Ein Quantencomputer, der stark genug wäre, um Bitcoin (BTC) zu knacken, würde laut einem neuen Bericht vom Schweizer Verwahrungsunternehmen Taurus niemals zum Diebstahl eingesetzt werden. Der Kurs würde einbrechen, bevor ein Diebstahl auf der Blockchain abgeschlossen werden könnte.
Diese Erkenntnis stellt das klassische „Quanten-Weltuntergangs-Narrativ” auf den Kopf. Die neue Waffe, die Bitcoin angreifen könnte, würde durch die Reaktion des Marktes ihr eigentliches Ziel selbst zerstören. Dadurch verlagert sich die echte Gefahr an eine andere Stelle.
Ein Quantenangriff besiegt sich letztlich selbst
Die meisten Blockchains sichern das Eigentum mit dem „Elliptic Curve Digital Signature Algorithm“ (ECDSA). Ein Quantencomputer, der Shor’s Algorithmus ausführen kann, könnte theoretisch den privaten Schlüssel aus einem öffentlichen Schlüssel errechnen und so Transaktionen im Namen des Halters fälschen.
Allerdings wirken die ökonomischen Zusammenhänge gegen einen Angreifer.
Der Bitcoin-Kurs liegt aktuell bei 66.781 USD und der Marktwert beträgt mehr als 1,3 Billionen USD. Die Volatilität zeigt: Wenn die Kryptografie von Bitcoin kompromittiert wird, würde dies sofort zu einem massiven Ausverkauf führen.
Der Bericht beschreibt dies als eine Art „Gravitationskraft” und ordnet bekannte Quanten-Weltuntergangsszenarien für das Asset neu ein.
„… ein Computer, der Bitcoin brechen könnte, würde fast sicher nicht zum Stehlen eingesetzt. Wenn eine solche Maschine bekannt wird, würden die Kurse einbrechen, bevor es zu einem Diebstahl kommt”, heißt es im Taurus-Bericht.
Folgen Sie uns auf X, um stets die neuesten Nachrichten zu erhalten
Ein Staat, der über solche Fähigkeiten verfügt, würde zudem wertvollere Ziele suchen als ein abstürzendes Asset. Unabhängige Bewertungen halten die allgemeine Bedrohung für beherrschbar und nicht unmittelbar bevorstehend.
Wo das tatsächliche Quantenrisiko liegt
Das Fazit lenkt den Fokus auf die richtigen Prioritäten, aber nimmt keine Entwarnung vor. Die größte kurzfristige Gefahr ist der „Harvest now, decrypt later“-Angriff, also das Sammeln verschlüsselter Daten mit Entschlüsselung in der Zukunft.
Ein Angreifer speichert heute verschlüsselte Daten und wartet darauf, dass ein leistungsfähiger Computer sie später auslesen kann.
Öffentliche Bitcoin-Transaktionen sind für diese Methode wenig geeignet. Sensible Aufzeichnungen mit langer Lebensdauer, etwa Verträge oder archivierte Nachrichten, sind hingegen bereits der Gefahr einer späteren Offenlegung ausgesetzt.
Die Umstellung ist bereits in Gang. NIST-Empfehlungen raten ab 2030 vom aktuellen Public-Key-Verfahren ab und untersagen es ab 2035, wobei Ersatzstandards bereits in führender Software ausgeliefert werden, wie auch auf den letzten Q-Day-Sicherheitstreffen angesprochen wurde.
Zwei im März 2026 veröffentlichte Studien verkleinerten zudem das Hardware-Gefälle weiter. Dazu zählt eine Schätzung von Google Quantum AI, die den Ressourcenbedarf zum Brechen der Elliptic-Curve-Kryptografie deutlich reduziert.
Kein Verwahrer kann vollständigen Quantenschutz versprechen, da sich die Blockchain nicht von einem einzelnen Unternehmen kontrollieren lässt.
Das praktische Ziel ist „Crypto-Agilität“ — also der schnelle Austausch von Algorithmen auf allen Ebenen, die ein Anbieter selbst steuern kann.
„Post-Quantum-Kryptografie ist kein Grund zur Panik. Sie ist ein Grund zu handeln”, heißt es abschließend im Bericht.
Abonnieren Sie unseren YouTube-Kanal, um Expertenmeinungen von führenden Köpfen und Journalisten zu sehen





