zahlungsverkehrs ist eine Lösung, die es ermöglicht, dass grenzüberschreitende Zahlungen unverzögert, kostengünstig, universell und über ein sicheres Abwicklungsmedium abgewickelt werden.”

Im März 2022 betrugen die weltweiten durchschnittlichen Kosten für Auslandsüberweisungen 6,09 %. Bei manchen Auslandsüberweisungen können die Kosten für eine einzige Transaktion sogar auf rund 20 % ansteigen. In dem Bericht wurde eine Reihe potenzieller Alternativen abgewogen und geprüft, welche die beste Lösung sein könnte.

Dem Bericht zufolge weist Bitcoin eine Reihe inhärenter Schwachstellen auf, wie z.B. den ineffizienten Proof-of-Work-Konsensmechanismus und die instabile Kaufkraft der Kryptowährung selbst. Zudem stuften die Verfasser die Kryptowährung als “internationales Mittel für illegale Zahlungen” ein.

Die Verfasser gelangten zu dem Schluss, dass Bitcoin “wahrscheinlich nicht der heilige Gral des grenzüberschreitenden Zahlungsverkehrs sein wird“. Stablecoins sind aufgrund der “geschlossenen Kreislaufsysteme” und der Fragmentierung noch “problematischer” als Bitcoin.

Nach sorgfältiger Abwägung der Vorteile aller Optionen kam die EZB mit dem 59-seitigen Zentralbankbericht zu dem Ergebnis, dass eine CBDC unter der Kontrolle von Zentralbanken wie der Europäischen Zentralbank der beste und wahrscheinlichste Weg zum “heiligen Gral” effizienter Zahlungen ist.

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G20-Staaten fördern internationalen Zahlungsverkehr

Im Jahr 2020 erklärten die G20-Mitglieder die Verbesserung des grenzüberschreitenden Zahlungsverkehrs zu einer der wichtigsten Prioritäten der Organisation.

Der Rat für Finanzstabilität (Financial Stability Board, FSB) wurde beauftragt, gemeinsam mit dem Ausschuss für Zahlungsverkehrs- und Marktinfrastrukturen (Committee on Payments and Market Infrastructures, CPMI) die aktuellen Probleme des Systems zu ermitteln und einen Plan zur Optimierung auszuarbeiten. In einer Analyse aus dem Jahr 2021 schrieb das FSB:

“Der grenzüberschreitende Zahlungsverkehr ist das Herzstück des internationalen Handels und der ökonomischen Aktivitäten. […] Allerdings standen grenzüberschreitende Zahlungen zu lange vor vier besonderen Problemen: hohe Kosten, geringe Geschwindigkeiten, begrenzte Zugangsmöglichkeiten und eine unzureichende Transparenz.”

Die Gründe dafür liegen in den hohen Kosten und Ineffizienzen, die das traditionelle Bankensystem mit sich bringt. Zu den Kostenfaktoren gehören unter anderem Betriebskosten, Kosten für die Einhaltung von Finanzvorschriften, Netzwerkkosten, Kosten für Korrespondenten, Devisenkosten und Liquiditätskosten. Doch genau von diesen selbstgeschaffenen Kosten hatte das Bankensystem bisher selbst profitiert.

Während diese Reihe von Ineffizienzen das System seit Jahren belastet, scheint es nun eine echte Bereitschaft zu geben, das Problem aktiv anzugehen.

Die Frage, die sich jetzt stellt, ist, was das alte Finanzsystem dazu veranlasst hat, der Lösung eines Problems, das es selbst jahrzehntelang nicht in Angriff genommen hat, plötzlich Priorität einzuräumen. Außerdem ist es auffällig, dass die EZB den Bitcoin in ein schlechtes Licht stellt. Haben die Banken etwa Angst davor, die Kontrolle über den internationalen Zahlungsverkehr zu verlieren? Oder ist die Kritik der EZB wirklich berechtigt?

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Robert D. Knight ist Journalist und Texter, der sich seit über vier Jahren dem Krypto-Bereich widmet. Seine vielfältigen Erfahrungen umfassen Agenturarbeit und PR im Blockchain-Bereich.

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