Insidertrading bei Alameda Research? Krypto-Token vor FTX-Listing angehäuft

Aktualisiert von Toni Lukic
IN KÜRZE
  • Der Skandal um FTX und Alameda Research zieht weiter seine Kreise.
  • Nun dreht sich ein Vorwurf der Analysefirma Argus um die Weitergabe von Insiderwissen.
  • Kurz vor den Listings von Token seitens FTX häufte Alameda auffällig große Mengenen eben dieser Token an.
  • promo

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Zwischen Anfang 2021 und März dieses Jahres häufte das an FTX geknüpfte Trading-Unternehmen Alameda Research bestimmte Krypto-Token an, kurz bevor FTX diese der Börs aufe aufnahm. Laut Analyseunternehmen Argus investierte Alameda rund 60 Millionen US-Dollar in 18 Token, die FTX kurz darauf listete.

Erst nachdem Sam Bankman-Fried (SBF) das Krypto-Handelsunternehmen Alameda Research 2017 gegründet hatte, schuf er die Kryptobörse FTX im Jahr 2019. Rückblickend erscheint sein Rückzug aus dem Tagesgeschäft von Alameda im Jahr 2021 wie ein strategischer Schachzug. Denn in diesem Zeitraum begann Alameda, Tokens im großen Stil zu kaufen, die kurz danach auf der Börse FTX angeboten wurden.

Auch wenn SBF von einer klaren Trennung zwischen Alameda und FTX sprach, deuten die Zeichen auf enge Zusammenhänge hin. So geht aus der Bilanz von Alameda hervor, dass ein großer Teil der Vermögenswerte aus FTT bestand. FTT ist der native Token der FTX-Exchange und inzwischen so gut wie wertlos. Genau genommen baute SBF durch dieses Vorgehen ein Gerüst aus einer eigens geschaffenen Währung, die in der letzten Woche mit dem FTX und Alameda-Crash ein jähes Ende nahm.

Der aktuelle Stand zu den Vorwürfen um FTX

Bislang bestätigt keine rechtssprechende Instanz die Vorwürfe. Somit bleibt es zunächst nur bei den Vorwürfen des in London ansässigen Krypto-Compliance Unternehmens Argus. Hinter der Analyse-Firma stecken die jungen Gründer Owen Rapaport und Omar Amjad. Vor einem Jahr gründeten die beiden Argus, wobei die Venture-Capital-Kraftwerke Y Combinator und Charles River Ventures ihren Rücken stärkten. Gegenüber dem Wall Street Journal bezogen sie Stellung zu ihren Erkenntnissen:

“Wir sehen, dass Alameda im Monat vor einem FTX-Token-Listing fast immer eine Position genau dieser Token eingekauft haben”, stellt Omar Amjad fest. Daraus schließt er: “Es ist ziemlich klar, dass es etwas oder jemanden auf dem Markt gibt, der oder das Ihnen sagt, Kryptos zu kaufen, die sie vorher nicht hatten.”

Doch warum macht es Sinn, Token vor einem Listing auf einer großen Exchange zu kaufen? Token-Listings verleihen Token sowohl Liquidität als auch einen Legitimationsstempel und erhöhen oft den Handelspreis eines Tokens. Vor Listings verschieben Börsen die entsprechenden Token oft in ihre Wallets.
Da diese Bewegung in der Blockchain zu sehen ist, kann dies ein öffentlicher Hinweis auf eine bevorstehende Aufnahme des Tokens ins Angebot der Kryptobörse sein.

Im Fall Alameda deutet das Anhäufen von Token, die kurze Zeit später auf FTX gelistet wurden, auf Vorkenntnisse über die Notierungen hin. Somit nutzte das Tradingunternehmen Insiderwissen, um vorab Token zu kaufen, die bald im Preis steigen würden. Ein Paradebeispiel für Frontrunning – wenn sich die Vorwürfe bestätigen.

Interessant in diesem Zusammenhang: Bereits im Mai deckte Argus den Insiderhandel mit Kryptowährungen bei FTX und Binance auf.

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