Iran stimmt Waffenruhe zu: Warnung, dass der Finger am Abzug bleibt

  • Iran akzeptiert eine zweiwöchige Waffenruhe, warnt aber, dass sein Militär jederzeit einsatzbereit ist.
  • Pakistan vermittelte die Pause, Gespräche zwischen den USA und Iran beginnen am Freitag in Islamabad, Pakistan.
  • Zentrale offene Fragen sind der Abzug der US-Truppen und der Umfang der Wiederöffnung der Straße von Hormus.
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Der Iran und die Vereinigten Staaten haben sich auf eine zweiwöchige Waffenruhe geeinigt. Damit wird einer der gefährlichsten militärischen Konflikte im Nahen Osten der letzten Jahre vorerst gestoppt. Der pakistanische Premierminister hat diese Pause vermittelt, nachdem er beide Seiten ausdrücklich dazu aufgefordert hatte, auf Angriffe zu verzichten.

Diese fragile Waffenruhe löst kaum grundlegende Streitpunkte. Aus der Region werden weiterhin Kämpfe gemeldet.

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Was Sie über die zweiwöchige Waffenruhe zwischen Iran und den USA wissen müssen

Frage: Warum hat US-Präsident Trump dem Stopp der Luftangriffe gegen den Iran zugestimmt?

Antwort: Trump nannte Gespräche mit Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif und Armeechef Asim Munir als entscheidend. Sharif hatte Trump öffentlich gebeten, seine Frist um zwei Wochen zu verlängern, und forderte vom Iran die Öffnung der Straße von Hormus. Trump sagte, die militärischen Ziele der USA seien bereits erreicht oder sogar übertroffen worden.

Frage: Hat der Iran die Bedingungen der Waffenruhe tatsächlich akzeptiert?

Antwort: Irans Oberster Nationaler Sicherheitsrat bestätigte die Annahme der Waffenruhe, gab aber eine scharfe Warnung ab. „Unsere Hände bleiben am Abzug”, hieß es in der Stellungnahme des Rates. Der Iran betonte, dass die Waffenruhe nicht das Ende des Krieges bedeute.

Frage: Was geschieht mit der Straße von Hormus?

Antwort: Der iranische Außenminister erklärte, dass Schiffe in den nächsten zwei Wochen unter militärischer Koordination die Straße passieren dürfen. Der Iran stellte jedoch Bedingungen mit sogenannten „technischen Einschränkungen”, die vor dem Krieg nicht existierten. Rund ein Fünftel der globalen Ölversorgung läuft unter normalen Bedingungen durch diese Meerenge.

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Frage: Was steht tatsächlich im 10-Punkte-Friedensvorschlag des Iran?

Antwort: Irans Oberster Nationaler Sicherheitsrat veröffentlichte alle zehn Punkte über die halb-offizielle Nachrichtenagentur Mehr. Die Forderungen bedeuten im Kern eine völlige Neugestaltung der Beziehungen zwischen den USA und Iran, also nicht nur eine bloße Waffenruhe. Die zehn Punkte sind:

  • Eine US-Zusage, keine weiteren Angriffe gegen den Iran zu unternehmen
  • Weitere iranische Kontrolle über die Straße von Hormus
  • Anerkennung des iranischen Rechts auf Urananreicherung durch die USA
  • Aufhebung aller primären US-Sanktionen gegen den Iran
  • Aufhebung aller sekundären US-Sanktionen, die Dritte betreffen
  • Aufhebung sämtlicher Resolutionen des UN-Sicherheitsrates gegen den Iran
  • Aufhebung aller Resolutionen des IAEA-Gouverneursrats gegen den Iran
  • Zahlung von Kriegsschäden und Entschädigungen an den Iran durch die USA
  • Vollständiger Abzug aller US-Kampftruppen aus der Region
  • Einstellung aller Kampfhandlungen auf allen Fronten, auch im Libanon

Das Weiße Haus hat bisher nicht erläutert, was Trump mit „umsetzbar” bezüglich des Plans gemeint hat.

Frage: Hält die Waffenruhe tatsächlich vor Ort?

Antwort: In Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten ertönten kurz nach der Ankündigung der Waffenruhe Raketenalarm. Kommandeure der Revolutionsgarde des Iran handelten während des gesamten Konflikts oft eigenständig, daher ist die Einhaltung der Vereinbarung nicht sicher. In mehreren Konflikten der Region gab es bereits in der Vergangenheit Angriffe, obwohl die Waffenruhe verkündet war.

Frage: Wie haben die Finanzmärkte auf die Waffenruhe reagiert?

Antwort: Die US-Rohöl-Futures sind um 18% auf rund 92,60 USD je Barrel gefallen, nachdem Trump die Pause bekanntgab. Die S&P-500-Futures stiegen um 2,4%, weil Investoren das Zeichen zur Deeskalation begrüßten. Dennoch bleiben die Ölpreise deutlich über dem Niveau vor dem Krieg, damals lagen sie bei etwa 70 USD pro Barrel.

Frage: Wie geht es weiter und was bleibt ungeklärt?

Antwort: US- und iranische Unterhändler sollen sich ab Freitag in Islamabad treffen. Die iranische Forderung nach einem Militärabzug der USA aus der Region ist für die arabischen Golfstaaten äußerst umstritten. Ob die Revolutionsgarde die Waffenruhe einhält und ob die iranischen Bedingungen für Washington akzeptabel sind, ist weiterhin völlig unklar.


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