Das US-Justizministerium (DOJ) hat laut The Information interne Ermittler davor gewarnt, dass Binance bei Untersuchungen im Bereich Kryptowährungen künftig weniger kooperieren könnte.
Aus einem internen Memo geht hervor, dass Ermittler mit strengeren rechtlichen Vorgaben rechnen müssen, wenn sie Konten einfrieren oder Vermögenswerte beschlagnahmen wollen. Binance hat jedoch entschieden zurückgewiesen, Änderungen an seiner Zusammenarbeit mit Strafverfolgungsbehörden vorgenommen zu haben.
„Es gab keine und wird künftig keine Änderung bei der Kooperation von Binance mit US-Strafverfolgungsbehörden geben. Das Gegenteil ist der Fall: Wir prüfen sogar Wege, unsere Zusammenarbeit weiter zu erhöhen. Binance wird wie bisher auf Anfragen von US-Behörden im Rahmen ihrer Ermittlungen eingehen. Jeder Hinweis darauf, dass Binance die Zusammenarbeit mit Ermittlern eingeschränkt hat oder einschränkt, ist falsch”, sagte ein Binance-Sprecher exklusiv gegenüber BeInCrypto.
DOJ-Memo: Strengeres Vorgehen bei Krypto-Ermittlungen
Laut einem Bericht von The Information hat das DOJ ein internes Memo verteilt, das Anwälte auf Fälle mit digitalen Vermögenswerten vorbereitet und warnt, dass Binance ab dem 8. Juni keine sogenannten „courtesy freezes” mehr vornehmen werde.
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Courtesy freezes sind freiwillige, vorübergehende Kontoeinschränkungen, die Börsen auf Bitten von Strafverfolgungsbehörden oder Opfern verhängen, während formelle Rechtsdokumente beschafft werden.
Das Memo gibt laut Bericht an, dass Binance stattdessen künftig ein sogenanntes Mutual Legal Assistance Treaty (MLAT) oder andere formale rechtliche Schritte fordert, bevor Anfragen zu Kontensperrungen oder Beschlagnahmungen von Krypto bearbeitet werden.
Diese Änderung könnte grenzüberschreitende Ermittlungen stark verlangsamen, da MLAT-Verfahren meist eine Zusammenarbeit mehrerer Staaten erfordern und daher oft Wochen oder Monate dauern können.
Binance weist Änderung der Zusammenarbeit zurück
Allerdings hat Binance dem Bericht widersprochen und erklärt, keine Änderungen bei der Zusammenarbeit mit US-Strafverfolgungsbehörden vorgenommen zu haben.
Die Börse teilte mit, sie beantworte weiterhin berechtigte Anfragen über das eingerichtete System für Anfragen von Strafverfolgungsbehörden und halte sich an alle geltenden rechtlichen Vorgaben.
Das Dementi erfolgt, während Binance weiterhin unter starker regulatorischer Beobachtung steht – nach der rekordhohen Einigung über 4,3 Milliarden USD mit US-Behörden im Jahr 2023. Diese Vereinbarung brachte erweiterte Compliance-Anforderungen und laufende unabhängige Überwachung mit sich.
Warum der Bericht wichtig ist
Selbst wenn Binance letztlich weiter wie bisher kooperiert, macht das kolportierte DOJ-Memo deutlich, wie sensibel das Thema Zusammenarbeit von zentralisierten Börsen mit globalen Ermittlungsbehörden geworden ist.
Für Ermittler könnte der Wegfall informeller Konto-Einfrierungen die zügige Sicherung gestohlener oder illegaler Kryptowährungen erschweren, bevor diese über Blockchains oder in andere Länder verschoben werden.
Ob es tatsächlich zu einer Änderung der Richtlinien kommt, bleibt unklar, zumal Binance dies öffentlich dementiert hat.
Jegliche Anpassungen bei der Zusammenarbeit zwischen Börsen und Ermittlungsbehörden könnten künftige Krypto-Ermittlungen, die aufsichtsrechtliche Kontrolle sowie die Standards in Sachen Compliance in der Branche für digitale Vermögenswerte beeinflussen.









