Kontaktverbot in Deutschland – Umsetzung unterliegt den Bundesländern

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Heute gab die Bundesregierung weitere Maßnahmen zu Eindämmung der Coronavirus-Pandemie bekannt. Zwar wurde noch keine Ausgangssperre, aber ein Kontaktverbot ausgerufen.



Während die Bundesregierung bereits in der letzten Woche Richtlinien zur Eindämmung der Pandemie herausgab, werden diese Maßnahmen nun verschärft. Nach einer Telefonkonferenz mit den Regierungschefs der Bundesländer gab die Bundeskanzlerin Angela Merkel heute bekannt, dass ein zweiwöchiges Kontaktverbot verhängt wird.

Kontaktverbot in Deutschland

Laut den neuen Maßnahmen sind Versammlungen mit mehr als zwei Menschen verboten. Familien sind davon selbstverständlich ausgenommen. Damit können Familien weiterhin Spaziergänge im Freien unternehmen. Im Allgemeinen sollen soziale Kontakte aber so weit wie möglich reduziert werden. Insbesondere soll in der Öffentlichkeit ein Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Personen eingehalten werden.



Weiterhin sind notwendige Wege, beispielsweise zur Arbeit, zu Arztbesuchen, oder zu Einkäufen weiterhin frei. Medizinisch nicht notwendige Dienstleistungsbetriebe wie Friseure und Massagepraxen werden geschlossen, Gastronomiebetriebe ebenso. Eine vollständige Ausgangssperre, wie sie bereits in anderen europäischen Ländern herrscht, soll damit so weit wie möglich verhindert werden.

Wie der Liveticker der Frankfurter Rundschau berichtet, scheint es dennoch keine bundesweit klare Linie zur Umsetzung der Maßnahmen zu geben. Einige Länder wie Bayern und Sachsen haben eigene Richtlinien erlassen. Beispielsweise gibt es in Bayern bereits seit Samstag eine Ausgangsbeschränkung.

Wie es scheint, kann eine vollständige Ausbreitung des Coronavirus nicht verhindert werden. Der Grund für die Maßnahmen liegt vielmehr darin, die Ausbreitung zu verzögern, wie Prof. Dr. Hans-Werner Sinn vom Wirtschaftsbeirat Bayern aufzeigt.

Derzeit sind alle Maßnahmen in den verschiedenen Bundesländern auf zwei Wochen begrenzt, bei bedarf können diese verlängt werden. Aufgrund des wirtschaftlichen Stillstands, welcher von dem Kontaktverbot ausgelöst wird, ist es derzeit nicht absehbar, wie lange die Maßnahmen aufrecht erhalten werden können, ohne die öffentliche Versorgung in Gefahr zu bringen.

Aktienmarkt bleibt weiterhin angespannt

Im Vergleich zu den USA blieben die deutschen Aktienmärkte in dieser Woche stabil. Dabei konnte der DAX um +3,7% auf 8.929 Punkte zulegen. Der Dow Jones fiel um weitere -4,6% auf 19.174 Punkte.

Da über das Wochenende an der Frankfurter Börse kein Handel stattfindet, ist es derzeit noch unklar, wie sich die neuen Maßnahmen auf die Wirtschaft auswirken werden. Einerseits kommt die Wirtschaft durch das Kontaktverbot weiter zum erliegen. Allerdings ist es möglich, dass eine Erholung einsetzt, sofern die Ausbreitung von COVID-19 erfolgreich eingedämmt werden kann. Die Anleger warten derzeit gespannt auf die Öffnung der Börse.

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Tobias verfügt über einen Bachelorabschluss in angewandter Informatik, sowie einen Masterabschluss in Kognitionswissenschaft mit Fokus auf kognitiver Psychologie und künstlicher Intelligenz. Während seiner Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Gent nahm er an einem Forschungsprojekt in Verbindung mit einem großen französischen Telekommunikationsanbieter teil. Hierbei erforschte er die Anwendung von Spieltheorie auf den gemeinschaftlichen Ausbau von WLAN-Netzen. Nachdem er die Universität verließ, wandte er sich dem Blockchain-Sektor zu, wo er als freier Forschungsmitarbeiter für Startup-Unternehmen arbeitet.

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