FBI-Direktor Kash Patel meldete den Kauf von MicroStrategy-Aktien im Wert zwischen 100.001 und 250.000 USD erst rund sechs Monate nach dem Handel. Damit verpasste er das Meldefenster des STOCK Act.
Nach Angaben von NOTUS kaufte Patel die Aktien am 21. November 2025. Er meldete den Kauf jedoch erst am 26. Mai 2026 an die Bundesaufsichtsbehörden. Er erklärte, dass er diese Transaktion „versehentlich ausgelassen” habe.
Warum Kash Patels MicroStrategy-Handel kritisch betrachtet wird
Die verspätete Meldung sorgt für Nachfragen, weil sie außerhalb des Meldefensters laut STOCK Act liegt. Das Gesetz „Stop Trading on Congressional Knowledge Act“ ist ein US-Bundesgesetz, das im April 2012 von US-Präsident Obama unterschrieben wurde.
Das Gesetz verpflichtet relevante Bundesbedienstete, Wertpapiergeschäfte ab 1.000 USD innerhalb von 45 Tagen offenzulegen. Für einen ersten Verstoß gibt es ein Bußgeld von 200 USD, das das Justizministerium laut NOTUS aber bisher nicht gegen Patel verhängt hat.
MicroStrategy, inzwischen als Strategy bekannt, ist der größte institutionelle Halter von Bitcoin (BTC). Das Unternehmen ist zudem Auftragnehmer für die US-Regierung und hat Geschäfte im Wert von mehreren Millionen US-Dollar mit dem Justizministerium abgewickelt, das das FBI beaufsichtigt.
Gleichzeitig untersucht das FBI Betrug mit Kryptowährungen. Patel hat außerdem öffentlich die Ermittlungsarbeit der Behörde hervorgehoben, darunter die Beschlagnahme von Bitcoin im Wert von 15 Milliarden USD, die im Oktober 2025 bekanntgegeben wurde.
Diese Überschneidungen werfen Fragen auf, ob Bundesbeamte Aktien von Unternehmen handeln sollten, die mit ihren Behörden verbunden sind. Allerdings sind verspätete Meldungen beim STOCK Act keine Seltenheit. Laut NOTUS haben im vergangenen Jahr mehr als 30 Kongressmitglieder ihre Offenlegungen zu spät eingereicht.
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Ethik-Vertreter und Kontrollinstanzen sind uneins über den Verstoß
Der stellvertretende Generalstaatsanwalt William Taylor prüfte die nachgereichte Meldung, die eine „Fehlkommunikation” als Grund nannte. In einem Schreiben am 28. Mai erklärte er,
„Ich bin weiterhin der Ansicht, dass Direktor Patel die geltenden Gesetze und Regeln zur Vermeidung von Interessenkonflikten einhält.”
Dylan Hedtler-Gaudette vom Project on Government Oversight sieht das jedoch anders. Er meint, die Offenlegung sei nach dem Gesetz „ganz klar“ zu spät erfolgt.
„Das ist ein Gesetzesverstoß, es gibt keine andere Sichtweise”, stellt er fest.
Der Handel brachte zudem Verluste. Der Kurs von MicroStrategy ist seit Patels Kaufdatum um fast 48 % gefallen. Ende Juni berichtete BeInCrypto, dass die Aktie MSTR erstmals seit März 2024 unter 100 USD fiel, bevor das Unternehmen einen Finanzplan für einen Neustart ankündigte.
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