Krypto Mining: Weißes Haus schlägt neue Umweltstrategie vor

9. September 2022, 13:13 GMT+0100
IN KÜRZE
  • Krypto-Miner hindern die US-Regierung daran, wichtige Klimaziele zu erreichen.
  • Das Weiße Haus empfiehlt Krypto-Minern, erneuerbare Energiequellen zu nutzen.
  • Mining-Betriebe werden ermutigt, Anlagen zu bauen, die ihren Strom ganz oder teilweise selbst erzeugen
  • promo

Ein Bericht des Weißen Hauses ergab, dass Krypto-Asset-Technologien in hohem Maße zu Treibhausgasemissionen, Umweltverschmutzung, Lärm und anderen lokalen Umweltproblemen beitragen. Das erschwert die Bemühungen der US-Regierung, eine Net-Zero-Kohlenstoffbilanz zu erreichen, die Teil der Klimaziele der USA ist.

Das Büro für Wissenschaft und Technologie des Weißen Hauses reagierte mit dem Bericht auf eine Durchführungsverordnung von Präsident Joe Biden. Joe Biden möchte mit der Verordnung die Herausforderungen und Chancen von Krypto für Energie- und Klimaprobleme in den Vereinigten Staaten untersuchen.

Zu den Schlüsselempfehlungen des Untersuchungsteams gehört eine kollektive Strategie der Umweltschutzbehörde (EPA), des Energieministeriums (DOE) und anderer Bundesbehörden mit verschiedenen Bundesstaaten und Krypto-Unternehmen. Gemeinsam könnten aktive, evidenzbasierte Umweltleistungsstandards für die verantwortungsvolle Gestaltung, Entwicklung und Nutzung von umweltfreundlichen Krypto-Technologien entstehen:

“Die Regierung sollte Exekutivmaßnahmen prüfen und der Kongress kann eine Gesetzgebung in Erwägung ziehen, um die Verwendung von energieintensiven Konsensmechanismen für das Krypto-Asset-Mining einzuschränken oder zu unterbinden. Das Umwelt- und Energieministerium sollte den staatlichen Versorgungsunternehmen, den Umweltschutzbehörden und der Krypto-Industrie technische Unterstützung bieten. So können gemeinsam Kapazitäten zur Minimierung der Emissionen, des Lärms, der negativen Auswirkungen auf das Wasser und der negativen wirtschaftlichen Auswirkungen des Krypto-Asset-Minings aufgebaut und die ökologischen Ungerechtigkeiten für überlastete Gemeinden abgemildert werden.”

Weißes Haus möchte Daten von Minern sammeln

Weitere Schlüsselempfehlungen des Berichts sind die Gewährleistung der Energiesicherheit und die Erhebung von Daten von Krypto-Asset-Minern und Stromversorgern. Diese Informationen sollen vertraulich bleiben und es den Bundesbehörden ermöglichen, die Energie- und Klimaauswirkungen von Krypto-Assets zu bewerten.

Die Regierung möchte eine saubere Energiezukunft ermöglichen und die Menschen vor Umweltverschmutzungen und dem Klimawandel schützen. Deswegen beauftragte das Weiße Haus die Umweltschutzbehörde, das Energienetz zu revolutionieren. Laut dem Bericht werden dafür bis 2040 mehr als 100 Millionen neue Stromspeichergeräte an das Stromnetz angeschlossen. Damit möchte Regierung die Umstellung des energiehungrigen Landes auf 100 % erneuerbare Energien erleichtern.

USA wird zum Krypto-Hot-Spot

Seit 2018 nahm der Bedarf an elektrischer Energie von Krypto-Assets rasant zu. Schätzungen zufolge verdoppelte bis vervierfachte sich der weltweite Krypto-Stromverbrauch von 2018 bis August 2022. Des Weiteren werden laut dem Bericht durch Kryptowährungen insgesamt zwischen 120 und 240 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr verbraucht. Dabei handelt es sich um “eine Größenordnung, die den gesamten jährlichen Stromverbrauch vieler einzelner Länder wie Argentinien oder Australien übersteigt”. Außerdem entsprechen die ermittelten Werte 0,4 bis 0,9 % des jährlichen weltweiten Stromverbrauchs.

In den Vereinigten Staaten werden schätzungsweise ein Drittel der weltweiten Krypto-Transaktionen abgewickelt. Diese machen derzeit etwa 0,9 % bis 1,7 % des gesamten Stromverbrauchs des Landes aus. Dieser Anteil am Stromverbrauch ist vergleichbar mit dem aller Heimcomputer oder der gesamten Haushaltsbeleuchtung der Vereinigten Staaten. Seit 2020 stieg der Anteil der USA am internationalen Bitcoin-Mining von 3,5 % auf 38 % an (gemessen an der Zahl der Transaktionen). Der damit verbundene Energieverbrauch verdreifachte sich seit Anfang 2021.

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