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FTX-Hack: Börse beziffert die Schadensumme auf 415 Millionen US-Dollar

3 min
Aktualisiert von Toni Lukic
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IN KÜRZE

  • Laut FTX wurden 415 Millionen US-Dollar gehackt.
  • Stecken die Ermittlungsbehörden der Bahamas hinter dem Hack?
  • Binance wird nach FTX-Anteilsverkauf in 2021 von den Behörden belastet.
  • promo

Die insolvente Krypto-Börse FTX teilte am Dienstag auf Twitter mit, dass neue Informationen zur Finanzlage des Unternehmens vorlägen. Laut den Daten wurden kurz nach der Insolvenzverkündung im November 2022 Kryptowährungen im Wert von 415 Millionen US-Dollar von den Konten der Börse gehackt.

Wer steckt hinter den Hacks?

Nach der Insolvenzverkündung am 11. November teilte FTX mit, dass Kryptowährungen im Wert von 323 Millionen US-Dollar von der Börse gehackt worden seien. Weitere 90 Millionen US-Dollar sind von der US-Börse verschwunden als auch 2 Millionen US-Dollar an Kryptowährungen des Hedgefonds Alameda Research.

Während den Untersuchungen deckte das Insolvenzteam eine Beschlagnahmung von Vermögenswerten durch die Securities Commission of the Bahamas im November auf. Dies führte erst zu einer Auseinandersetzungen zwischen dem FTX-Team und den bahamaischen Aufsichtsbehörden. Jedoch konnten sich beide Seiten im Januar einigen. John Ray, der während der Umstrukturierung bei FTX als CEO und Chief Restructuring Officer fungiert, gab bekannt, dass die bahamaische Regierung 426 Millionen US-Dollar für Gläubiger bereithalten würde.

Der Premierminister der Bahamas, Philip Davis, sagte während einer Veranstaltung am Dienstag beim Atlantic Council in Washington, die Bahamas hätten durch die Beschlagnahmung vielen Investoren “den Tag gerettet”.

Die Lage klart auf – Erhalten die FTX-Kunden ihre Gelder zurück?

In einer 20-seitigen Präsentation mit dem Titel “Maximizing FTX Recoveries” offenbarten die Anwälte und Berater von FTX die gesamten liquiden Vermögenswerte, die für eine potenzielle Rückzahlung offen stehen. Die Summe beläuft sich auf etwa 5,5 Milliarden US-Dollar und setzt sich zusammen aus 1,7 Milliarden US-Dollar Bargeld, 3,5 Milliarden US-Dollar an Kryptowährungen und 300 Millionen US-Dollar an liquiden Wertpapieren.

Die Präsentation bezieht auch die selbst ausgegebenen FTT-Token im Wert von 529 Millionen US-Dollar unter den Vermögenswerten der Börse ein. Der FTT-Token verlor zuvor seit Anfang November über 90 % seines Wertes. Hinzu kommen 685 Millionen US-Dollar in Solana und 268 Millionen US-Dollar in Bitcoin, basierend auf den Krypto-Kursen vom 11. November 2022.

Unter dem sichergestellten Vermögen befinden sich auch Immobilien auf den Bahamas im Wert von hunderten Millionen US-Dollar. Dort lebte und leitete Gründer Sam Bankman-Fried das Unternehmen. Trotzdem bestehen sowohl im internationalen als auch im US-Geschäftszweig weiterhin erhebliche Defizite.

Die Berater von FTX prüfen auch eine Aktienrückkaufzahlung in Höhe von 2,1 Milliarden US-Dollar von FTX an die Konkurrenzbörse Binance im dritten Quartal 2021. Binance war einer der Early-Stage-Investoren von FTX, wobei Bankman-Fried die Anteile an seinem Unternehmen allerdings aus bis dato strittigen Gründen zurückkaufte. Bei einem Auftritt auf CNBC im Dezember wurde Binance-CEO Changpeng Zhao zur möglichen Rückforderung von 2,1 Milliarden US-Dollar im Rahmen des Insolvenzverfahrens von FTX befragt. Er antwortete auf die Frage, ob er eine Rückzahlung in Betracht ziehe, mit:

“Ich denke, das überlassen wir unseren Anwälten. Ich denke, unser Rechtsteam ist in der Lage, mit den Umständen umzugehen.”

Gläubiger-Rückzahlungen FTX
Gläubiger-Rückzahlungen: Auszug aus Präsentation ‘Maximizing FTX Recoveries’

Auch CEO John Ray meldete sich zu Wort:

“Wir machen wichtige Fortschritte bei unseren Bemühungen, die Rückzahlungssummen zu maximieren. Unser Team hat Berge versetzt, um die vorläufigen Informationen zusammenzutragen.”

Er bitte jedoch die Stakeholder um Verständnis dafür, dass diese Informationen noch vorläufig sind und sich ändern können. Er werde zusätzliche Informationen bereitstellen, sobald er dazu in der Lage sei.

Hintergründe der FTX-Insolvenz

FTX meldete Insolvenz an, nachdem eine Auszahlungswelle die Börse und den Schwester-Hedgefonds Alameda lahmgelegt hatte. Die amerikanische Bundesanwaltschaft klagte Gründer und Ex-CEO Sam Bankman-Fried im Dezember wegen Betrugs und Geldwäsche an. Er bekannte sich Anfang dieses Monats der Betrugsvorwürfe nicht schuldig und kam vor seinem Prozess, der für Oktober angesetzt ist, für eine Kaution in Höhe von 250 Millionen US-Dollar frei.

Ehemaliger FTX-CEO: Wie steht es um Sam Bankman-Fried?

Der angeklagte Gründer Sam Bankman-Fried stellte wiederum in einem Blogbeitrag Aspekte des Unternehmensberichts infrage. Er beschwerte sich am späten Dienstag über die Anwälte von Sullivan & Cromwell. Diese hätten ein irreführendes Bild der Finanzen des Unternehmens präsentiert. Er behauptete, FTX habe mehr als genug Mittel, um US-Kunden abzufinden. Sam Bankman-Fried hatte jedoch seit seinem Rücktritt als CEO im November keinen Zugriff mehr auf die FTX-Datensätze.

Der ehemalige CEO der Krypto-Börse wird beschuldigt, Milliarden an US-Dollar von FTX-Kunden gestohlen zu haben, um Schulden seines Krypto-Hedgefonds Alameda Research zu begleichen.

Ein Sprecher von Sullivan und Cromwell lehnte eine Stellungnahme ab. Die Anwälte der Kanzlei teilten kürzlich mit, dass sie eine Teilnahme von Bankman-Fried am Insolvenzverfahren zurückgewiesen hatten.

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Hannes Demske
Hannes Demske ist studierter Betriebswirt, Börseninvestor und Unternehmer. Seit 2017 investiert er aktiv in Aktien und Kryptowährungen. 2020 gründete er seine eigene Investmentfirma und seinen Börseninformationsdienst, über den er Recherche, Analyse und journalistische Tätigkeiten rund um das Kapitalmarktgeschehen und zwei Börsenbriefe anbietet. Viel Spaß beim Lesen und Lernen.
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