FTX und Alameda-Crash: Quo vadis Solana-Kurs?

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14. November 2022, 10:45 GMT+0100
Aktualisiert von Toni Lukic
14. November 2022, 10:45 GMT+0100
IN KÜRZE
  • Der FTX- und Alameda-Crash hat erhebliche negative Auswirkungen auf die Kursentwicklung von Solana.
  • Ehemals als "EthereumKiller" bekannt, erreichte Solana mit rund 15 USD ein neues All-Time-Low diese Woche.
  • USDT und USDC Handel auf der Solana Blockchain von Crypto.com zur Zeit ausgesetzt.
  • promo

Welche Auswirkungen hat der Crash von FTX und Alameda Research Labs auf Solana? Die Frage, wie es mit dem Krypto-Projekt und dem Solana-Kurs weitergeht, ist in Anbetracht der engen Verknüpfung von Solana mit FTX bzw. Alameda Labs mehr als gerechtfertigt. Ziehen dunkle Wolken am Himmel von Solana – auch als spanischer Vorname übersetzt mit Sonnenschein – auf?

Die Krise um FTX und Alameda Labs erschüttert seit Anfang dieser Woche massiv den Krypto-Markt. Solana, wiederholt in der Vergangenheit von technischen Problemen geplagt, wurde mehr als andere Krypto-Projekte in den Strudel der dramatischen Ereignisse um FTX gerissen. Dabei erfuhr Solana, noch vor einiger Zeit als „Ethereum-Killer“ gehandelt, einen substanziellen Kursverlust.

Solana – from hero to zero oder stürzt der Solana-Kurs weiter ab?

Lag das ATH von Solana im Bull-Market im November letzten Jahres noch bei rund 260 USD so ist der Solana-Kurs Stand 11. November auf rund 18 USD abgesackt. Seit Bekanntwerden der Liquiditätskrise von FTX und dem folgenden Crash der Krypto-Börse, fiel die Marktbewertung von Solana stark ab. Stand der Solana-Kurs vor einigen Tagen noch rund bei 30 USD testete dieser am 10. November sogar kurz die Marke von 14 USD.

Wieso traf der durch den FTX-Crash den Solana-Kurs deutlich härter als viele andere im Krypto-Space?

FTX-Founder und CEO Sam Bankman-Fried zählt zu den frühen Investoren von Solana. Neben FTX gründete er außerdem im Jahr 2017 Alameda Research Labs. Alameda hielt neben großer Mengen FTT, dem nativen Token von FTX, ebenfalls beträchtliche Mengen an Solana und war damit einer der wichtigsten Investoren von Solana. Angeblich stellen Solana-Token nach den gehaltenen FTT-Token die zweitgrößte Reserve von Alameda dar. Dass diese Reserve jetzt höchstwahrscheinlich liquidiert wird, erklärt unter anderen den massiven Preisdruck auf den Solana-Kurs.

Des Weiteren haben FTX und Alameda Solana aus den vorangehend genannten Gründen stark unterstützt und gefödert. Das bedeutet, die vermutlich wichtigsten Fürsprecher von Solana fallen jetzt weg bzw. verlieren stark an Einfluss – je nachdem, welchen weiteren Verlauf die Entwicklung um die beiden Projekte nimmt.

Same, same but different? Serum und Alameda Labs

Riskante Finanzierungspraktiken scheinen sich wie ein roter Faden durch das Vorgehen von FTX zu spinnen. So beispielsweise auch bei Serum (SRM) dem nativen Token der Decentralized Exchange von Solana, quasi das Pendant zu UniSwap auf Ethereum. Auch SRM erlitt einen drastischen Kurseinbruch im Rahmen der Liquiditätskrise um FTX und Alameda. Alameda hatte Kredite aufgenommen und diese mit risikobehafteten Assets beispielsweise mit FTT und SRM abgesichert.

Durch den Kurseinbruch dieser Assets musste Alameda Stützkäufe tätigen, um den SRM-Kurs abzufangen, und so die Besicherungen aufrecht zu erhalten. Letztendlich überforderte dieses aber Alameda finanziell – mit dem bekannten Ergebnis.

