Ein Waffenstillstand zwischen Israel und dem Libanon hat gleichzeitig zwei der größten Rohstoffmärkte der Welt beeinflusst.
Israel und der Libanon haben am Donnerstag, 4. Juni, einen Waffenstillstand vereinbart.
Der WTI-Rohölpreis fiel um mehr als 3% auf 92,87 USD pro Barrel. Dies war eine der deutlichsten Kursbewegungen innerhalb eines Handelstages seit Wochen. Der Spot-Goldpreis stieg auf 4.475 USD, also um mehr als 1%, weil der Dollar schwächer wurde und die Renditen für US-Staatsanleihen sanken, da die geopolitischen Risiken geringer eingeschätzt wurden.
Trader beobachten zudem, ob durch diese Einigung Fortschritte in Bezug auf eine umfassende Vereinbarung zwischen den USA und dem Iran möglich werden.
Warum der Libanon die Einschätzung zum Iran verändert
Die Vereinbarung am Donnerstag erfüllt eine der Voraussetzungen des Iran und weckt Hoffnungen am Markt, dass die Straße von Hormuz wieder geöffnet wird. Durch diese Wasserstraße fließen rund 20% des globalen Ölangebots.
Wie BeInCrypto berichtete, brachten bereits frühere Spekulationen über einen Iran-Deal Schwankungen von 500 Milliarden USD am Markt in nur einem Handelstag mit sich. Öl-Trader reagieren auf Erwartungen und warten nicht darauf, dass ein Abkommen endgültig unterzeichnet wird.
Es besteht allerdings das Risiko, dass die IEA gewarnt hat, dass der globale Ölmarkt bis ins dritte Quartal 2026 knapp bleibt, selbst wenn der Konflikt endet. Dabei spielt zerstörte Infrastruktur eine Rolle, zudem dauern Entscheidungen der OPEC+ (ein Zusammenschluss großer ölproduzierender Länder) Monate, bis diese rückgängig gemacht werden können.
Was Gold anders bewertet als Öl
Das Öl fiel, weil Trader ein geringeres Angebot als Risiko betrachtet haben. Gold hingegen legte aus einem anderen Grund zu: Der Waffenstillstand schwächte den Dollar. Ein schwächerer Dollar macht Gold für internationale Käufer günstiger.
Da die US-Notenbank den Leitzins weiter bei 3,5 bis 3,75% hält und die Chance auf eine Zinserhöhung bis Dezember aktuell bei etwa 30% liegt, erhält Gold Unterstützung durch diese Geldpolitik, nicht nur wegen den Sorgen über einen möglichen Krieg.
Bitcoin, der zu Beginn des Konflikts stark gestiegen war, hat seitdem alle diese Kursgewinne wieder abgegeben, als der sogenannte Kriegspreis allmählich aus dem Markt wich.
Das Abkommen mit dem Libanon erfüllt eine Bedingung, ist aber kein wirklicher Friedensvertrag. Dennoch kalkulieren die Energiemärkte bereits die nächsten Schritte ein. Die US-Arbeitsmarktdaten am Freitag könnten diese Kursbewegungen weiter bestätigen oder stören.









