Das Investmentbanking-Unternehmen Goldman Sachs geht davon aus, dass die Blockchain-Technologie die Zukunft des Finanzmarktes ist. Entsprechend bemüht sich der Konzern nun darum diese digitale Zukunftsvision baldmöglichst Realität werden zu lassen.  Unter anderem durch die Zusammenarbeit mit JPMorgan, wo es bereits eine hauseigene Stablecoin gibt.

Goldman Sachs hat Mathew McDermott zum neuen globalen Leiter für digitale Assets ernannt. Der 46-jährige Finanzmarkt-Experte ersetzt den Krypto-Experten Justin Schmidt, der seit 2018 das Digital Assets-Team von Goldman Sachs leitete.

Dies ist der erste Schritt in Richtung der Blockchain-basierten Zukunftsvision des Unternehmens. Denn McDermott geht davon aus, dass die finanziellen Vermögenswerte in der Zukunft auf elektronischen Ledgern basieren. Ferner sollen Börsengänge und Emissionen schon bald weitgehend automatisiert ablaufen.

Goldman Sachs baut sich ein kryptoaffines Team auf

McDermott hat die internationale Mitarbeiterzahl seines Teams verdoppelt. Ferner ist der ehemalige JPMorgan Mitarbeiter, Oli Harris, dem Team beigetreten.

In einem Interview

mit CNBC vom 6. August erklärt Mathew McDermott:

In den nächsten fünf bis zehn Jahren könnte es ein Finanzsystem geben, in dem alle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in einer Blockchain beheimatet sind und alle Transaktionen nativ auf der Chain stattfinden. Was Sie heute in der physischen Welt tun, tun Sie einfach digital, was zu enormen Effizienzgewinnen führt. Und das können Schuldverschreibungen, Verbriefungen, Kreditvergabe sein; Im Wesentlichen verfügen Sie über ein Ökosystem für digitale Finanzmärkte. Die Optionen sind ziemlich groß.

Arbeitet Goldman Sachs an der ersten eigenen Stablecoin?

Oli Harris arbeitete bei JPMorgan an der Schaffung der hauseigenen Stablecoin. Ferner war Harris am Aufbau von Quorum, der Blockchain-Plattform auf Ethereum-Basis, beteiligt. Das Mitwirken von Harris beim neu aufgestellten Goldman Sachs-Team lässt vermuten, dass es bei dem Investmentunternehmen nun schwerpunktmäßig um eine hauseigene Stablecoin geht.

McDermott berichtet im Interview:

Wenn Sie sich diese Märkte im Bereich Wertpapierfinanzierung und Repo ansehen, sind sie reif für eine Standardisierung. Es gibt viele Legacy-Prozesse in der umfangreichen Bewegung von Sicherheiten, die sie sehr kosteneffizient machen. Durch die Nutzung der verteilten Hauptbuchtechnologie können Sie Prozesse standardisieren, um Sicherheiten im gesamten System zu verwalten, und Sie haben einen viel effizienteren Abwicklungsprozess, wenn die Realität gegeben ist Zeitabrechnung.

Derzeit untersucht das Team um McDermott die wirtschaftliche Realisierbarkeit der Erstellung eines eigenen digitalen Fiat-Tokens. Ebenso werden potenzielle Anwendungsfälle bearbeitet. Diese Stablecoin könnte das Ökosystem zwischen Banken, Anwälten und Unternehmen maßgeblich verändern.

Die Frage ist nun, inwieweit die Stablecoin von Großunternehmen aus der Finanzbranche, wie beispielsweise JPMorgan oder Goldman Sachs, bereits eine Vorstufe der CBCDs sind. Es bleibt abzuwarten, in welchem Rahmen Goldman Sachs die Vision einer eigenen Stablecoin realisieren wird.