Solche wenig krisenresilienten Praktiken sind nicht neu und haben in ähnlicher Weise schon zu zahlreichen Krisen und Skandalen in der Finanzwelt geführt, z. B. zur Subprime-Krise 2007 oder jüngst zu den zahlreichen Skandalen um Credit Suisse. In der hochgradig vernetzten Finanzwelt, hier ähneln insbesondere die zentralisierten Akteure im Krypto-Space mittlerweile oft denen der traditionellen Finanzwelt, kommt es schnell zu Kettenreaktionen, wie auch bei FTX und Solana. Das Resultat ist letztendlich immer das gleiche: Die Kurse verlieren, die Anleger verlieren Geld und die Projekte verlieren wertvolles Vertrauen.

Social-Media und Solana: Stärke demonstrieren durch Schweigen?

Solana setzt hier bisher auf Durchhalteparolen, statt die Befürchtungen und Sorgen der Investoren und Community aufzugreifen. Zahlreiche User auf den offiziellen Social-Media-Kanälen von Solana wie z. B. Twitter oder Telegram beschweren sich über mangelnde Informationen oder bitten Solana sogar direkt einen massiven Sellout zu verhindern.

Mangelndes Informations- bzw. Communitymanagement in Krisenzeiten, auch Krisen-PR genannt, ist kein gutes Zeichen. Defizite hier eröffnen Raum für negative Spekulationen und Gerüchte und verunsichern Anleger zusätzlich. Das lässt Rückschlüsse auf interne strukturelle Defizite, Überforderung oder mangelnde Sensibilität im Umgang mit den Investoren zu. So wird das wichtigste Asset eines Projektes – das Vertrauen der Anleger – weiter erschüttert.

Verunsicherte Anleger neigen dazu ihre Anteile abzustoßen, um ihr Kapital zu sichern. Das wiederum fördert Abverkäufe und befeuert somit den Kursverlust. Das wiederum verunsichert verbleibende Anleger. So wird mitunter ein Teufelskreis in Bewegung gesetzt, der den Absturz eines Projektes massiv beschleunigen kann.

Die Webseite von Alameda Research Labs hat übrigens am 9. November seinen Betrieb kommentarlos eingestellt bzw. ist öffentlich nicht mehr erreichbar. Ein weiteres gutes Beispiel für schlechtes Krisenmanagement.

Weitere Folgen des FTX-Crashs für den Solana-Kurs

Weitere Folgen sind z.B., dass die TOP 10 Krypto-Börse Crypot.com die Transaktionen von USDT (Tether) und UDSC (Circle) auf der Solana Blockchain gegenwärtig eingestellt haben! Auch dieser Umstand schürt weiter die Verunsicherungen hinsichtlich der Preisentwicklung von SOL.

Solana-Kurs, vom Regen in die Traufe?

Hinzu kommt noch, dass zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt große Mengen an Solana-Token von Validatoren, zuständig im PoS-Verfahren für die Bestätigung von Transaktionen auf der Blockchain, freigegeben wurden. Der sogenannte “Epoche 370” fiel auf den 10. November. Eine Epoche ist bei Solana die Zeitspanne, in welcher die Token der Validatoren des PoS-Consensus-Mechanismus gelocked sind. Der Zuwachs von rund frei verfügbaren 60,390,774 SOL mit dem gegenwärtigen Wert von rund 1 Mrd. USD, trägt ebenfalls nicht gerade zur Stabilisierung des Solana-Kurses bei. Auch hier wird die Verunsicherung der Token-Halter zusätzliche Verkaufsdruck ausgelöst haben und dürfte für den bereits erwähnten kurzfristigen Preisrutsch auf unter 15 USD verantwortlich gewesen sein.

Quo vadis Solana – wenig Sonnenschein in Aussicht?

Momentan trüben etliche dunkle Wolken den einst strahlenden Sonnenschein von Solana. Die aktuellen Entwicklungen rund um FTX und Alameda Research Labs, wie auch die große Menge an Token, die mit Ende der gegenwärtigen Locking-Periode „Epoch 370“ und der ausgesetzte Handel von USDT und USDC auf Crypto.com senken die Aussicht auf eine rasche Erholung des Solana-Kurses erheblich. Auch der Verlust von FTX und Alameda Labs als ehemals starke Partner und Fürsprecher, sowie die Entwicklung um Serum, dürfte wenig Positives zur Marktbewertung von Solana beitragen.

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