Robinhood Chain, BNB Chain und Solana wickelten laut Grayscale letzte Woche den Großteil des Handels mit tokenisierten Aktien ab, wie Grayscale in einer am Donnerstag veröffentlichten Research-Notiz mitteilte. Das wöchentliche Handelsvolumen für diesen Bereich erreichte Anfang August mit fast 3 Milliarden USD einen Höchststand.
Diese Zahlen zeigen: Tokenisierte Aktien finden Käufer. Fast keiner dieser Beträge wird jedoch nach dem Handel noch anderweitig auf der Blockchain genutzt.
Handel mit tokenisierten Aktien entwickelt sich stärker als ihre Nutzung auf der Blockchain
Tokenisierte Aktien sind Blockchain-Token, die einen an der Börse notierten Aktienkurs abbilden, ohne dass Käufer die Aktie selbst erhalten. Der Handel damit ist einfach, doch andere Anwendungen sind bisher kaum möglich.
Etwa 5 % des Marktes für tokenisierte Aktien werden laut Grayscale-Notiz tatsächlich in der dezentralen Finanzwelt eingesetzt. Forschungsleiter Zach Pandl verbindet das mit den Erwartungen der Investoren: Sie wünschen sich durchgehenden Handel sowie Zugang von überall.
Der in tokenisierten Aktien gebundene Wert überschritt laut Grayscale Ende August 110 Millionen USD. Das ist deutlich weniger als die Milliarden, die wöchentlich gehandelt werden.
Der Bereich Lending holt jedoch auf. Die Bestände innerhalb von Kamino und Jupiter, zwei Lending-Protokollen auf Solana, haben sich innerhalb eines Jahres etwa verzehnfacht.
BeInCrypto berichtete im Juli, dass Robinhood bei tokenisierten Aktienplattformen mit den meisten Haltern führend ist, während auf Robinhood Chain – dem von der Börsenplattform Anfang des Jahres auf Arbitrum gestarteten Netzwerk – mehr Traffic durch Memecoins als durch Aktien entsteht. Grayscales Daten bestätigen dies.
Regulierung bestimmt die nächsten Schritte
US-Behörden haben bereits eine Innovations-Ausnahme diskutiert – eine Regelung, die den Handel mit tokenisierten Wertpapieren unter bestimmten Schutzmechanismen wie verifizierten Teilnehmern und konformen Token-Standards erlauben könnte.
Vertreter der US-Börsenaufsicht (SEC) haben zudem darauf hingewiesen, dass Tokenisierung das Verpfänden von Aktien als Sicherheit erleichtert. Ein SEC-Beratungsausschuss unterstützt auch die Abwicklung von Aktien- und Zahlungsverkehr in einer einzigen Transaktion, da dies das Risiko mindert, dass eine Seite nicht liefert.
Robinhood-CEO Vlad Tenev hat sich zu einer ähnlichen Problematik im Hinblick auf die Lücke bei US-tokenisierten Aktien geäußert. Das generelle Eigentumsproblem tokenisierter Vermögenswerte sorgt weiterhin dafür, dass Halter lediglich an Wertentwicklungen teilnehmen, aber keine echten Aktien besitzen.
Diese Lücke ist entscheidend, denn erst durch die Verwendbarkeit als Sicherheit könnten institutionelle Bilanzen auf die Blockchain gelangen.
Die genannten Blockchains zeigten am Freitag unterschiedliche Kursentwicklungen. Solana (SOL) notierte bei etwa 101,76 USD und lag damit 3,2 % niedriger als am Vortag. BNB bewegte sich bei rund 718,84 USD.
Hohe Handelsvolumen allein machen aus tokenisierten Aktien noch kein anerkanntes Sicherheiteninstrument. Dafür braucht es klare Regeln, und US-Behörden haben diese bislang nicht abschließend definiert.









