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Peter Schiff gibt Fed Schuld, Gold-Kurs bricht um 25% ein: Markt bleibt skeptisch

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Geschrieben von
Lockridge Okoth

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Redigiert von
Phil Haunhorst

23 März 2026 15:00 CET
  • Gold fällt um 25 % vom Allzeithoch, über 10 Billionen USD verloren
  • Peter Schiff: Goldverkauf wegen Zinssenkungsängsten unsinnig bei steigender Inflation
  • Analysten sehen Zwangsliquidationen, keine Fundamentaldaten, als Auslöser
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Gold ist um etwa 25% von seinem Allzeithoch nahe 5.600 USD gefallen, unter 4.200 USD je Unze. Dadurch wurden mehr als 10 Billionen USD an Wert vernichtet. Dieser Verlust entspricht fast dem 7,6-fachen der gesamten Marktkapitalisierung von Bitcoin (BTC).

Der Abverkauf hat sich beschleunigt, obwohl es aktive militärische Spannungen zwischen den USA und dem Iran sowie eine steigende Inflation gibt. Historisch gesehen steigern solche Bedingungen die Nachfrage nach Edelmetallen. Dieser Widerspruch hat eine intensive Diskussion darüber ausgelöst, was den Verkaufsdruck tatsächlich verursacht.

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Peter Schiff: Der Abverkauf ist nicht nachvollziehbar

Peter Schiff, der langjährige Goldbefürworter und Volkswirt, sieht den Kurssturz als irrational an. Er meint, dass der Verkauf von Gold wegen steigender Inflation, die mögliche Zinssenkungen der Federal Reserve verhindert, eine grundlegende Dynamik missachtet.

Reale Zinsen fallen bereits, und fallende reale Zinsen waren in der Vergangenheit immer bullisch für Gold, nicht bärisch.

Laut dem Goldexperten preisen Händler die Haltung der Fed falsch ein. Schiff nennt die Aussagen von Fed-Chef Jerome Powell eine „falsche Annahme”, die auf einer vermeintlich starken US-Wirtschaft basiert.

Seiner Einschätzung nach wird die Federal Reserve, sobald die höheren Zinsen die Wirtschaft in eine Rezession treiben, umschwenken und die Zinsen senken sowie erneut quantitative Lockerung (QE) einführen.

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Schiff sieht den Kursrückgang zudem mit fiskalischen Risiken verbunden. Er verweist auf Treasury Secretary Scott Bessent, der bestätigt hat, dass die Regierung die Kriegsfinanzierung über Schulden, nicht über höhere Steuern plant.

Zudem warnte Schiff, dass rapide steigende Defizite, erhöhte Kriegsausgaben und 10-jährige US-Staatsanleihen-Renditen von erstmals 4,4% seit Juli 2025 eine Finanzkrise auslösen könnten, die schlimmer wäre als 2008.

Entwicklung der Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen
Entwicklung der Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen. Quelle: TradingView

Experten stellen die Logik des Kurssturzes infrage

Mit einem Verkaufsdruck von mehr als 9% am Stück ist der XAU-Kurs unter 4.200 USD gefallen. Gold und Silber zusammen haben in 53 Tagen 13,5 Billionen USD verloren. Silber ist dabei fast 50% unter sein Allzeithoch gefallen und liegt nun bei einem Drei-Monats-Tief nahe 61 USD.

Der Analyst Kyle Doops bezeichnete die Bewegung als ungewöhnlich. Er berichtet, dass verschiedene Erklärungen wie zwangsweise Liquidationen, die Auflösung überlaufener Handelspositionen oder neue Erwartungen an die Geldpolitik im Umlauf sind.

Seiner Meinung nach kann aber keiner dieser Gründe die Heftigkeit des Absturzes vollständig erklären, während die geopolitischen Risiken weiterhin hoch bleiben.

„Wäre es eine reine Liquidation, müsste auch das allgemeine Risiko deutlicher schlechter aussehen. Und bei der Geldpolitik zeigt das makroökonomische Umfeld derzeit kein klares Signal für einen Schock durch geldpolitische Straffung”, konterte er.

Der Analyst vermutet, dass es sich eher um eine Positionsanpassung nach einer starken Rallye handelt, statt um eine grundlegende Veränderung von Golds Rolle als sicherer Hafen.

Die CME hat während des Abverkaufs die Margin-Anforderungen für Gold-Futures um 10% erhöht, was zusätzlichen Verkaufsdruck ausgelöst hat. Die Stärke des US-Dollars, dessen Index auf ein Mehrmonatshoch bei 100,50 gestiegen ist, verschärft die Lage, da Gold für internationale Käufer so teurer wird.

US-Dollar-Index (DXY) Entwicklung
US-Dollar-Index (DXY) Entwicklung. Quelle: TradingView

Ob der Kurssturz nur eine kurze Reinigung oder eine tiefere Neubewertung davon ist, wie Märkte Inflation, Politik und sichere Vermögenswerte einordnen, bleibt eine offene Frage mit Blick auf die bevorstehende makroökonomisch wichtige Woche.

Haftungsausschluss

In Übereinstimmung mit den Richtlinien des Trust Project verpflichtet sich BeInCrypto zu einer unvoreingenommenen, transparenten Berichterstattung. Dieser Artikel zielt darauf ab, genaue und aktuelle Informationen zu liefern. Den Lesern wird jedoch empfohlen, die Fakten unabhängig zu überprüfen und einen Fachmann zu konsultieren, bevor sie auf der Grundlage dieses Inhalts Entscheidungen treffen.

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