Kraken Muttergesellschaft geht vor Gericht um Identität von unzufriedenen Mitarbeitern aufzudecken

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Payward – die Muttergesellschaft der Kryptowährungsbörse Kraken –  hat vor kurzem die Bewertungsplattform Glassdoor vor Gericht geladen.



Die Vorladung ist ein Versuch, die Identitäten von Mitarbeitern herauszufinden, die negative Bewertungen über Kraken gepostet haben. Die bekannte und beliebte Kryptowährungsplattform entließ Anfang 2019 Dutzende von Mitarbeitern.



Glassdoor ist eine Plattform, auf der Mitarbeiter verschiedene Aspekte der Arbeit in einem Unternehmen bewerten können. Dadurch ist Paywards Vorladung ein Versuch, herauszufinden, welche der ehemaligen Mitarbeiter für die negativen Bewertungen über Kraken verantwortlich waren.

Die Electronic Frontier Foundation (EFF) setzt sich für Glassdoor ein und wird die Bewertungsplattform bei der Verteidigung gegen die Vorladung unterstützen. Die Angelegenheit scheint jedoch schwer zu bekämpfen zu sein, da schon einmal ein kalifornisches Gericht im November 2019 Glassdoor anordnete, die Informationen auszuhändigen.

Das Kraken-Fiasko

Kraken entließ im Januar 2019 Dutzende von Mitarbeitern – obwohl die Börse selbst einer der besseren ist –  und es scheint, dass bald darauf mehrere negative Bewertungen über das Arbeitsleben in der Firma folgten. Die Klage begann im vergangenen Jahr, nachdem Payward festgestellt hatte, dass die Mitarbeiter negative Bewertungen veröffentlicht hatten, was gegen eine Klausel in ihren Verträgen verstoßen hätte. Klauseln welche den Mitarbeitern verbieten, sich negativ über ihre Arbeiter zu äußern sind in immer mehr Arbeitsverträgen enthalten.

Ein Anwalt, der für die EFF spricht, sagte, dass der Versuch von Payward, die Identitäten aufzudecken, eine Verletzung der Bürgerrechte nach dem ersten US-Verfassungszusatz darstellt.

Glassdoor wehrt sich

Die Reaktion von Glassdoor war deutlich und stark zugunsten der ehemaligen Mitarbeiter.  Die Plattform hat  eine offizielle Stellungnahme zu dem Vorfall abgegeben.

Zusätzlich zum Verweis auf frühere Fälle, in denen es der Plattform gelang, die Anonymität von Einzelpersonen in ähnlichen Rechtsstreitigkeiten zu schützen, hieß es in der Erklärung, dass sie “fieberhaft dafür kämpft, die Rechte unserer Benutzer zu schützen und zu verteidigen, frei und anonym über ihre Meinungen und Erfahrungen bei der Arbeit zu sprechen, ohne Angst vor Einschüchterung oder Vergeltung”.

Auf der anderen Seite war Kraken ebenso deutlich. In einem Gespräch mit Onlinezeitung The Register sagte Krakens Mitbegründer und CEO Jesse Powell, dass die Börse keine “Doppelspiele” tolerieren würde, die dazu führen, dass ein ehemaliger Mitarbeiter seinen Teil der Abmachung nicht einhalte.

In der zwischenzeit scheint die Krypto-Community mit der Entwicklung auch nicht zufrieden zu sein und zeigt Unterstützung für die ehemaligen Mitarbeiter. Viele verweisen darauf, dass es bei Kryptowährungen und dezentralisierten Technologien ausschließlich darum geht, den Endbenutzer zu unterstützen und dass diese Vorladung eine Machtüberschreitung seitens einer einzelnen stärkeren Einheit darstellt.

Andere dagegen stärken Kraken den Rücken, indem sie andeuten, dass sich die Mitarbeiter, wenn sie ein Abfindungspaket annehmen, an die Bedingungen des Abfindungsvertrags halten müssen.

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Nachdem er sein Studium der internationalen Betriebswirtschaft an der Frankfurt School of Finance and Management abgeschlossen hatte, arbeitete Christian zunächst in der Immobilienentwicklung. Nachdem er Bitcoin und die Kryptowirtschaft für sich entdeckte, änderte er sein Fachgebiet, um digitale Zusammenhänge zu analysieren.

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