Wallets, die mit der Lazarus-Gruppe aus Nordkorea verbunden sind, bewegten in drei Wochen mehr als 30 Millionen USD in Bitcoin (BTC) über Hyperliquid. Diese Aktivitäten werfen Fragen zu Sanktionen auf, da die Börse den Zugang zum US-Markt anstrebt.
Emmett Gallic, Analyst beim Blockchain-Intelligence-Unternehmen Arkham, identifizierte die Wallets. Er bezog sich dabei auf eine Zuordnung im Jahr 2024 durch den Ermittler ZachXBT. Die Gelder wurden in Ether (ETH) und Solana (SOL) umgewandelt, bevor sie zentrale Börsen wie Kraken, LBank und KuCoin erreichten.
Trump nennt Hyperliquid für US-Einstieg
US-Präsident Trump nannte Hyperliquid direkt bei einer Veranstaltung im Weißen Haus im August. Er lobte Michael Selig, den Vorsitzenden der US-Aufsichtsbehörde Commodity Futures Trading Commission (CFTC), für dessen führende Rolle bei diesem Vorhaben.
„Ich weiß, dass Mike auch daran arbeitet, Hyperliquid auf voll konforme und legale Weise in die Vereinigten Staaten zu bringen, und dabei sehr engagiert ist”, sagte Trump bei der Veranstaltung.
HYPE, der native Token von Hyperliquid, notierte bei 84 USD auf der BeInCrypto Markets Seite. Das entsprach einem Anstieg von 5% innerhalb von 24 Stunden. Die zurückhaltende Kursbewegung zeigt, dass Trader das Sanktionsrisiko bislang nicht eingepreist haben. Der Token erreichte am 27. August ein Rekordhoch von 86,71 USD, wenige Tage bevor die Wallet-Aktivitäten bekannt wurden.
Ob die CFTC dies als Warnsignal für die Einhaltung von Vorschriften sieht, könnte entscheidend sein, wie schnell Hyperliquid einen US-Marktanteil sichern kann.
Seligs CFTC hat in diesem Jahr bereits ein Bitcoin-Perpetual-Produkt auf einer zugelassenen Börse freigegeben. Dieser Präzedenzfall könnte beeinflussen, wie die Regulierungsbehörden den Antrag von Hyperliquid bewerten.
Sanktionsrisiko trifft auf US-Regulierungsbestrebungen
Das US-Finanzministerium, genauer das Office of Foreign Assets Control (OFAC), belegte die Lazarus-Gruppe 2019 mit Sanktionen. Sie ist mit Milliarden an gestohlenen Kryptowährungen in Verbindung gebracht worden, unter anderem beim Ronin Network-Angriff im Jahr 2022.
Die Gruppe wird außerdem mit dem 1,5 Milliarden USD Bybit-Hack im Jahr 2025, dem größten Diebstahl bei Kryptowährungen, in Verbindung gebracht. BeInCrypto berichtete, dass mit Nordkorea verbundene Gruppen in der ersten Hälfte des Jahres 2025 etwa 1,6 Milliarden USD in Kryptowährungen gestohlen haben. Das entsprach etwa 70% aller globalen Verluste mit Kryptowährungen in diesem Zeitraum.
Diese Entwicklungen wurden öffentlich, während Kraken-Mutter Payward gerade einen regulierten US-Zugang für Hyperliquid über die Tochtergesellschaft Bitnomial verhandelt. Payward schloss im Mai den 550 Millionen USD Bitnomial-Deal ab und sicherte sich dabei auf einen Schlag drei CFTC-zertifizierte Lizenzen.









