IBM-Aktie fällt vorbörslich um 22%, seltene Umsatzwarnung für das zweite Quartal

  • Die IBM-Aktie fällt vorbörslich um 21,86 % auf 226,80 USD, rund 60 Milliarden USD Börsenwert gehen verloren.
  • Vorläufiger Umsatz im zweiten Quartal: 17,2 Milliarden USD, unter FactSet-Konsens von 17,86 Milliarden USD
  • CEO Arvind Krishna erklärte, dass Kunden ihre Ausgaben auf KI-Server, Speicher und Arbeitsspeicher verlagerten.
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Die IBM-Aktie fiel am Dienstag in der Vorbörse um 21,86% auf 226,80 USD, nachdem International Business Machines vorläufige Quartalszahlen veröffentlicht hatte, die unter den Erwartungen von Analysten lagen. Damit wurden innerhalb eines Tages nahezu 60 Milliarden USD an Börsenwert gelöscht, ausgehend vom Schlusskurs am Montag von 290,23 USD.

Diese außergewöhnliche Vorabmeldung erfolgte acht Tage vor dem regulären Termin für die Veröffentlichung der Quartalsergebnisse. Investoren erhalten die vollständigen Ergebnisse und eine aktualisierte Jahresprognose erst am 22. Juli.

IBM-Aktienentwicklung. Quelle: Google Finance
IBM-Aktienentwicklung. Quelle: Google Finance
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IBM-Aktie unter Druck nach seltener Warnung

IBM gab einen vorläufigen Umsatz von 17,2 Milliarden USD an. Das sind 1% mehr als im Vorjahr, aber weniger als die von FactSet befragten Analysten, die mit 17,86 Milliarden USD gerechnet hatten. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei 2,93 USD und damit ebenfalls unter dem Konsens von 3,01 USD.

Die Aktie fiel zuerst um 18% auf die Warnung hin, bevor die Verluste weiter auf über 21% anwuchsen. Damit steht IBM vor dem größten Kursrückgang an einem Tag seit 2000, als das Platzen der Dotcom-Blase Technologiewerte belastete.

Dieser Kurseinbruch macht zudem die zuletzt laufende Rallye der IBM-Aktie rückgängig, die Anfang Juni die Aktie über die 300-USD-Marke geführt hatte. Bei 226,80 USD ist die Aktie nun näher am 52-Wochen-Tief von 212,34 USD als am Hoch von 332,46 USD.

Im Infrastrukturgeschäft ging der Umsatz um 7% zurück, Software legte um 5% zu und das Beratungsgeschäft stagnierte. Besonders schmerzlich war die Hardware-Schwäche, da IBM gerade das Quartal mit der Einführung des neuen Mainframes z17 abschloss.

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Diese leistungsstarken Computer, die Banken für Transaktionen nutzen, hatten gerade das erfolgreichste Debüt in der Geschichte von IBM erzielt.

CEO Arvind Krishna machte eine kurzfristige Veränderung bei den Investitionen der Kunden verantwortlich. Das Unternehmen habe diese Entwicklung zum Quartalsende falsch eingeschätzt, hinzu kamen verzögerte Abschlüsse und Ablenkungen der Kunden durch branchenweite Cybersecurity-Bedenken.

„In den letzten Juniwochen haben wir beobachtet, dass Kunden ihre vierteljährlichen Investitionen in Richtung Server, Speicher und Speicherchips verschoben, um infrastrukturnahe Produkte vor erwarteten Preiserhöhungen trotz Lieferengpässen zu sichern”, schrieb Krishna an die Investoren.

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AI-Investitionen engen Budgets in der Technologiebranche weiter ein

Die Warnung wirkte sich schnell auf die gesamte Unternehmenssoftware-Branche aus. Der Kurs von Workday gab um 10% nach und Salesforce verlor mehr als 6%, da Trader einen vergleichbaren Budgeteffekt angenommen haben, berichtet Bloomberg.

Gleichzeitig erhalten im Technologiebereich nach wie vor Hardware-Produkte den Vorrang bei Investitionen. Halbleiter entwickelten sich im ersten Halbjahr besser als große Technologieunternehmen. TSMC meldete für Juni einen Rekordumsatz mit KI-Chips und Sorgen um ein Überangebot an Speicher beeinflussten zuletzt Unternehmen wie SanDisk, Micron und Seagate.

James Chanos, der Shortseller, der den Zusammenbruch von Enron vorhergesagt hatte, sieht in der Schwäche von IBM mehr als nur ein Timing-Problem bei Abschlüssen.

„Was IBM nicht zugibt, ist das erhebliche eigene Risiko durch die direkte Einführung von KI im Unternehmensbereich, wie Starbucks es letzte Woche eingeräumt hat”, schrieb Chanos auf X unter Verweis auf eine vergleichbare Aussage von Starbucks.

IBM betonte jedoch, dass die starke Nachfrage nach Hardware auch das eigene Geschäft antreibt. Die Sparte, die Server und Speicherlösungen verkauft, legte um 37% zu und erreichte einen Auftragsbestand von fast 500 Millionen USD.

Zudem beschleunigte sich das Wachstum der Softwaretochter Red Hat auf 11%.

Krishna verwies außerdem auf einen fünfjährigen Quantenplan über 10 Milliarden USD, welcher das größere US-Engagement für Quantencomputing vertieft.

Im Rahmen der Telefonkonferenz am 22. Juli wird sich zeigen, ob die Investitionsverschiebung bei Unternehmenssoftware nur eine kurzfristige Verzögerung war oder einen langanhaltenden Effekt hat.

Bis dahin muss IBM die Investoren überzeugen, dass die Investitionen in KI und Quantencomputing die Einbußen im traditionellen Geschäft übertreffen können.


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Haftungsausschluss

Dieser Artikel zielt darauf ab, genaue und aktuelle Informationen zu liefern. Den Lesern wird jedoch empfohlen, die Fakten unabhängig zu überprüfen und einen Fachmann zu konsultieren, bevor sie auf der Grundlage dieses Inhalts Entscheidungen treffen.

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