Frankreich wird ab 2027 keine Sicherheitsprodukte mehr zertifizieren, die keine quantenresistente Verschlüsselung nutzen. Diese Entscheidung bringt zusätzliche Dringlichkeit für das Versprechen von Algorand (ALGO), bis Ende desselben Jahres umfassende Quanten-Sicherheit auf seiner Blockchain zu bieten.
Die französische Cybersicherheitsbehörde ANSSI gab die neue Regel auf der France Quantum-Konferenz in Paris bekannt. Inzwischen beschleunigt auch Washington die Einführung von Post-Quantum-Kryptografie in Bundes- und nationalen Sicherheitssystemen.
Quanten-Sicherheit wird zur Beschaffungsbedingung
Samih Souissi, Stabschef der ANSSI, erklärte, die Agentur werde ab 2027 nur noch quantenresistente Sicherheitsprodukte zertifizieren, berichtete Reuters am 16. Juni.
Er sagte zudem, Unternehmen sollten ab 2030 nur noch quantensichere Produkte kaufen. Eine ANSSI-Zertifizierung ist Voraussetzung für Verkäufe an französische Behörden und die kritische Infrastruktur. Das Qualifizierungsverfahren dauert üblicherweise 12 bis 18 Monate, daher bleibt Anbietern, die jetzt starten, nur wenig Zeit.
Souissi betonte, die neue Regelung gehe weit über die Technik hinaus.
„Es handelt sich nicht nur um ein technisches Thema. Es ist eine Frage der Steuerung, der industriellen Planung, der Regulierung und der Souveränität.”
Der Grund für diese Fristen ist die sogenannte „Harvest-now, decrypt-later”-Attacke. Gegner können heute verschlüsselte Daten speichern und sie lesen, sobald Quantencomputer leistungsfähig genug sind. Zertifizierungen können daher nicht warten, bis es so weit ist.
Die USA gehen einen ähnlichen Weg. US-Präsident Trump hat am 22. Juni quantenspezifische Erlasse unterzeichnet. Die Anweisung verlangt von Bundesbehörden, bis Ende 2031 zugelassene Post-Quantum-Standards einzuführen.
Unabhängig davon fordert die National Security Agency (NSA), dass neue nationale Sicherheitsbeschaffungen ab Januar 2027 quantenresistente Algorithmen unterstützen.
Algorand arbeitet auf eigenes End-2027-Ziel hin
Die Algorand Foundation veröffentlichte ihre Post-Quantum-Roadmap im Juni. Bis Ende 2027 soll in allen Ebenen des Netzwerks Quanten-Resilienz erreicht werden. Der Plan umfasst Nutzer-Wallets, Entwickler-Tools und den Konsensmechanismus.
Nativ quantenresistente Konten werden im dritten Quartal 2026 eingeführt, basierend auf dem Gitter-basierten Falcon-Signaturschema. Algorand nutzt Falcon bereits seit 2022 für State Proofs. Laut Roadmap sollen Multi-Signaturen und die Migration der Treasury noch vor Jahresende folgen.
Die Märkte preisen dieses Thema bereits ein. ALGO handelt nahe 0,089 USD, ein Anstieg von 1,2% in 24 Stunden, mit einer Marktkapitalisierung von rund 796 Millionen USD.
Im Vergleich dazu übertrafen quantenresistente Token Bitcoin (BTC) im Mai während der Kursverluste um 59,3%, berichten Daten von Binance Research.
Der Druck betrifft nicht nur eine Blockchain. Google Quantum AI Research hat kürzlich den geschätzten Hardwarebedarf, um Ethereums Account-Sicherheit zu kompromittieren, um das Zwanzigfache gesenkt.
Frankreich und die USA streben 2027 als das Jahr an, in dem Quantenbereitschaft zum entscheidenden Beschaffungskriterium wird. Ob andere Blockchains den Zeitplan von Algorand einhalten können, dürfte mitbestimmen, welchen Netzwerken Institutionen ihre Daten für Jahrzehnte anvertrauen.









