Hyperliquid (HYPE) liegt aktuell bei rund 71,82 USD, was einem Anstieg von 4,4 % in 24 Stunden entspricht. Die bullische Dynamik versucht zum dritten Mal, das Allzeithoch bei 76,70 USD zu durchbrechen. Der Token hat sich seit dem Tief im Januar bei etwa 20,50 USD um rund 250 % verbessert.
Massive Protokolleinnahmen und neue Zuflüsse von börsengehandelten Fonds (ETF) unterstützen den Versuch. Gleichzeitig sorgen monatliche Tokenfreigaben und zunehmende regulatorische Kontrolle dafür, dass Verkäufer genügend Argumente für ein niedrigeres Kursziel von Hyperliquid haben.
Rekord-Einnahmen und ETF-Zuflüsse stärken die bullische Perspektive
Hyperliquid hat am 30. Juni laut DeFiLlama die Marke von 1 Milliarde USD an kumulierten Protokolleinnahmen überschritten. Die Plattform setzt etwa 99 % der Handelsgebühren laut Daten von Tokenomist über ihren Assistance Fund für HYPE-Rückkäufe am offenen Markt ein.
Am 6. Juli wurden 9,92 Millionen HYPE im Wert von circa 645 Millionen USD freigegeben. Der Rückkauf-Fonds hielt Berichten zufolge das 4,6-fache dieser Menge. Ähnliche Tranchen wurden bereits zuvor aufgekauft.
Auch der Zugang für institutionelle Halter wächst. Bitwise’s BHYP und 21Shares’ THYP wurden Mitte Mai als erste US-Spot-ETFs für HYPE gelistet. Die kombinierten Nettozuflüsse überschritten Anfang Juli 170 Millionen USD, zudem reichte Grayscale einen eigenen S-1-Antrag bei der SEC ein.
Rückkäufe und ETF-Zuflüsse haben bereits im Mai Spekulationen über ein Flippening befeuert.
Tokenfreigaben und Regulatoren prüfen die Rallye
Durch die Vesting-Periode der Hauptbeitragenden wird am 6. eines jeden Monats bis 2027 eine neue HYPE-Tranche freigegeben. Nur etwa 22 % des maximalen Angebots von 1 Milliarde Token befinden sich derzeit im Umlauf, daher bleibt die Verwässerung ein wiederkehrender negativer Faktor.
Der regulatorische Druck nimmt zudem zu. Die Monetary Authority of Singapore (MAS) setzte Hyperliquid Ende Juni auf ihre „Investor Alert“-Liste, nachdem Singapur frühere Warnungen aus Großbritannien ergänzt hat. Zusätzlich forderten Führungskräfte von CME und ICE laut Bloomberg im Mai die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) auf, die Commodity Perpetuals der Plattform zu überprüfen. Nach diesem Bericht sank HYPE etwa 6 %.
Auch die Marktlage ist schwierig. US Bitcoin-Spot-ETFs verzeichneten im Juni einen Rekord-Abfluss von 4,5 Milliarden USD, und das Sentiment liegt bei „Extreme Angst”. Auch Rückkäufe steigen mit dem Volumen, daher könnte ihre stützende Wirkung während eines breiten Marktrückgangs nachlassen.
Der Tages-Chart zeigt Käufer, die höhere Fibonacci-Levels verteidigen
HYPE befindet sich seit Januar in einem Aufwärtstrend. Die Korrektur Mitte Juni vom Allzeithoch stoppte beim 0,382-Fibonacci-Retracement nahe 55,41 USD. Der darauffolgende Rücksetzer endete jedoch bereits beim flacheren 0,236-Level bei 63,66 USD.
Jede Korrektur fiel bisher schwächer aus als die vorherige, was auf eine stärkere Nachfrage hinweist. Eine Analyse Ende Juni zeigte zudem, dass die Nutzeraktivität selbst während der stärkeren Rücksetzer stabil blieb.
Sollten Verkäufer einen größeren Rücksetzer erzwingen, rückt das 0,618-Retracement bei 42,07 USD in den Fokus. Dieses Level liegt fast auf Höhe der steigenden Trendlinie und einer historischen Unterstützungszone nahe 44 USD. Der tägliche Relative Strength Index (RSI) kühlte auf etwa 60 ab, behält aber eine bullische Struktur bei.
Volatilitäts-Engpass im 4-Stunden-Chart deutet auf die nächste Bewegung hin
Im 4-Stunden-Chart zieht sich der Kurs seit dem Hoch am 16. Juni in ein sich verengendes Dreieck zurück. Aktuell nähert sich HYPE der oberen Begrenzung dieses Musters bei etwa 72 USD. Das 0,236-Retracement bei 63,66 USD dient als Zwischenunterstützung innerhalb der Formation.
Auch der RSI auf dieser Zeitebene liegt nahe 60, also knapp unterhalb des bullischen Bereichs. Gleichzeitig zeigt der Bollinger Band Width Percentile (BBWP) derzeit sehr niedrige Werte. In der Vergangenheit war eine solche Volatilitäts-Kompression oftmals ein Vorzeichen für eine starke Bewegung in eine Richtung.
Hyperliquid-Kursprognose: Ein Ausbruch über 77 USD oder ein Rücksetzer auf 63,66 USD
Ein 4-Stunden-Schlusskurs über dem Dreieck, gefolgt von einem Tagesschlusskurs über 76,70 USD, würde die Kursfindung starten. Die Höhe des Dreiecks prognostiziert eine Bewegung in Richtung 88 USD, das liegt etwa 22 % über dem aktuellen Kurs. Anhaltende ETF-Zuflüsse könnten dieses Szenario zusätzlich beschleunigen.
Im Gegensatz dazu würde eine Zurückweisung am Rekordhoch zuerst 63,66 USD und danach 55,41 USD ins Blickfeld rücken. Ein Tagesschlusskurs unter 63,66 USD wäre ein Signal für eine tiefere Korrektur. Der größere Aufwärtstrend ist erst gebrochen, wenn die 42 USD im Bereich des 0,618-Retracements und der Trendlinie unterschritten werden.
Das Ergebnis im Juli hängt davon ab, ob die geringe Volatilität mit einer Bewegung nach oben und neuer Kursfindung oder nach unten mit einem weiteren Fibonacci-Test aufgelöst wird.









