Fed-Chef Kevin Warsh äußerte sich drei Monate nicht: Jackson Hole könnte das ändern

  • 80 % der Ökonomen fordern Warsh auf, mehr von seinen wirtschaftlichen Ansichten offenzulegen.
  • Befragte sind sich uneinig, ob er seine Sicht auf den künftigen Zinspfad kommunizieren sollte.
  • 77% glauben, dass Bessents Anleihekäufe die Treasury-Renditen nicht senken werden.
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80 % der von CNBC befragten Wirtschaftsexperten möchten, dass der Vorsitzende der Federal Reserve, Kevin Warsh, bei seiner ersten Rede in Jackson Hole am Freitag seine wirtschaftlichen Überlegungen erklärt.

Die Umfrage unter 31 Wirtschaftsexperten, Strategen und Investoren zeigt zudem eine deutliche Uneinigkeit darüber, wie ausführlich er werden sollte. Die Teilnehmenden sind mit je 48 % geteilter Meinung, ob Warsh überhaupt auf den zukünftigen Zinspfad eingehen sollte.

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Warshs Schweigen spaltet Wall Street

Warsh hat seit seinem Amtsantritt im Mai wenig über die Wirtschaft oder seine geldpolitische Sichtweise gesagt. Das unterscheidet sich von der Arbeitsweise früherer Vorsitzender. Laut Warsh kann er so einen unverfälschten Blick auf die Marktpreise erhalten, da Fed-Äußerungen keine direkte Rolle spielen.

Die Mehrheit des Panels erwartet, dass Warsh auch weiterhin nicht viel sagt. Der größte Anteil, nämlich 45 %, rechnet damit, dass Warsh am Freitag nichts zu den Zinsen äußert, während 32 % mit einem etwas strafferen Ton rechnen und 19 % Neutralität erwarten.

Constance Hunter, Chefvolkswirtin bei Economist Enterprise, erklärte, dass diese Strategie die Kommunikation auf andere Verantwortliche und Reden verlagert hat.

„Er hat seine Rolle beim Vermitteln der Reaktionsweise abgegeben“, sagte Hunter .

Warshs Ansatz findet jedoch Unterstützung. Rund 65 % befürworten die Idee, dass die Fed sich zurückhält und die Markterwartungen bei den Zinssignalen stärker berücksichtigt.

Bezüglich größerer Reformen herrscht dagegen wenig Einigkeit: 40 % glauben, dass eine Mehrheit im Federal Open Market Committee (FOMC) die Umgestaltung des Inflationsrahmens von Warsh unterstützt, 40 % sind anderer Meinung.

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Bessents Anleihenkauf stößt auf Skepsis

Unterdessen hat Finanzminister Scott Bessent in der vergangenen Woche eine Ausweitung der Käufe von längerfristigen Staatsanleihen angekündigt. Allerdings glauben 77 % der Befragten nicht, dass dieser Schritt die Renditen von US-Staatsanleihen senken wird.

Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe lag zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bei 4,66 %. Die Umfrageteilnehmer erwarten, dass diese Referenzrendite zwischen 4,60 % und 4,70 % bis zum kommenden Jahr bleibt.

Beim Grund für den Renditeanstieg nannten die Befragten durchschnittlich 37 % auf das gestiegene globale Schuldenangebot und 28 % auf erwartete höhere Inflation. Die Fed-Zinserwartungen machten 21 % aus, eine verbesserte Wachstumsperspektive 19 %.

Auf den weiteren Zinsverlauf angesprochen, bleibt das Meinungsbild uneinheitlich: Für das nächste Jahr prognostizieren 53 % Zinserhöhungen, 30 % rechnen mit Senkungen, 16 % erwarten keine Veränderung. Gleichzeitig ergibt sich aus den Fed-Funds-Futures eine Wahrscheinlichkeit von 40 % für eine Zinserhöhung im September und von 70 % bis Dezember.

Die Inflation wird voraussichtlich im nächsten Jahr auf 2,6 % sinken, nachdem sie 2026 noch bei 3,4 % lag. Ein Teil des Panels rechnet damit, dass dieser Rückgang nur dann eintritt, wenn die Fed zuerst die Geldpolitik strafft, wodurch Risiko-Vermögenswerte am Freitag gefährdet sein könnten.

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