Glosse: Über die Korrelationen zwischen Bitcoin, Gold und Peter Schiff

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Bitcoin wird landläufig auch als digitales Gold bezeichnet. Dies liegt darin begründet, dass neue Bitcoins, ähnlich wie Gold, nur durch den Einsatz von Arbeit “geschürft” werden können. Weiterhin ist die Menge an Bitcoins, welche in Umlauf geraten können, begrenzt. Hier endet die Analogie zwischen der digitalen Währung Bitcoin und der physischen Handelsware Gold.



Nichtsdestotrotz scheinen einige Analysten mit beinahe fanatischer Akribie eine statistische Verbindung zwischen Bitcoin und Gold zu suchen. So vermeldete Cointelegraph vor rund zwei Wochen, nach eingehender Analyse keine statistisch signifikante Korrelation zwischen der Rendite von Gold und Bitcoin gefunden zu haben. Leider habe ich kein Selfie von meinem geschockten Gesicht gemacht, aber ich nehme an, dass es in etwa so ausgesehen haben muss:



Um ganz sicher zu gehen überprüften die Analysten von Cointelegraph auch noch, ob Bitcoins Ertrag mit dem verzögerten Ertrag von Gold am Vortag und ob der Ertrag von Bitcoin mit dem von Öl, beziehungsweise dessen verzögerten Ertrag korreliert. Ebenfalls Fehlanzeige.

Aber wenn sich digitales Gold nicht wie physisches Gold verhält ist, wie sieht es dann mit digitalem Silber aus? Dieser Frage gingen die Analysten gestern nach. Sie errechneten dabei auf einer Skala von -1 (vollständige negative Korrelation) und 1 (vollständige positive Korrelation) folgende Korrelationskoeffizienten.

Litecoin und Silber: 0,026

Bitcoin und Silber: 0,0025

Litecoin und Silber (verzögert): -0,05

Bitcoin und Silber (verzögert): -0,03

Leider gaben die Kollegen von Cointelegraph keine p-Werte an, daher kann ich nicht mit abschließender Sicherheit sagen, ob diese brandheißen Ergebnisse statistisch signifikant sind. Immerhin haben weiterführende Analysen ergeben, dass der Vortags-Ertrag von Silber eine statistisch signifikante Aussagekraft über den Ertrag von Litecoin hat.

Da im Schnitt jeder zwanzigste Signifikanztest ein Zufallsergebnis hervorbringt, bin ich mir sicher dass uns Cointelegraph in der nahen Zukunft mit weiteren Erkenntnissen aus der statistischen Kaffeesatzleserei überraschen wird. Ich schlage vor dass die Herren Kollegen als nächstes überprüfen, ob es einen statistischen Zusammenhang zwischen Dogecoin und Hundekuchen gibt.

Weitaus bekannter und einleuchtender ist da schon die negative Korrelation zwischen dem Bitcoin-Preis und den Vorhersagen von Peter Schiff. Wer es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, physisches Gold als beste Anlageform seit der Erfindung des glutenfreien Mineralwassers anzupreisen, lässt nun mal keine Konkurrenz in Form von “digitalem Gold” zu.

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Tobias verfügt über einen Bachelorabschluss in angewandter Informatik, sowie einen Masterabschluss in Kognitionswissenschaft mit Fokus auf kognitiver Psychologie und künstlicher Intelligenz. Während seiner Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Gent nahm er an einem Forschungsprojekt in Verbindung mit einem großen französischen Telekommunikationsanbieter teil. Hierbei erforschte er die Anwendung von Spieltheorie auf den gemeinschaftlichen Ausbau von WLAN-Netzen. Nachdem er die Universität verließ, wandte er sich dem Blockchain-Sektor zu, wo er als freier Forschungsmitarbeiter für Startup-Unternehmen arbeitet.

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