SpaceX gibt am Dienstag, 4. August, die Quartalszahlen bekannt. Das ist das erste Mal seit dem Börsengang. Bereits die Börsennotierung im Juni brachte den Bankern von Morgan Stanley Gebühren von rund 100 Millionen USD ein.
Diese Gebühr war nur der kleinere Teil. Durch die von SpaceX geführten Börsengänge flossen mehr als 74 Milliarden USD an die Vermögensverwaltung der Bank. Nun muss SpaceX die Zahlen dazu vorlegen.
Wie der SpaceX-Börsengang Morgan Stanleys Quartal mit 10 Billionen USD aufgebaut hat
SpaceX verkaufte am 11. Juni 555.555.555 Aktien zu je 135 USD. Damit wurden 75 Milliarden USD eingesammelt. Es ist der größte Börsengang aller Zeiten, mehr als doppelt so viel wie die 29,4 Milliarden USD von Saudi Aramco im Jahr 2019.
Zehn Banken begleiteten den Deal. Goldman Sachs, Morgan Stanley, BofA Securities, Citigroup und J.P. Morgan führten die Runde an. Alle teilten sich die Gebühren.
Nur eine dieser Banken betreute auch das Aktienprogramm der SpaceX-Mitarbeiter. Das hob Morgan Stanley hervor.
Das ist aus folgendem Grund wichtig: Wenn Mitarbeiter am Börsentag reich werden, landet das Geld dort, wo auch ihr Aktienprogramm geführt wird.
Morgan Stanleys Vermögenssparte bekam im letzten Quartal 148,1 Milliarden USD an neuen Kundengeldern. Vor einem Jahr waren es 59,2 Milliarden USD.
Etwas mehr als die Hälfte stammte laut Ergebnis-Mitteilung aus Börsengängen von Aktienprogramm-Kunden. Das sind mehr als 74 Milliarden USD binnen drei Monaten. Laut Bloomberg stammte ein großer Anteil davon von SpaceX.
Die Bank bezeichnet diesen Bereich als Workplace. 2019 übernahm sie Solium Capital und 2020 E*Trade, um die Sparte auszubauen. Beide Übernahmen stärkten die stetigen Gebühreneinnahmen nach der Krise 2008.
Workplace betreut mittlerweile mehr als die Hälfte der Unternehmen aus dem S&P 500. Zudem betreut die Sparte rund 70 % der 100 größten privaten Unternehmen mit mehr als 1 Milliarde USD Firmenwert. Die gesamten Kundengelder überschritten die Marke von 10 Billionen USD.
Jed Finn leitet das Vermögensgeschäft von Morgan Stanley. Für ihn ist der Börsengang ein Beginn, nicht nur ein Zahltag.
„Es wäre ein Fehler, den Börsengang als einmaliges Ereignis zur Kundengewinnung zu sehen. Solche Gelegenheiten haben mehrere Phasen, mit freigegebenen Aktien und neu ausgegebenen Anteilen.”
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Allerdings gibt es einen Haken: Der Großteil dieses Geldes bringt noch keine Gebühren ein.
Morgan Stanley erhebt eine Gebühr, sobald Kunden das Geld in verwaltete Konten übertragen. Nur 26 % der neuen Gelder gingen im letzten Quartal dorthin. Im Vorjahr waren es 72 %.
Laut Bloomberg liegt der Jahresumsatz aus SpaceX-bezogenen Geldern über 100 Millionen USD. Voraussetzung ist, dass weitere Aktien freigegeben werden.
Was SpaceX am 4. August mit den Quartalszahlen beweisen muss
Die Zahlen werden nach Börsenschluss am Dienstag veröffentlicht. Analysten erwarten einen Verlust von 26 Cent je Aktie. Neun Analysten haben laut Zacks Prognosen eingereicht.
Damit bekommen Investoren erstmals einen echten Einblick ins Geschäft. Sie wollen wissen, wie viele Starts SpaceX durchführt, wie hoch der Umsatz mit Starlink ist und wie sich die Aufträge zwischen Regierung und Wirtschaft aufteilen.
Die Aktie selbst hat längst reagiert. SPCX schloss am 31. Juli bei 108,37 USD. Damit liegt der Kurs 20 % unter dem Angebotspreis von 135 USD und 33 % unter dem Schlusskurs vom ersten Börsentag mit 161 USD. In der vergangenen Woche wurde ein Rekordtief erreicht.
Auch neue Verträge halfen bisher nicht. Die Aktie gab weiterhin nach, obwohl SpaceX 1,6 Milliarden USD an Space Force-Startaufträgen bis 2027 erhielt.
Am 6. August kommt der nächste wichtige Termin. Etwa 911,5 Millionen bislang gesperrte Aktien werden dann handelbar, zwei Börsentage nach den Zahlen.
Beim Kurs vom Freitag entspricht das knapp 99 Milliarden USD an Aktien. Dies ist mehr als beim Börsengang selbst eingesammelt wurde. Metas Freigabe im Jahr 2012 dient hier als Warnung.
Morgan Stanley wurde bereits ausbezahlt. Die Bank erhöhte ihre Dividende um 15 Cent auf 1,15 USD und genehmigte Aktienrückkäufe im Wert von 20 Milliarden USD. Die SpaceX-Investoren warten weiterhin.









