Der S&P 500 hat im Jahr 2026 um 12,65% zugelegt und am Freitag bei 7.711,75 geschlossen. Eine Kolumne im Wall Street Journal meint, das aktuelle Handelsfieber sei nicht wie 1999, sondern erinnere eher an das Jahr 1901.
Dieser Aufschwung endete mit der Panik von 1907. Kolumnist Jason Zweig argumentiert, dass damals nicht die hohen Aktienkurse gefährlich waren, sondern geliehenes Geld und Handelsaktivitäten, die wie Glücksspiel wirkten.
Zahlen, die an 1901 erinnern
Zweig verweist auf eine Zahl: Der Umsatz an der New York Stock Exchange (NYSE) lag im Jahr 1901 bei 319%. Damit wechselte der gesamte Markt ungefähr alle vier Monate den Besitzer.
Bucket Shops sorgten damals dafür, dass kleine Kunden mit hohem Hebel darauf wetten konnten, ob eine Aktie steigt oder fällt. Die Aktien selbst wurden nie übertragen. Diese Art der Investition ist auch heute am Markt erkennbar.
Im Juli machten Optionen mit Laufzeit am selben Tag 66,2% des gesamten S&P 500 Optionsvolumens aus – ein Rekordwert, wie die Cboe berichtete. Plattformen für Prognosemärkte erweiterten ihr Angebot erneut, von Token-Kursen bis zu Aussagen über Sportereignisse.
Auch das Volumen der Verschuldung ist gestiegen. Die Margin-Schulden lagen laut Angaben der Financial Industry Regulatory Authority (FINRA) im Juli bei 1,42 Billionen USD. Ein Jahr zuvor waren es 1,02 Billionen USD.
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1907: Auslöser war fehlende Liquidität, nicht die Bewertung
Der Auslöser wirkte zunächst gering. Zwei Spekulanten konnten im Oktober 1907 die United Copper Aktie nicht aufkaufen. In der Folge kam es zu Bankanstürmen auf Trust-Unternehmen. Diese wenig regulierten Kreditgeber hielten nur etwa 5% ihrer Einlagen als Bargeld zurück. Nationale Banken hielten 25%.
Danach verschwand das Geld. Die Tagesgeldzinsen stiegen von 9,5% auf 70% und zwei Tage später auf 100%. J.P. Morgan brachte Bargeld zur Kreditvergabe an die Börse, damit der Handel weiterging. Der Kongress gründete sechs Jahre später die Federal Reserve.
Der Dow verlor 40,9% von seinem Höchststand im Dezember 1906 bis zum Tiefpunkt im November 1907, wie eine Untersuchung des National Bureau of Economic Research zeigt.
In früheren Vergleichen von Blasen steht meistens die Bewertung im Mittelpunkt . Das Shiller-Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei knapp 42; der langfristige Durchschnitt liegt bei 17,4. Nur wenig unter dem Rekord aus Dezember 1999. Zweigs Warnung ist zurückhaltender und schwerer abzusichern.
Krypto nutzt die gleichen Finanzierungsmöglichkeiten. Bitcoin (BTC) notiert bei etwa 78.618 USD und hat den S&P 500 bei früheren Risikoereignissen nachvollzogen.
Bargeld erscheint nutzlos, solange die Märkte steigen. Doch sobald andere es brauchen, wird daraus sofort ein Hebel.









