Payward Inc., die Muttergesellschaft der Krypto-Börse Kraken, hat zugestimmt, das in Hongkong ansässige Zahlungsunternehmen Reap Technologies für 600 Millionen USD in bar und Aktien zu übernehmen. Damit baut Kraken seine Präsenz in Asien weiter aus und beschleunigt die Entwicklung neuer, auf Stablecoin-basierter Finanzdienstleistungen.
Der Deal bewertet Payward-Aktien mit etwa 20 Milliarden USD und entspricht damit Schätzungen aus vorherigen Finanzierungsrunden. Kraken-Co-CEO Arjun Sethi bestätigte die Bedingungen direkt gegenüber Bloomberg.
Kraken: Ausbau der Stablecoin-Infrastruktur
Reap ist auf stablecoin-native Zahlungsinfrastrukturen für Unternehmen spezialisiert. Das umfasst grenzüberschreitende Abwicklungen, Werkzeuge für die Treasury sowie Firmenkarten-Dienste, die mit Fiatgeld und digitalen Vermögenswerten verbunden sind.
Zu den Produkten zählen unter anderem die Reap Card und programmierbare Zahlungs-APIs, die speziell für einen regulierten Stablecoin-Einsatz konzipiert sind, vor allem auf Basis von USDC. Das Unternehmen ist in Hongkong, Singapur, Mexiko sowie in wichtigen Märkten in Asien, Lateinamerika und Afrika aktiv.
Durch die Übernahme erhält Kraken sofortigen Zugang zu regulierten Zahlungsinfrastrukturen in wachstumsstarken Märkten, ohne diese selbst aufbauen zu müssen.
Warum Reap wichtig ist
Reap war bereits im Jahr 2025 profitabel und hatte angeblich rund 60 Millionen USD an Investitionen erhalten, bevor die Übernahme stattfand. Das Unternehmen ist zudem Teil des Global Dollar Network und orientiert sich damit an Krakens breiterer Expansion im Bereich Stablecoin-Abwicklung und eingebetteter Finanzdienstleistungen.
Diese Übernahme ist Teil von Krakens aktiver Expansionsstrategie der vergangenen zwei Jahre. Zu den aktuellen Deals gehört unter anderem die Übernahme von NinjaTrader für 1,5 Milliarden USD sowie Investitionen in Derivate, Tokenisierungsplattformen und Infrastrukturen für institutionelle Finanzdienstleistungen.
Auf der offiziellen Webseite von Kraken gibt es bislang keine formelle Ankündigung, auch Reap hat sich zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht öffentlich geäußert.
Wie geht es für Kraken weiter?
Die Vereinbarung ist unterschrieben, muss aber noch von den Behörden in Ländern wie Hongkong und Singapur genehmigt werden. Der Abschluss wird in den kommenden Monaten erwartet.
Investoren beobachten nun, wie Kraken die Zahlungsinfrastruktur von Reap in seine institutionellen und Prime-Brokerage-Produkte integriert, insbesondere während sich der globale Wettbewerb um Zahlungen mit Stablecoins verschärft.









