Meta Platforms (META) hat bestätigt, dass Horizon Worlds bis zum 15. Juni von Quest-Headsets entfernt wird. Damit gibt das Unternehmen seine wichtigste VR-Sozialerfahrung zugunsten eines reinen Mobile-Modells auf.
Diese Entscheidung ist das deutlichste Zeichen dafür, dass Mark Zuckerbergs Metaverse-Narrativ, das einst so ambitioniert war, dass die gesamte Firma umbenannt wurde, praktisch aufgegeben wurde.
Vom Rebranding zum Rückzug
Berichte zeigen, dass Nutzer ab dem 15. Juni Horizon Worlds nicht mehr über Quest-Headsets bauen, veröffentlichen oder nutzen können. Die Plattform wird dann nur noch über die Meta Horizon Mobile App verfügbar sein.
Eine Meta-Sprecherin verwies auf einen Blogbeitrag aus dem Februar, in dem das Unternehmen erklärte, Horizon Worlds werde “nahezu ausschließlich mobil” ausgerichtet. Reality Labs Vizepräsidentin Samantha Ryan betonte, die Trennung gebe beiden Plattformen mehr Raum für Entwicklung.
Der Rückzug folgt einer schwierigen finanziellen Entwicklung. Reality Labs verzeichnete im Jahr 2025 operative Verluste von 19,2 Milliarden USD, seit Ende 2020 summieren sich die Verluste auf nahezu 80 Milliarden USD. Die Abteilung erwirtschaftete im gesamten Jahr lediglich 2,2 Milliarden USD Umsatz.
KI beansprucht immer mehr Budget
Meta plant Kapitalausgaben von 115 bis 135 Milliarden USD für das Jahr 2026. Ein Großteil davon ist für KI-Infrastruktur und die Superintelligence Labs-Initiative vorgesehen.
CTO Andrew Bosworth bestätigte, dass das Unternehmen künftig mobile Angebote und tragbare Hardware wie die Ray-Ban Meta Smart Glasses vor immersiven VR-Lösungen priorisieren wird.
Im Januar baute Meta rund 1.000 Stellen bei Reality Labs ab und schloss mehrere VR-Spielstudios. Interne Berichte legen nahe, dass für die Jahre 2026 und 2027 eine jährliche Fluktuationsrate von 20% angestrebt wird.
Manager können zur Erreichung der Reduktionsquoten auch aus höheren Leistungsstufen auswählen.
Gleichzeitig bleibt das Werbegeschäft von Meta stark. Das Unternehmen meldete für das vierte Quartal im Jahr 2025 einen Umsatz von 59,9 Milliarden USD, was einem Plus von 24% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Konsensschätzung an der Wall Street liegt bei einem Kursziel für META von 838 USD.
Der Gegensatz ist deutlich: Jeder eingesparte US-Dollar durch Personalabbau und Kürzungen bei VR wird nun in Rechenzentren und KI-Modelle investiert.
Ob sich dieser Handel auszahlt, hängt davon ab, ob Meta es schafft, die Investitionen in Infrastruktur rasch in profitablen Produkten umzusetzen, bevor die Geduld der Investoren nachlässt.